Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Wasserspaß im Emscher Landschaftspark – SUP auf dem Rhein-Herne-Kanal

Wasserspaß im Emscher Landschaftspark – SUP auf dem Rhein-Herne-Kanal

Es wird wieder richtig warm in der Metropole Ruhr! Die richtige Zeit also, um sich bei einem Besuch im Emscher Landschaftspark ein wenig zu erfrischen. Was würde da näher liegen, als zur zentralen Wasserachse der Metropole Ruhr und Herzstück des KulturKanals – dem Rhein-Herne-Kanal – zu fahren. Der KulturKanal verläuft auf seinen 70 Kilometern vom Duisburger Innenhafen bis zum Dattelner Meer quer durch den Emscher Landschaftspark und ist damit Teil der grünen Mitte der Metropole Ruhr. Der Rhein-Herne-Kanal ist bekannt als Transportweg für Kohle und andere Massengüter. Diese Rolle als bedeutender Transportweg hat er auch heute nicht verloren, allerdings wurden zahlreiche Areale rundum und auf dem Rhein-Herne-Kanal für Mensch, Kultur und Freizeit erobert. Vielzählige Fahrgastschiffe und neu gestaltete idyllische Orte am Wasser bieten Raum für kulturelles Erleben und Entspannung. Aber nicht nur am trockenen Ufer oder auf dem Schiff könnt ihr etwas erleben, sondern auch auf dem Wasser erwarten euch spannende Aussichten und lustiges Sportvergnügen.
Die Rede ist heute vom Stand Up Paddling, kurz SUP. Vielleicht habt ihr bei der diesjährigen Schiffsparade KulturKanal ja bereits Stand Up Paddler gesehen, wie sie hinter den Fahrgastschiffen und kleinen Motorbooten  gepaddelt sind. Bei der seit etwa zwei Jahren in Europa boomenden Trendsportart aus Hawaii bewegt man sich mit einem Board unter den Füßen und einem Stechpaddel in der Hand über das Wasser. SUP eignet sich daher hervorragend sowohl für kleine, als auch für große Gewässer, da man mit dem Paddel auch bei Strömung und Wellengang gezielt steuern kann. Um herauszufinden, wie es sich anfühlt, selbst durch die Industrienatur im Emscher Landschaftspark zu paddeln, haben wir uns mit Thomas Libor, dem Inhaber des iSUP Verleih NRW, getroffen und die ersten Paddelversuche unternommen.

4 Fragen an Thomas Libor, Inhaber des iSUP Verleihs NRW:

1) Wie funktioniert das SUP und für wen ist der Sport insbesondere geeignet?

Das SUP ist für jede Altersgruppe geeignet, allerdings sollte man Schwimmkenntnisse haben, um sich im Notfall sicher über Wasser halten zu können. Obwohl ein Fall ins Wasser nicht oft vorkommt, ist das bei Anfängern und Anfängerinnen durchaus möglich. Auf unseren Touren nehmen wir jedoch erst Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit, die ein Mindestalter von 16 Jahren erreicht haben. Ansonsten ist der Sport vor allem bei der jungen Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren beliebt.

2) Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen iSUP Verleih in der Metropole Ruhr zu eröffnen?

Ich bin ein großer Fan vom Kitesurfen! Wenn dann Flaute herrscht, ist das SUP eine tolle Alternative. Inzwischen betreiben wir den Verleih seit vier Jahren und sind die einzigen hier in der Metropole Ruhr, die einen mobilen Verleih haben. Unsere iSUP Boards (Inflatable Stand Up Paddling) sind einfach zu transportieren, da sie aufblasbar sind, aber genau die gleiche Stabilität haben wie normale SUP Boards. Wir haben auch Kunden in Bayern, die sich unsere iSUPs für ihren Urlaub mieten. Außerdem dachten wir, dass wir mit dem SUP einen tollen Wassersport in die Metropole Ruhr holen. Das SUP kann man in fast jedem Gewässer und bei fast jedem Wetter ausüben. Außerdem sind die Wasserlandschaften hier in der Metropole Ruhr sehr abwechslungsreich. Auf der einen Uferseite hast du Überreste der Industriekultur und auf der anderen die blühende Industrienatur in Form von einem Naturschutzgebiet. Hier ist es ein echter Vorteil auf dem Board zu stehen, weil man mehr sehen kann, als wenn man z.B. in einem Kanu sitzt.

