Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Rund um die Forststation Rheinelbe – Ein Gespräch mit dem Förster

Rund um die Forststation Rheinelbe – Ein Gespräch mit dem Förster

Forststation Rheinelbe

Forststation Rheinelbe

Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, was ein Förster in der Metropole Ruhr so für Aufgaben hat? Genau das und viel mehr hat uns Oliver Balke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW erklärt, als wir ihn besucht haben. Der Förster arbeitet mit einem Mitarbeiter auf der Forststation Rheinelbe in Gelsenkirchen. Etwas abseits vom Trubel der Stadt liegt diese Forststation und der dazugehörige Industriewald, welcher im Rahmen der Internationalen Bauaustellung (IBA) entstanden ist. Neben den Büros des Försters ist hier auch genug Platz für Seminar- und Tagungsräume für hauseigene Veranstaltungen und auch zum Vermieten. Die Forststation Rheinelbe ist kaum mit anderen Forstämtern in Nordrhein-Westfalen zu vergleichen, denn sie befindet sich auf insgesamt 13 ehemaligen Bergbaugebieten und Industriebrachen. Hier hat die Natur sich seit wenigen Jahrzehnten ihren Platz wieder zurückgeholt und besonders im Frühling und Sommer ist es ein Paradies für Naturliebhaber.

Emscher Park Radweg

Emscher Park Radweg

Bei einem kleinen Spaziergang mit Oliver Balke und seiner Hündin Aika erklärt uns der Förster, was das Besondere an der Arbeit in dem Industriewald im Emscher Landschaftspark ist. Wirklich erstaunlich finden wir, dass es hier gar nicht darum geht den Wald wirtschaftlich zu vermarkten. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall. Der Wald soll geschützt werden und die Möglichkeit bekommen, sich auf natürliche Weise zu entwickeln. Vereinzelt können wir ältere Bäume entdecken, die auf dem ehemaligen Zechengelände gepflanzt wurden. Doch hauptsächlich ist das Gesamtbild des Waldes eher jung, da sich der Wald die Region erst seit wenigen Jahrzehnten zurückerobern kann. Doch was genau sind denn die Aufgaben eines Försters? In diesem speziellen Forstgebiet steht der Natur- und Umweltschutz besonders im Vordergrund. Nur wenn ein Baum wirklich krank oder abgestorben ist, wird in das Bild des Waldes eingegriffen. Außerdem übernimmt der Förster hier die vorsichtige Pflege von Fuß- und Radwegen auf dem 36 Hektar großen Gebiet. Über das Gelände führt beispielsweise der gut besuchte Emscher Park Radweg. Dieses weitläufige Fuß- und Radwegenetz verbindet viele Sehenswürdigkeiten im Emscher Landschaftspark. Auch wir machen einen kurzen Abstecher zum Emscher Park Radweg und sehen viele Leute auf Fahrrädern oder bei einem Spaziergang mit ihrem Hund. Von hier aus kann man gut das UNESCO-Welterbe Zollverein und die Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe besuchen.

Froschtümpel Forststation Rheinelbe

Froschtümpel Forststation Rheinelbe

Neben dem Schutz der Industrienatur geht es bei der Arbeit von den Förstern auch um den Menschen. Wichtig für ihn ist, dass die Natur und der Mensch im Wald gleichberechtigt sind. Deswegen nimmt er auch bei Fragen oder Konflikten zwischen Nutzern des Waldes eine moderierende und vermittelnde Haltung ein. Oliver Balke erzählt uns begeistert von seinen Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Umweltbildung. Die Umweltbildung ist hier von großer Bedeutung, denn die Forststation hat sich zum Ziel gesetzt besonders Kindern die Natur näherzubringen. Bei Kindergärten und Grundschulen ist das Angebot sehr beliebt, denn hier geht es nicht einfach nur darum Sachunterricht im Freien zu machen. Die Kinder können sich hier körperlich ausleben und sammeln erlebnisorientierte Erfahrungen an der frischen Luft. Oliver Balke erzählt uns, dass viele Kinder aus der Metropole Ruhr sehr selten oder noch nie im Wald waren. Dementsprechend begeistert sind sie dann von dem tollen Angebot an der Forststation. Hier können die Kinder die Natur ganz neu kennenlernen. Von der Waldrutsche, dem Bienenstand über den Froschtümpel bis hin zur Ameisenstraße ist hier ganz viel zu entdecken und spielerisch zu erlernen. Besonders Wert wird darauf gelegt, dass die Kinder Erfahrungen sammeln, die sie vom Wald begeistern und ihnen ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern.

Skulpturenwald

Skulpturenwald

Bei unserem Spaziergang entdecken wir zwischendurch immer wieder Skulpturen von dem Künstler Herman Prigann. Diese Skulpturen machen den Wald noch attraktiver für Besucherinnen und Besucher und verbinden die Geschichte des Ortes mit der Natur.

Wir genießen die Sonnenstrahlen und die frische Luft an diesem schönen Herbsttag. Heute haben wir sehr viel Interessantes über den Industriewald erfahren und das Berufsbild des Försters kennengelernt. Dieser Beruf ist wirklich vielseitig und bereitet dem Förster sichtlich viel Spaß. Nach diesem tollen Tag an der frischen Luft, sind wir begeistert von der Arbeit der Forststation Rheinelbe und freuen uns schon auf unseren nächsten Besuch im Emscher Landschaftspark.