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Emscherlandschafts Park
Strukturwandel auf der Kokerei Hansa/Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Strukturwandel auf der Kokerei Hansa/Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Kokerei Hansa - Maschinenhalle

Kokerei Hansa – Maschinenhalle

Wie sieht eure Metropole Ruhr heute aus? Zechen, Fördertürme und Kokereien haben früher das Bild des Ruhrgebiets geprägt. Doch nach dem Ende der Epoche der Schwerindustrie schwindet dieses Bild immer mehr. Der Strukturwandel greift ein und die alten Industriebauten werden in Museen oder Veranstaltungsgebäude umgewandelt. Auch die Kokerei Hansa in Dortmund Huckarde macht den Strukturwandel erfolgreich mit. Die Großkokerei wurde 1928 in Betrieb genommen und bezog die Kohle aus der benachbarten Zeche Hansa. Der gewonnene Koks und das bei der Produktion entstandene Gas wurde an Hüttenwerke weiterverkauft. Die Kokerei steht seit 1998 größtenteils unter Denkmalschutz und nahm als Teil der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ an einer Bewerbung zum UNESCO-Welterbe teil. Besonders stark für den Strukturwandel der Kokerei Hansa ist die Stiftung für Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur verantwortlich. Die Kokerei Hansa ist Ankerpunkt der Route der Industriekultur und über den weitläufigen Fuß- und Radweg erreichbar.

 

Kokerei Hansa

Kokerei Hansa

Vier Fragen an die Geschäftsleiterin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur Frau Ursula Mehrfeld:

Wie gestaltet sich das Aufgabenfeld der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur?

Unser Geschäft ist die Industriedenkmalpflege. Wir haben außer der Kokerei Hansa auch noch 13 andere Standorte in NRW. Unser Auftrag ist es die Industriedenkmale baulich zu sichern, zu sanieren, in Stand zu setzen und natürlich öffentlich zugänglich machen. Außerdem erforschen wir die Industriegeschichte der Standorte und etablieren neue Nutzung.

Was ist das Besondere an der Arbeit im Emscher Landschaftspark, insbesondere an der Arbeit am Standort der Kokerei Hansa?

Das Besondere ist, dass wir durch die Etablierung des Emscher Landschaftsparks und der Route der Industriekultur Teil eines Netzwerkes sind. Insbesondere durch die touristische Aufwertung und den Informationsdienst des Regionalverbands Ruhr, der hinter den Ankerpunkten steht, profitieren wir sehr. Durch Öffentlichkeitsarbeit mit Printmedien, im Internet und der Möglichkeit Veranstaltungen, wie zum Beispiel Picknick unter freiem Himmel, durchführen zu können, wird die Aufmerksamkeit auf die Kokerei Hansa in Dortmund weiterhin gestärkt. Außerdem achten wir in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr auf die qualitative Erhaltung von touristischen Werten, wie das gepflegte Erscheinungsbild und Standards, wie Sitzmöbel für die Besucherinnen und Besucher.

Wie ist Ihre Einschätzung zur heutigen Identifikation mit der Industriegeschichte der Metropole Ruhr?

Kokerei Hansa

Kokerei Hansa

Wenn man aus einer Arbeiterfamilie stammt, identifiziert man sich so lange, wie die Eltern oder Verwandten, davon erzählen. Irgendwann wird das natürlich immer weniger und schleicht langsam aus. Ich bin davon überzeugt, dass diese aktive Erinnerungskultur ohne die Monumente der Schwerindustrie in Zukunft nicht auskommt. Ohne die Pflege der Stätten der Arbeit, als Landmarken oder als Orte, die man jetzt umwandelt, würde die Industriegeschichte der Metropole Ruhr verloren gehen. Durch Freizeittourismus oder durch Museen bekommen die Stätten eine ganz neue Bedeutung. Die Erinnerungskultur wird durch Arbeit verschiedener Institutionen aufrecht erhalten. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und viele andere Institutionen, wie beispielsweise die Stiftung Zollverein oder der Regionalverband Ruhr tragen zur Förderung der Industriekultur bei. Nur die Pflege und Erhaltung der Stätten der Arbeit, hält die Epoche der Schwerindustrie in der Metropole Ruhr am Leben.

Hält die Stiftung Angebote für Besucherinnen und Besucher bereit?

Kokerei Hansa

Kokerei Hansa

Wir haben alle möglichen Angebote für Besucherinnen und Besucher: Wir bieten offene und  gebuchte Führungen an – Altkokerführungen, Nachtlichtführungen, spezielle Kinderführungen oder Fotoführungen. Außerdem finden auf unserem Gelände oft öffentliche Veranstaltungen statt, wie die ExtraSchicht,  StreetFood Festivals, Open-Air Kino oder ein Picknick unter freiem Himmel. Darüber hinaus haben wir uns auf die Fahne geschrieben, insbesondere für den Standort der Kokerei Hansa, verstärkt im Stadtteil bezogen zu arbeiten. Wir laden die Menschen, die hier im Stadtteil wohnen zur Kokerei Hansa ein. Das tun wir vorwiegend über Jugendprojekte in Kooperation mit den öffentlichen Schulen. Origineller Kunst- und Technikunterricht findet auf unserem Gelände statt. Uns ist es ein großes Anliegen, dass über Jahre Kinder und Jugendliche hierher kommen und Unterricht in ganz besonderer Form erleben können. Momentan haben wir einen Jugendforscher beauftragt, um heraus zu finden, was die Kokerei Hansa für junge Menschen noch attraktiver machen könnte.

Zudem werden beispielsweise die Kletterhalle Bergwerk, der Deusenberg, das Nahverkehrsmuseum und viele mehr in einem gemeinsamen Verbund mit der Kokerei Hansa durch das Hansa Revier Huckarde kommuniziert.

Hier kannst du aktiv die Kokerei Hansa mitgestalten:

Du hast kreative Ideen, wie die Zukunft der Kokerei Hansa gestaltet werden könnte? Du kannst dir weitere Freizeitaktivitäten auf dem Gelände vorstellen? Nimm dir doch kurz Zeit, um an der Online-Befragung der Stiftung der Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur teilzunehmen und deine eigenen Vorstellungen einzubringen. http://bit.ly/kokerei

Außerdem veranstaltet die Stiftung einen Zukunfts-Workshop für Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre ganze Phantasie ausleben und ihre eigenen Zukunftsvorstellungen zur Gestaltung der Kokerei Hansa einbringen. Melde dich bei kueperauras@industriedenkmal-stiftung.de zu dem Workshop an.

Begeistert von der Arbeit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und der Kokerei Hansa im Emscher Landschaftspark sind wir uns sicher, dass wir bald an einer der zahlreichen Führungen teilnehmen werden und den beeindruckenden Ankerpunkt der Route der Industriekultur wieder besuchen werden.