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Emscherlandschafts Park
Umgestaltung des Duisburger Innenhafens

Umgestaltung des Duisburger Innenhafens

Moderne Bürokomplexe, attraktive Kulturangebote, Restaurants und Cafés mit Blick aufs Wasser. Das alles hat der Duisburger Innenhafen zu bieten und noch vieles mehr! Wir flanieren heute am Ufer eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Ruhrmetropole entlang und bewundern die alten Speichergebäude, die kennzeichnend für die Industriekultur in unserem Emscher Landschaftspark und die wirtschaftliche Entwicklung Duisburgs sind.

Der Innenhafen Duisburg wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park vom britischen Stararchitekt Lord Norman Foster in den 1990er Jahren entworfen. Heute ist das Foster- „Schiff“, ein gläsernes Haus in Form eines Schiffes, das Aushängeschild für die Hafenstadt in Zeiten des Strukturwandels. Auch der von Foster konstruierte Tec-Tower und das Tec-Center bilden als Technologieparkgelände einen einzigartigen, architektonischen Mikrokosmos in Duisburg-Mitte. Fosters Vision war es, den Duisburger Hafen für Besucher*innen wieder zu einem lebendigen Ort im Ruhrgebiet werden zu lassen. Diese wurde schon bald verwirklicht, denn im Laufe der Jahre entwickelte sich hier ein futuristisches Innenstadtjuwel im westlichen Emscher Landschaftspark.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts ließ sich die Holzindustrie, die ihren Absatz im Bergbau fand, im heutigen Duisburger Innenhafen nieder. Als deren Raumbedarf durch modernere Produktionsmethoden sank, nahmen die Getreidemühlen mit ihren hervorstechenden Speichergebäuden an vielen Stellen ihren Platz ein. Der ehemalige Hafen- und Handelsplatz wurde wegen des massenhaften Getreideumschlags deshalb oft als “Brotkorb des Ruhrgebiets” bezeichnet. Doch der Mühlenbetrieb am Innenhafen und der gesamte Hafenbetrieb  gingen in den 1960er immer mehr zurück, bis in den 1970er Jahren die letzten Mühlen geschlossen wurden. Heute stehen wir am Ufer des Innenhafens  bei strahlendem Herbstwetter und blicken auf ein innovatives Stadtquartier, das seit den 1880er Jahren zu einem der wichtigsten Duisburger Gewerbegebiete zählt. Der Blick auf das glänzende Wasser ist malerisch und die Hafenpromenade lädt mit vielseitigen Restaurant- und Caféangeboten zum Spazieren, Erholen und Genießen ein. Wir gehen ein Stück am Wasser entlang und bewundern den Kontrast zwischen historischen Industriegebäuden und gläsernen Bürokomplexen. Alle paar Meter entdecken wir Schiffskräne oder Schwäne, die sich an lauschigen Grachten auf Steinmauern ausruhen und sonnen.

Museum Küppersmühle am Duisburger Innenhafen

Museum Küppersmühle am Duisburger Innenhafen

Kulturinteressierte finden hier eindrucksvolle Museen in den umgebauten alten Speichergebäuden. 1991 zog das “Kultur- und Stadthistorische Museum” an den Duisburger Innenhafen. Hier verbindet sich anschaulich Duisburgs Vergangenheit mit der Gegenwart. Das Areal des Museums „Küppersmühle“ wurde als stadtprägende Kulisse erhalten und neu nutzbar gemacht. Das erste Gebäude an dieser Stelle wurde 1860 durch die Gründung eines Mühlenbetriebes errichtet. 1972 wurde die „Küppersmühle“ dann stillgelegt und schließlich 27 Jahre später als Museum mit 3600 m² Ausstellungsfläche für moderne Kunst wiedereröffnet. Schräg gegenüber, auf der anderen Hafenseite, erspähen wir das Explorado Kindermuseum, welches auf drei Etagen eine große Mitmachausstellung für Kinder zwischen zwölf und vier Jahren anbietet. Auf 3.000 qm können Kinder hier spielerisch lernen, forschen und experimentieren. Das Explorado Duisburg ist damit eines der größten Kindermuseen in Deutschland und Europa. Welche kulturellen Highlights uns sonst noch im und um den Duisburger Innenhafen erwarten, erfahren wir von Herrn Kötteritzsch von der Kontor GmbH, die seit vielen Jahren Open-Air-Veranstaltungen in Duisburg betreut.

