Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Von der Kokerei Hansa bis zur Zeche Zollern und wieder zurück

Von der Kokerei Hansa bis zur Zeche Zollern und wieder zurück

Heute haben wir unseren Drahtesel gesattelt und uns auf den Weg in den Osten des Emscher Landschaftsparks gemacht, um eine Schnitzeljagd mit dem Rad und einen schönen Herbsttag in der Metropole Ruhr zu genießen. Die Schnitzeljagden Emscher Landschaftspark sind Teil des des Erlebnisprogramms „Unter freiem Himmel“, mit dem der Regionalverband Ruhr jedes Jahr zu Veranstaltungen und Touren in den regionalen Park der Metropole Ruhr einlädt.  Sie verbinden Abenteuer und Rätselspaß mit Bewegung und führen als Rundrouten zwischen 20 und 25 km Länge zum größten Teil über Panoramatrassen, künstlerisch gestaltete Brücken, Kanaluferwege oder ruhige Waldwege durch den Emscher Landschaftspark. Wegbeschreibungen mit den Fragen zu den Stationen könnt ihr hier herunterladen und ausdrucken oder als Online-Karte über den Internetbrowser eures Smartphones aufrufen.

Wir haben uns heute für den Start- und Zielpunkt Kokerei Hansa in Dortmund entschieden. Von dort führt eine etwa 25 Kilometerlange Rundtour durch den östlichen Emscher Landschaftspark. Am ziegelroten Industriedenkmal angekommen, fällt uns die erste Station bereits ins Auge. Uns begrüßen die bekannten Infostelen der Route der Industriekultur und des Emscher Landschaftsparks, die uns Hinweise zur Lösung der ersten Frage geben: Wie viele regionale Grünzüge umfasst der Emscher Landschaftspark? Das ist einfach, wir kennen uns ja ein bisschen aus und wissen, dass die Grünzüge von der Mündung der Emscher bis zu ihrer Quelle den Buchstaben A-G zugeordnet sind. Wir werfen einen Blick auf die Infostele, die uns bestätigt, dass unsere Antwort richtig ist. Bei der nächsten Aufgabe wird es ein wenig kniffeliger: In einem europäischen Verdichtungsraum ist der Emscher Landschaftspark der größte ??? Setzen Sie die folgenden Buchstaben zum gesuchten Lösungswort zusammen: K | I | L | A | R | E | P | O | G | N | R | A Was könnte das wohl sein? Auch die Antwort auf diesen Buchstabensalat finden wir auf einer der Tafeln.

Von der Kokerei Hansa aus geht es nun weiter nach Süden. Die nächste Station ist der Revierpark Wischlingen. Hier informiert eine große Tafel über die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten im Revierpark. Von einem Wasserspielplatz und dem Solebad bis hin zur Minigolfanlage und einer Eishalle hat der Park im Osten Dortmunds viel zu bieten und ist außerdem umgeben von einem besonders artenreichen Naturschutzgebiet. Diesem widmet sich die folgende Station. Wir lernen, dass in diesem Biotop schon hunderte Vogelarten gezählt wurden und dass die hier heimische Zwergfledermaus nur etwas mehr als ein Zuckerwürfel wiegt, wie viel genau, das findet ihr im Quiz an Station 3 heraus. Auf dem Weg zur nächsten Station bekommen wir an diesem eher grauen Herbsttag noch einen schönen Blick auf den Teich und entdecken ein paar Kormorane, die es sich auf den hervorstehenden Ästen im Wasser gemütlich gemacht haben und vor unseren Augen ihre Flügel ausstrecken um sich das pechschwarze Gefieder zu putzen.

Bepflanzte Lore im Naturschutzgebiet Dellwiger Bachtal Dortmund-Lütgendortmund

Bepflanzte Lore im Naturschutzgebiet Dellwiger Bachtal

Wir radeln am Naturschutzgebiet entlang und erreichen eine weitere Station zum Revierpark Wischlingen. An dieser lernen wir etwas über eine noch recht neue Freizeitsportart, bei der eine Scheibe in einem Korb versenkt wird. Wie hieß das noch schnell? Hier im Revierpark könnt ihr es herausfinden, für uns geht die Reise jedoch weiter zum Roßbach. An der zugehörigen Station am Olleroh-Wald erfahren wir, wie sich die Wassernutzung im Laufe des letzten Jahrhunderts verändert hat und warum sich heute nicht einfach jeder Landbesitzer am Wasser bedienen darf. Richtung Norden durchqueren wir den grünen Olleroh-Wald, werden von der Wegbeschreibung durch Dortmund-Kirchlinde gelotst und erreichen ein weiteres Naturschutzgebiet, wo uns gleich drei spannende Stationen erwarten. Eine gefällt uns besonders gut: Eine grün bepflanzte Lore weist uns den Weg zum großen eisernen Eingangstor eines historischen Wasserschlosses. Durch einen mächtigen gemauerten Torbogen fahren wir wie auf einer Zeitreise in den gepflasterten Innenhof des ehemals adeligen Landhauses. Die Infotafel befindet sich direkt neben dem Eingang zum Hauptgebäude, welches man über eine kleine Brücke über einen Schlossgraben erreicht. Wie lange dieses ehrwürdige Gemäuer hier wohl schon steht? Ohne große Mühen können wir die beiden Fragen auf dem Bogen beantworten und nach einer kurzen Rast in dem schönen Innenhof machen wir uns wieder auf den Weg. Links von uns schnattern ein paar schneeweiße Gänse, als wir auf der rechten Seite die nächste Station sehen. Auf der bunten Tafel sind über 30 verschiedene Vogelarten abgebildet, vom großen schwarzen Kolkraben, über das unverkennbare Rotkehlchen bis zum kleinen Zaunkönig. Wir müssen ganz schön strampeln, um die Senke, in der sich das Naturschutzgebiet befindet, wieder verlassen zu können.

