Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Naturerleben, Artenschutz und Umweltpädagogik mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet

Naturerleben, Artenschutz und Umweltpädagogik mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet

Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e.V. (BSWR) kümmert sich mitten im Emscher Landschaftspark um die typische Tier- und Pflanzenwelt in der Metropole Ruhr, um die Artenvielfalt der Stadtbiotope zu erhalten.

Zu den klassischen Aufgaben der Biologischen Station, die zusammen mit mehreren Naturschutzeinrichtungen im Haus Ripshorst in Oberhausen beheimat ist, gehören neben der Schutzgebietsbetreuung unter anderem auch wissenschaftliche und beratende Aufgaben. Das Vereinsgebiet der BSWR erstreckt sich über 500 Quadratkilometer. 1.700 Hektar davon sind als FFH-Gebiete („Fauna-Flora-Habitat-Gebiete“) ausgezeichnet. Ihr habt den Ausdruck noch nie gehört? FFH-Gebiete sind nach speziellen Richtlinien geführte Naturschutzgebiete, die den Lebensraum von Tieren und Pflanzen erhalten sollen. Zu  ihnen gehören der „Heide und Hiesfelder Wald“, die „Ruhraue in Mülheim“, die „Rheinaue Walsum“, „Postwegmoore und Rütterberg-Nord“, der „Köllnische Wald“ und der „Heidesee“ in der Kirchheller Heide”. Des Weiteren befinden sich auf dem Vereinsareal 40 Naturschutzgebiete (insgesamt über 3.500 Hektar) und besonders geschützte Biotope.

Industrie und Natur stehen sich im Emscher Landschaftspark nicht mehr als Feinde gegenüber, sondern bilden in der Verbindung von Industrienatur und Industriekultur eine neue Einheit. Denn die Biodiversität auf Industriebrachen, also das gesamte Spektrum aller Lebewesen, die auf diesen Flächen im Emscher Landschaftspark leben, ist weit größer, als ihr vielleicht zunächst vermuten würdet. Ein zentrales Ziel der Arbeit der BSWR ist es somit auch, die Menschen im Ruhrgebiet über ihre Umgebung und die Umwelt, in der sie leben, zu informieren. Umweltbildung für alle Altersgruppen wird sowohl in der Theorie, als auch im direkten Kontakt mit der Natur angeboten. Ihr könnt unter anderem bei Workshops mitmachen, Vorträge besuchen, euch auf Exkursionen begeben, Fortbildungen machen und euch an Ständen auf Umweltmärkten und Festen informieren.

Was ihr selbst zum Thema Naturschutz beitragen könnt? Der nächste Winter kommt bestimmt… Wir drehen bei kalten Temperaturen die Heizung höher und ziehen uns warm an. Sind wir erkältet können wir zum Arzt oder in die Apotheke gehen.  Aber was machen die wilden Tiere draußen, wenn sie keine Nahrung mehr finden oder verletzt sind? Zusammen mit der Bürgerstiftung Mülheim an der Ruhr hat die BSWR das Projekt „Wildtierhilfe“ ins Leben gerufen. Auf ihrer Internetseite findet ihr die passenden Ansprechpartner für verschiedene Tierarten und Problemfelder (beispielsweise  Aufzucht von „Flaschenkindern“ – hilfsbedürftige einheimische Wildtiere).  Denn man muss einiges beachten, wenn man ein krankes Wildtier findet. Zum einen müssen gesetzliche Richtlinien eingehalten werden, zum anderen brauchen die Tiere eine artgerechte Hilfe. Einen Igel im Wohnzimmer aufzupäppeln ist also keine gute Idee.

Was ihr machen könnt, um die heimischen Tiere im Emscher Landschaftspark im Winter gut und richtig zu schützen, beantwortet euch Tobias Rautenberg von der BSWR im folgenden Interview:

Drei Fragen an Tobias Rautenberg (Dipl. Biogeograph und Wissenschaftlicher Mitarbeiter) von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e.V.:

1. Ist es sinnvoll, Futterhäuser für Vögel aufzustellen? Was muss man dabei beachten?

Bedrohte Vogelarten werden dadurch zwar nicht geschützt, denn die Vögel, die in unseren Gärten leben (zum Beispiel Meisen, Amseln  und Buchfinken) sind gar nicht gefährdet. Dennoch ist es sinnvoll, Futterhäuser aufzustellen. Denn damit schafft man sich quasi ein unmittelbares Naturerlebnis im Garten. Das ist auch erlebnispädagogisch sehr wertvoll, denn dadurch kann der direkte Bezug zur heimischen Natur geschaffen werden.

Aber man muss dabei natürlich beachten, dass die verschiedenen Vögel unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten haben. Da gibt es zum einen die Körnerfresser, denen man gehackte Nüsse und Sonnenblumenkerne bereitstellen sollte. Zum anderen gibt es die Weichfutterfresser, die sich eher mit Haferflocken und Obst begnügen. Wichtig ist jedoch vor allem, dass das Futterhaus frei steht und nicht etwa neben einem Gebüsch, denn dann besteht die Gefahr, dass es zum Angriffsort von Katzen wird. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass die Vögel nicht im Futter sitzen, denn dadurch können Infektionen leichter übertragen werden.

 

 2. Wenn ich einen kleinen Igel finde, kann ich ihn in meinem Garten halten, wenn ich ihm eine Hütte im Garten baue?

Als unerfahrene Person sollte man den Igel nicht mit nach Hause nehmen. Dafür gibt es fast in jedem Ort Auffangstationen oder Menschen, die sich fachlich mit dem Umgang mit Igeln auskennen. Diese können dann entscheiden, ob der Igel vielleicht noch zum Tierarzt muss, oder ob er einfach etwas aufgepäppelt werden kann. Generell kann man den Igeln im eigenen Garten aber Gutes tun, indem man ihnen einen Laubhaufen lässt, den sie als Rückzugsort nutzen können.

 

3. Welche Möglichkeiten habe ich allgemein, um mich für den Tier- und Umweltschutz im Emscher Landschaftspark zu engagieren?

Es gibt von verschiedenen Naturschutzverbänden (z.B. NABU und BUND) Kreisgruppen, die fast in jeder Stadt vertreten sind. Für den Einstieg ist es eine gute Möglichkeit, an Exkursionen der Naturschutzverbände teilzunehmen. Da kann man bei direktem Einsatz gleich sehen, ob einem die Arbeit und das Engagement für die Umwelt gefallen.