Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
OLGA-Park und Siedlung Eisenheim in Oberhausen

OLGA-Park und Siedlung Eisenheim in Oberhausen

Grüne Trasse OLGA-Haniel OLGA-Park Oberhausen

Grüne Trasse OLGA-Haniel
OLGA-Park
Oberhausen

Die Industriebrache der ehemaligen Zeche und Kokerei Osterfeld in Oberhausen wandelte sich 1999 zum OLGA-Park. OLGA ist dabei die Kurzform für die Oberhausener Landesgartenschau, die eines der letzten großen Parkprojekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park in der Metropole Ruhr war. Rund 25 Hektar ist der OLGA-Park groß, eine Fläche, in die gut und gerne 35 Fußballfelder passen. Er verbindet heute Stadtviertel, die jahrzehntelang durch die Zeche, die Emscher, den Rhein-Herne-Kanal und die Autobahn A 42 voneinander getrennt waren. Über die sogenannte Tausendfüßlerbrücke und eine weitere interessante Fußgängerbrücke, die die Autobahn A 42, die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal überspannen, gelangt ihr vom OLGA-Park Richtung Süden bequem und einfach direkt zum CentrO, zur Heinz-Schleußer-Marina und zum Gasometer Oberhausen, einem der 25 Ankerpunkte der Route der Industriekultur. Und von dort ist es nicht mehr weit zum RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark Haus Ripshorst, zur Brache Vondern, zum Gleispark Frintrop und zu weiteren spannenden Erlebnisorten im westlichen Emscher Landschaftspark. Im Norden führt euch die Grüne Trasse OLGA-Haniel, eine ca. 5 km lange ehemalige Güterbahntrasse und heute ein bequemer Rad- und Wanderweg, am Volksgolfplatz Jacobi vorbei direkt zur Halde Haniel in Bottrop.

„Gartenteppich“ mit Blick auf Gasometer OLGA-Park Oberhausen

„Gartenteppich“ mit Blick auf Gasometer
OLGA-Park
Oberhausen

Wir betreten den OLGA-Park bei unserem heutigen Spaziergang im herbstlichen Emscher Landschaftspark durch den Haupteingang an der Vestischen Straße. An die ehemalige Zeche und Kokerei Osterfeld erinnern hier die beiden Torhäuser, der Förderturm sowie das Steigerhaus, die uns als Zeugen der industriellen Vergangenheit und denkmalgeschützte Gebäude der Industriekultur in Empfang nehmen. Im Steigerhaus und Torhaus 1 haben sich mittlerweile neue Unternehmen angesiedelt, im Torhaus 2 befindet sich eine gemütliche Gastronomie, die Speisen und Getränke anbietet und im Sommer ihre Gäste auch in einer lässigen Beach Bar willkommen heißt. Während sich zu unserer linken Seite die ehemalige Kohlenmischanlage und zu unserer rechten Seite der alte Förderturm erheben, ragt vor uns in der Ferne der Gasometer Oberhausen auf. Ein pfeilgerader Wasserlauf mit befestigten Wegen aus Steinplatten führt uns mit Blick auf den Gasometer in den OLGA-Park hinein. Wir schlendern durch diesen sogenannten „Gartenteppich“ an Heckenskulpturen und gestalteten Rasenwellen entlang. Sitzbänke laden zum Entspannen und Verweilen ein. Nach rechts biegen wir schließlich auf den Rundweg ab, der die Form der ehemaligen Gleisanlage symbolisiert und den OLGA-Park erschließt. Der Weg führt an akkuraten Baumharfen entlang, die die ehemaligen Schienen illustrieren und den Gartenteppich queren.

Aussichtsturm „Schwarzes Tor“ OLGA-Park Oberhausen

Aussichtsturm „Schwarzes Tor“
OLGA-Park
Oberhausen

Hinter den Baumharfen erstrecken sich weite Rasenflächen, die zu Picknick, Sport und Spiel einladen. Trotz des grauen Novemberwetters herrscht ein lebendiges Treiben im OLGA-Park: Jogger und Joggerinnen halten sich fit, Radfahrer und Radfahrerinnen machen Halt für einen kurzen Zwischenstopp, Spaziergänger und Spaziergängerinnen vertreten sich die Beine, Hundebesitzer und -besitzerinnen führen ihre Lieblinge aus. Über den Rundweg erreichen wir einen Spielplatz mit Schaukel, Wippe und Rutsche, auf dem sich die jüngeren Parkgäste vergnügen. Von hier sind es nur noch wenige Schritte bis zum „Schwarzen Tor“: Wo früher der Kokskohlenturm stand, erhebt sich heute diese Landmarke, die mit vier Aussichtsplattformen spannende Panoramablicke auf den OLGA-Park bietet. Über eine Rampe, die über einen Wassergraben führt, gelangen wir zur ersten Aussichtsplattform des „Schwarzen Tors“. Weiter geht es über eine Treppe nach oben und nach 54 Stufen haben wir die höchste Plattform erreicht. Eine herrliche Aussicht auf den OLGA-Park und die umliegenden Stadtteile mit CentrO, Gasometer und Knappenhalde erwartet uns. Deutlich erkennen wir von oben die Umrisse der ehemaligen Koksbatterie, auf der das „Schwarze Tor“ errichtet wurde. Der umlaufende Wassergraben versinnbildlicht die Ausmaße der Batterie, dessen Grundfläche über eine begehbare Rampe erkundet werden kann.