Infotafeln an der Zeche Zollern  Dortmund-Bövinghausen

Infotafeln an der Zeche Zollern

Kurze Zeit später erreichen wir das einladende Gelände des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern, einem der 25 Ankerpunkte der Route der Industriekultur, wo uns die nächste Infotafel auf die wunderschönen rot-weißen Häuser einer Arbeitersiedlung hinweist, die an das gepflegte Zechengelände grenzt. Mit dem Bau der Zeche Zollern um die Jahrhundertwende wurde auch diese Arbeitersiedlung nach und nach errichtet und schaffte Wohnraum für Zechenangestellte und Bergarbeiter. Um zur nächsten Station zu gelangen, stellen wir unsere Fahrräder ab und spazieren ein wenig über das vordere Zechengelände. Die großen Informationsbrammen können wir nicht übersehen und alle vier Fragen sowie das Quiz nach aufmerksamem Lesen gut beantworten. Von wem stammt wohl das Lachen, das im Frühjahr auf der Halde Zollern zu hören ist? Wir lernen viel Neues über die Zeche Zollern, das LWL-Industriemuseum, zu dem die Zeche mittlerweile gehört, über die Route Industrienatur und natürlich über den Emscher Landschaftspark.

Aufstieg zur Halde Schwerin in Castrop-Rauxel

Aufstieg zur Halde Schwerin in Castrop-Rauxel

Die nächste und vorletzte Station ist eine der kleineren Panoramahalden mit künstlerisch gestalteten Landmarken in der Metropole Ruhr. Auf dem Weg dorthin werden wir wieder mitten durch die Natur geführt und sind umgeben von Grün. Wir erreichen die Halde in Castrop-Rauxel problemlos und entscheiden uns dazu, eine Pause einzulegen und den Aufstieg auf die Halde zu wagen. Auf der Straße „Zur Sonnenuhr“ kommen wir schnell an einer Treppe an, die bis in den Himmel hinaufgeht. Schon auf halbem Weg sehen wir die langen Metallstreben, die von der Spitze der Halde in den Himmel ragen: die Sonnenuhr, entworfen von Bildhauer Jan Bormann. Leider verdecken die Wolken die Sonne, sodass wir ihren Schatten heute nicht in der riesigen Uhr sehen. Einen tollen Ausblick haben wir dennoch und sehen sogar den ziegelroten Turm, auf den die Infotafel schon hingewiesen hat. Der Turm ist ein Relikt der ehemaligen Zeche Erin und ein spannendes Bauwerk der Industriekultur. Wir lassen unseren Blick noch ein wenig über die Metropole Ruhr schweifen, bevor wir uns wieder an den Abstieg und auf den Weg zur letzten Station der heutigen Tour machen. Dafür verlassen wir Castrop-Rauxel schon wieder und durchqueren Bodelschwingh und Westerfilde, bis wir im nächsten großen Naturschutzgebiet rund um den Nettebach ankommen. Auf ruhigen Waldwegen passieren wir das Schloss Westhusener Weg und erreichen die zwölfte und letzte Station. Hier wird mit Hilfe von Pumpen ein Gelände von über 1.000ha entwässert, nachdem in Folge des Bergbaus der Nettebach abgesunken war und einen Teil dieser Fläche konstant unter Wasser setzte. Wer betreibt denn wohl dieses Pumpwerk? Mit allen Antworten im Gepäck machen wir uns auf den Weg zum Start- und Zielpunkt, der Kokerei Hansa.

Wir haben heute auf neuen Wegen gelernt, wie der Bergbau die Landschaft der Metropole Ruhr verändert und geprägt hat. Heute bietet die Industrienatur des Emscher Landschaftsparks zahlreiche Freizeit- und Erholungsgebiete wie den Revierpark Wischlingen, Naturschutzgebiete, Denkmäler der Industriekultur und Panoramahalden.