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Emscherlandschafts Park
Urban Gardening – Gärtnern im Emscher Landschaftspark

Urban Gardening – Gärtnern im Emscher Landschaftspark

Schon mal was vom Urban Gardening gehört? Nein? Dann wirds aber Zeit, denn Gärtnern liegt derzeit voll im Trend und macht auch vor den Großstadtmauern nicht halt. Ob im Garten, auf dem Dach oder im Hinterhof, für eine gemeinschaftliche und umweltschonende Produktion von Obst und Gemüse findet sich immer ein Platz. Urban Gardening unterstützt dabei den bewussten Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und trägt zum sozialen Miteinander, zur Bewegung und zum Engagement in der Freizeit bei, sodass es heute an vielen Standorten nicht mehr weg zu denken ist.

Der Trend aus New York zur kooperativen, gärtnerischen Nutzung von städtischen Flächen, die zwar wenig Platz bieten aber dennoch effektiv für den Anbau von Lebensmitteln genutzt werden können, ist auch in der Metropole Ruhr angekommen. Ein Standort für viele Urban Gardening Projekte in der Region ist der Emscher Landschaftspark, welcher sich seit 1989 durch die Renaturierung und Wiederherstellung seiner vielen, heute wieder begrünten Flächen, nicht nur für Künstler und Naturfans zu einem tollen Ausflugsziel im Ruhrgebiet entwickelt hat.

Urban Gardening Projekte sind im Emscher Landschaftspark weit verbreitet. Speziell der Internationale Mädchengarten in Gelsenkirchen ist ein interessanter Anlaufpunkt. Dieser befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Schalke-Süd in einer kleinen Parkanlage und wird seit seiner Eröffnung 2007 als Gemeinschaftsgarten von Mädchen für Mädchen unter einem jährlich wechselnden Motto bepflanzt, gepflegt und gestaltet.

Kleine Lebewesen bevölkern den Emscher Landschaftspark

Auch Bienenvölker haben den Weg zurück in den Emscher Landschaftspark gefunden.  Auf dem Dach der Unternehmenszentrale der RAG Montan Immobilien auf dem Gelände der Zeche Zollverein produzieren im Rahmen des Projektes „Bienen in der Stadt“ vier fleißlige Bienenvölker einen echten „Welterbe-Honig“. Mit dem Ziel das Bewusstsein für die Bedeutung der Biene, die heute durch viele chemische Substanzen und die allgemeine Umweltverschmutzung bedroht ist, auch in den städtischen Lebensräumen zu stärken, soll in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr und der Naturschutzbund Deutschland e.V.  in Zukunft ein überregionales Bienennetz entstehen.

Als Chefkoch des CASINO Zollverein in Essen hat sich Bernd Stollwerk einen Traum erfüllt, denn hier kocht er nicht nur, sondern gärtnert auch. Richtig gehört, der Küchenchef baut  viele Zutaten für seine Speisen im Restaurant selbst an. In dem nur 500 m Luftlinie entfernten CASINO-Garten trifft man auf ein vielfältiges Angebot von Gemüse-, Kräuter- und Ostsorten, welche der Sternekoch frisch auf den Teller holt.

Urban Gardening vereint verschiedenste Nationalitäten

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt in der Metropole Ruhr ist der Bürgergarten „Kleine Heroldwiese“ in Dortmund. Die Grünfläche inmitten eines dicht bebauten Wohngebiet wird als Bürgergarten von Männern, Frauen und Kindern aus der Umgebung  gemeinsam betreut und bietet zudem die Möglichkeit das Wohnumfeld aufzuwerten.  Als interkultureller Garten soll er in Zukunft Bürger unterschiedlicher Nationalitäten zusammenbringen und Raum für kulturelle, kreative und soziale Aktivitäten schaffen.

In Zusammenhang mit dieser Thematik führte auch das vom  15. Mai bis 29. Juni 2014 stattfindende Festival n.a.t.u.r . eine Urban Gardening-Aktion auf dem Gelände des Zollvereins im Ruhrgebiet durch. Besucher waren zum Mitfeiern und Bepflanzen eingeladen und erhielten so die Möglichkeit im sozialen Miteinander die neuen Formen des urbanen Lebens kennen zu lernen und auf den Flächen alter Industriegelände, welche heute vielfach als  Naherholungsgebieten genutzt werden, ihre Umwelt im Rahmen einer tollen Aktion aktiv mitzugestalten.

Perspektivisch wird es bald mehrere Flächen und Projekte in Sachen Urban Gardening im Emscher Landschaftspark geben. Wir halten euch auf dem Laufenden!