Wasserspielplatz OLGA-Park Oberhausen

Wasserspielplatz
OLGA-Park
Oberhausen

Wieder unten angekommen durchqueren wir die ehemalige Koksbatterie per Brücke und Unterführung und gelangen zur gegenüberliegenden Seite des Parks. Hier befindet sich ein großer Matsch- und Wasserspielplatz mit Sandbagger, Pumpen und Wasserrädern, Rutschen, Schaukel, Kletternetzen, Wackelbrücke und vielen weiteren Spielgeräten. Unbedingt empfehlenswert für einen schönen Familienausflug in den Emscher Landschaftspark! Wir schlendern weiter über den Rundweg und schauen uns immer wieder neugierig um. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken: Betonskulpturen und Erddämme erinnern an die Zeche und Kokerei Osterfeld und bieten neue Perspektiven auf den OLGA-Park, gestaltete Rastplätze mit Baumgruppen und Büschen bieten Raum für Picknicks und Pausen, Rasenwellen, raue Hügel und bunte Skulpturen bringen Abwechslung in die strengen Formen der gestalteten Landschaft, Tischtennisplatten, Basketballkorb und ein Beach Volleyball-Feld stehen bereit für Sport und Spiel.

Als wir nach unserem Rundgang durch den OLGA-Park über den „Gartenteppich“ wieder zurück zum Haupteingang schlendern, dämmert es bereits. Gut, dass unsere nächste Station nur einen Katzensprung vom OLGA-Park entfernt liegt: Die Siedlung Eisenheim. Ab 1846 von der Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen in mehreren Bauphasen errichtet, ist die Siedlung Eisenheim die erste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets. Neben den Hüttenarbeitern zogen auch Ende des 19. Jahrhunderts Bergleute hierher. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung stark beschädigt und die zerstörten Häuser nur halbherzig wieder aufgebaut. In den 1970er Jahren sollte die Siedlung schließlich abgerissen werden, aber dank einer der ersten Bürgerinitiativen im Ruhrgebiet konnte die Siedlung durch den kreativen und legendären Kampf der Eisenheimer gerettet und zum Denkmal erklärt werden. Mit ihrer linearen Komposition wirkt die Siedlung Eisenheim wie ein kleiner Mikrokosmos im umliegenden Stadtteil. Den im Karré angeordneten, archetektonisch verzierten Häuser mit ihren hübschen Dachgauben, grünen Türen und weißen Fensterrahmen liegen die ehemaligen Ställe gegenüber. Dahinter erstrecken sich die innenliegenden Gärten. Gerade Gassen und verwinkelte Wege durchziehen die Siedlung. Die Häuser sind liebevoll dekoriert und geschmückt, Tische, Stühle, Bänke und Spielzeug davor deuten an, wie lebendig und gesellig es in der Siedlung Eisenheim häufig zugehen mag.

Siedlung Eisenheim Oberhausen

Siedlung Eisenheim
Oberhausen

Auch hier haben wir auf unserem Spaziergang viel zu entdecken: „Poetische Orte“, die zum Nachdenken anregen, Skulpturen und Installationen, Texttafeln an den Häusern, die vom Leben aus der Siedlung Eisenheim und über die die Sozialgeschichte des Ruhrgebiets berichten. Von der Geschichte der Siedlung Eisenheim, dem Alltag in der „Kolonie“ und den Kampf der Eisenheimer um ihre Siedlung erzählt auch das Museum Eisenheim des LVR-Industriemuseums, das sich im ehemaligen Waschhaus befindet. Die Ausstellung zeigt historische Möbel, Gebrauchsgegenstände und Bilder aus der Siedlung, die den Alltag in der Siedlung deutlich machen. Falls ihr jetzt neugierig geworden seid auf dieses idyllische Stück Geschichte in der Metropole Ruhr und der Siedlung Eisenheim einen Besuch abstatten wollt: Die Siedlung ist auf den öffentlichen Straßen und Gassen frei zugänglich. Denkt aber bitte daran, dass Eisenheim nach wie vor ein Wohngebiet ist und nehmt bei eurem Ausflug bitte Rücksicht auf die Privatsphäre der Bewohner und Bewohnerinnen. :-)