4 Fragen an Herrn Kötteritzsch von der Duisburg Kontor GmbH zum ständigen Wandel des Wirtschaft- und Kulturorts Duisburg

1. Kulturinteressierte finden im Duisburger Innenhafen eindrucksvolle Museen in umgebauten, alten Speichergebäuden. Außerdem locken zu jeder Jahreszeit eine Vielzahl an Festen und Events zahlreiche Besucher*innen zum ehemaligen Hafen- und Handelsplatz. Sind derzeit weitere kulturelle Projekte durch die Duisburg Kontor GmbH in Planung? Welche regulären Veranstaltungen können Sie empfehlen?

In unseren beiden Gesellschaften (Duisburg Kontor und Duisburg Kontor Hallenmanagement) werden unter anderem die zahlreichen touristischen Aktivitäten der Stadt Duisburg, sowie die meisten Veranstaltungen gebündelt. Wir wollen damit auch ein Stück “Pulsschlag” unserer liebenswerten Stadt sein, wollen dazu beitragen, dass den Bewohner*innen, aber auch den zahlreichen Gästen, viel von Duisburgs Attraktivität bewusst wird. Das Duisburg Kontor ist Duisburgs größter Open-Air-Veranstalter und deckt mit annä­hernd 3.000 Marktveranstaltungen in jedem Jahr und zahlreichen Sonderveranstal­tungen, von der Beecker Kirmes bis zum Weihnachtsmarkt, das gesamte Stadtgebiet ab. Gleichzeitig sind hier auch die größten Duisburger Veranstaltungslocations, wie z.B. die Mercatorhalle Duisburg, die Rheinhausen-Halle, die Glückauf-Halle und der Landschaftspark Duisburg-Nord, abgebildet, um sowohl den Veran­staltern als auch den Gästen den bestmöglichen Informationsservice aus einer Hand zu bieten. Einen umfassenden Überblick über Events in Duisburg bietet duisburglive.de, der von Duisburg Kontor betriebene Online-Eventkalender.

2. Im Laufe der vergangenen Jahre hat die Duisburg Kontor GmbH im Rahmen ihrer unterschiedlichen Geschäftsbereiche und Veranstaltungen zahlreiche erfolgreiche Kooperationen vereinbart. Welche Rolle spielen diese Kooperationen bei der Planung zukünftiger Veranstaltungen und für die Stadtkultur Duisburgs?

Kooperationen spielen in der Event- wie auch Tourismus-Branche eine elementare Rolle. Im Idealfall sucht und findet man Partner, mit denen man Projekte passgenau zum Erfolg führt. Ein wunderbares Beispiel ist der Duisburger Weihnachtsmarkt. Hier haben wir die Stadtwerke Duisburg als Namensgeber der Stadtwerke-Eislaufbahn gesucht und gefunden. Für beide Partner (Veranstalter = Duisburg Kontor) und Namensgeber (Stadtwerke) entstehen Mehrwerte und Synergien und das inzwischen seit gut 10 Jahren.

3. Die Homepage www.duisburgkontor.de informiert über die zahlreichen Veranstaltungen, die Wochenmärkte, den Landschaftspark Duisburg-Nord und möchte zukünftige Besucher*innen animieren, die sonstigen Veranstaltungsstätten aktiv zu nutzen. Welcher Tourismusservice wird außerdem für Städtereisende angeboten?

In der Tourist Information der Stadt Duisburg, die von der Duisburg Kontor GmbH betrieben wird, werden Städtereisende umfangreich beraten. Hier sind außerdem Duisburg Souvenirs und Veranstaltungstickets erhältlich. Es gibt eigene Printprodukte in Form von Broschüren und Flyern, die sich den unterschiedlichen Themengebieten des Städtetourismus widmen und die über verschiedene Vertriebswege (über die Tourist Information, über Messen, Veranstaltungen, als Download) den Touristen zur Verfügung gestellt werden.  Es gibt zahlreiche Führungen und Pauschalen für Städtereisende. Hotelbuchungen sind digital und analog möglich.  Auf duisburg-tourismus.de können sich Interessierte über das touristische Angebot der Stadt Duisburg informieren. Auch bei den sozialen Medien (facebook, Twitter, Instagram) gibt es eigene touristische Kanäle von Duisburg Kontor, die über touristische Themen aus Duisburg informieren.