3) Was macht das SUP so attraktiv? Und wie lange dauert es, bis man sicher paddeln kann?

Das Besondere am SUP ist unter anderem, dass die Grundtechniken sehr leicht zu erlernen sind. Wenn man über eine gewisse Grundsportlichkeit verfügt, dann geht es schneller. Wir sprechen aber generell von einem Zeitraum von 5 bis 10 Minuten. Beim SUP hat man außerdem eine tolle Kombination aus Entspannung, Sightseeing und Ganzkörpertraining. Für die ambitionierten SUPer gibt es auch Wettbewerbe, bei denen man auf Zeit gegeneinander antritt. Dabei gibt es natürlich bestimmte Paddeltechniken. Als Anfänger und Anfängerin braucht man die aber nicht, um Spaß am Sport zu haben. Seit 2016 kooperieren wir auch mit einer Yoga Lehrerin, die Yoga auf dem SUP unterrichtet. Das ist schon eine Herausforderung, macht aber auch viel Spaß!

4) Ihr organisiert verschiedene Touren, u.a. eine Tour ab dem Stadthafen Recklinghausen. Was ist das Besondere für euch an diesem Startpunkt?

Wir versuchen, an verschiedenen Standpunkten in der Metropole Ruhr Touren anzubieten, um das SUP für viele Menschen zugänglich zu machen und abwechslungsreich zu halten.  Außerdem arbeiten wir hier eng verknüpft mit dem Kanuclub Recklinghausen II. Kanu fahren ist allerdings nicht mehr so beliebt wie früher, mit einer Trendsportart wie dem SUP kann man da viel bewegen.

Bei unserem Probepaddeln stehen wir nach kurzem Wackeln schnell sicher auf dem Board und winken den Spaziergänger und Spaziergängerinnen am Ufer zu. Wir entdecken schon von Weitem den Stadthafen Recklinghausen mit seinem Hafenkran. Als Verladehafen dient der Stadthafen Recklinghausen schon lange nicht mehr, nur der historische Hafenkran erinnert an die industriekulturelle Vergangenheit. Heute ist der Hafen ein Erlebnisareal mit einer Strandbar, von der ihr wunderbar auf den Hafenkran und das Wasser schauen könnt. Unweit vom Stadthafen Recklinghausen befindet sich ein spannender Ankerpunkt der Route der Industriekultur: Das Umspannwerk Recklinghausen mit dem Museum Strom und Leben. Noch mehr Industriekultur begegnet euch auch auf dem Weg zum Umspannwerk. Ganz in der Nähe des Stadthafens steht eines der Permanentkunstwerke der EMSCHERKUNST. Auf einem Faulturm illustriert Silke Wagner die Vergangenheit der Bergarbeiterproteste in der Region.
Auf unserem Rückweg zum Kanuclub Recklinghausen II machen wir noch einen kleinen Abstecher mit dem Rad zum Landschaftspark Hoheward, der sich nur wenige hundert Meter weiter nördlich vom Rhein-Herne-Kanal befindet. Zum Landschaftspark Hoheward gehört nicht nur, wie der Name schon verrät, die Halde Hoheward, sondern auch das Besucherzentrum Hoheward, die Halde Hoppenbruch und der Stadtteilpark Recklinghausen-Hochlarmark. 1999 wurde die Tagesanlage der Zeche Recklinghausen II und die Brache vom Regionalverband Ruhr (RVR) zu einem Stadtteilpark umgebaut. Die sternförmig verlaufenden Wege des Parks, führen direkt zum alten Fördergerüst und die dahinter liegende Maschinenhalle. Im östlichen Teil des Maschinenhauses befindet sich eine Schießsportanlage und Tanzsporthalle und im westlichen Teil ein kleines Museum über die lokale Bergbaugeschichte. Wir spazieren eine Runde durch den Park und erfreuen uns an dieser tollen Kombination aus Industriekultur und Industrienatur. Als wir den Park erreichen sehen wir Kinder und Jugendliche mit ihren Skateboards durch den Park laufen. Als wir ihnen hinterher schauen, sehen wir auch warum: Im Stadtteilpark ist ein eigens für jugendliche Besucher eingerichteter Bike- und Skatepark in dem sich nach Herzenslust ausgetobt werden kann.
Ein sportlicher Tag im Emscher Landschaftspark liegt hinter uns und wir freuen uns schon auf unsere nächste Entdeckungstour!