4. Was ist Ihr kultureller Lieblingsort im Emscher Landschaftspark?

Mein persönlicher Lieblingsort am Emscher Landschaftspark ist der Landschaftspark Duisburg-Nord. An dem Ort fasziniert mich, dass hier Duisburger Geschichte und Gegenwart wie an kaum einem anderen Ort aufeinandertreffen. Die Tatsache, dass ein ehemals industriell genutztes Areal in eine Freizeit-, Sport- und Eventlocation umgewandelt wurde und dabei einen derart einzigartigen Charme entwickelt hat, fasziniert mich sehr.

Blick auf den Duisburger Innenhafen und die "Five Boats"

Blick auf den Duisburger Innenhafen und die “Five Boats”

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Kötteritzsch und laufen etwas weiter die Hafenpromenade entlang. Am Ende überqueren wir die Fußgänger- und Autobrücke „Am Innenhafen“. Von hier aus bietet sich uns ein besonders für die Stadtgeschichte Duisburgs charakteristischer Anblick. Der Yachthafen funkelt zu Füßen der spektakulären modernen Architektur der Five Boats“, ein Bürokomplex mit fünf sechsgeschossigen Baukörpern in Schiffsform. Vorgabe für das vom britischen Architekten Nicholas Grimshaw entworfene gläserne Wellaluminiumgebäude war es, möglichst vielen Büros eine Anbindung an das Wasser mit entsprechender Aussicht auf den Innenhafen zu ermöglichen. Ein Stückchen weiter dahinter können wir auch das Schwanentor, eines der ersten vier Stadttore Duisburgs, erkennen. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist am Schwanentor noch ein Turmrest erhalten. Unterhalb der Brücke befindet sich der Steiger Schwanentor, der gegenwärtig als Anleger für Fahrgastschiffe genutzt wird.

Teil des Duisburger Hafenlebens sind jede Menge regelmäßige Aktivitäten, die sich auf und neben dem Wasser abspielen. Im Sommer ist die Drachenboot-Fun-Regatta mit 170 Mannschaften und 3.500 Teilnehmer*innen die „Größte“ der Welt und steht im Guinness-Buch der Rekorde. Das Duisburger Kinderkulturfestival leistet seit 1998 einen unverwechselbaren Beitrag zur Förderung künstlerischer und kreativer Fähigkeiten von Kindern und der Marina-Markt hat für Wochenmarktfans einiges an Kunsthandwerk und Gastronomie zu bieten. Spektakulär ist auch immer wieder die ExtraSchicht (Nacht der Industriekultur), bei der es ein facettenreiches Programm an Kunst, Kultur und Musik rund um ehemalige Industriegelände gibt. Als einer der 25 Ankerpunkte auf der Route der Industriekultur lässt sich der Duisburger Innenhafen auch über den Emscher Park Radweg sehr gut besichtigen.

Wo früher gemahlen, befördert und angeheuert wurde, eilen die „Hafenarbeiter*innen“ heute ins Büro oder binden sich die Kochschürze um. Statt mächtiger Lastkähne liegen schnittige Sportboote vor Anker. Restaurantgäste genießen am Ufer ihren Kaffee und auf der Promenade drehen Jogger*innen ihre Runden. Der Duisburger Innenhafen präsentiert sich uns als modernes Arbeits-, Wohn- und Freizeitviertel mit stilvoll in Szene gesetzter Industriearchitektur. Seit über 100 Jahren ist der Duisburger Innenhafen ein Handelsplatz, an dem wirtschaftliche Impulse gesetzt werden und ein Kulturort an dem wegweisend in die Zukunft investiert wird. Hier präsentiert sich uns, in nur fußläufiger Entfernung von der Duisburger City, Erholung, Unterhaltung und erstklassiger Genuss in der Ruhrmetropole.