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Emscherlandschafts Park
Museen im Emscher Landschaftspark zur Winterzeit

Museen im Emscher Landschaftspark zur Winterzeit

Das Wetter und die Stimmung in der Adventszeit birgt die Suche nach Alternativen für die Freizeitgestaltung – wenn die Temperaturen unter den Nullpunkt sinken oder der Niederschlag in rauen Mengen fällt, ist man glücklich wenn die Metropole Ruhr überdachte Stätten der Kultur anbietet. Anstatt die Tage ausschließlich vor dem Kamin, auf der Couch oder dem Weihnachtsmarkt zu verbringen, locken in nächster Umgebung Museen von internationaler Relevanz.

Im Westen des Emscher Landschaftsparks findet man im Herzen vom Innenhafen Duisburg zwischen moderner Baukunst und Industriekultur das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Ruhrgebiet.

MKM-Treppenhaus-©Edwin-JuranIn einer über hundertjährigen Bäckertradition diente das jetzige Museum Küppersmühle bis 1972 über 60 Jahre als Mühlbetrieb und Getreidelager mit wechselnden Betreibergesellschaften. In den Jahren 1997 – 1999 wurde das Mühlen- und Speichergebäude durch die renommierten Baseler Architekten Herzog & de Meuron im Rahmen der IBA (Internationale Bauausstellung Emscher Park) zu einer dreistöckigen Ausstellungsfläche mit einer Exhibitionsfläche von 3.600 m² umgestaltet und wird seit 1999 als modernes Kunstmuseum betrieben. Das Industriedenkmal im Westen des Emscher Landschaftsparks ist eines der größten deutschen Privatmuseen und birgt abwechslungsreiche moderne und zeitgenössische Kunst. Die auf gut zwei Dritteln der Ausstellungsfläche präsentierte Sammlung Ströher ist mit 1.500 Werken deutscher Nachkriegskunst eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Art und verbindet die thematischen Schwerpunkte der abstrakten Nachkriegskunst sowie der Malerei und Skulptur der 1970er – 1990er Jahre. Das weitere Drittel der Ausstellungsfläche wird mit drei- bis viermal im Jahr wechselnden Ausstellungen bespielt. Bis zum 18. Januar 2015 präsentiert die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. mit Barbara Klemm und Stefan Moses zwei Fotografen die auf unterschiedlichen Wegen (z.B. als Zeit- & Stern-Fotografen und -Reporter) das politische und gesellschaftliche Geschehen innerhalb und außerhalb Deutschlands binnen der Nachkriegszeit auf Zelluloid und Papier festgehalten haben und die deutsche Presselandschaft prägten.

Nachdem man im CentrO Oberhausen Weihnachtsgeschenke für die Familie gekauft oder wieder umgetauscht hat, kann man in direkter Nähe den Shoppingstress abfallen lassen und sich der Kultur widmen.

Museen mit Weitblick

Ein weiteres erstaunliches Museum, welches im Zuge der IBA Emscher Park umgestaltet wurde, ist der Gasometer in Oberhausen. Der zum Ende der 1920er Jahre erbaute und mit 117m Höhe und 347.000m³ Speichervolumen größte Scheibengasbehälter Europas wurde 1988, nachdem er bereits Gichtgas, Koksgas und Erdgas beherbergte, außer Dienst gestellt. Der Gasspeicher wurde in den Jahren 1993 und 1994 zu Europas höchster Ausstellungshalle umgebaut und erlangte spätestens 1999 zum Abschluss der IBA Emscher Park durch die aus 13.000 gestapelten Ölfässern bestehende Installation ‚The Wall‘ von Christo und Jean-Claude internationales Renommee. Der gigantische Raum der Industriekathedrale Gasometer im Emscher Landschaftspark ist seit 20 Jahren eines der ungewöhnlichsten und beeindruckendsten Museen der Welt. Die in 4,20 m Höhe fixierte Gasdruckplatte wird als diametral 20 m messende Bühne genutzt und die angegliederte Stützkonstruktion hält eine Sitztribüne mit 500 Plätzen bereit. Darüber erstreckt sich über 100m leerer Raum bis zum Dach und die als 24-Eck angeordneten Stahlwände werfen den Schall mit einem siebenfachen Echo zurück.

Inmitten des Emscher Landschaftsparks wird bis zum 15. November 2015 in diesem riesigen Raum die weltgrößte Innenraum-Projektion „320° Licht“ der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen gezeigt und gehört thematisch zu der Ausstellung „Der schöne Schein“, welche auf den 3.000 qm² Fläche unterhalb der Gasdruckplatte ausgewählte Meisterwerke der Kunstgeschichte, von ägyptischen Büsten bis zu Gemälden von Picasso, als Vielfalt der Schönheit ausstellt.

Wessen Neugierde noch nicht gestillt und gleichzeitig im Winter wetterfest ist, kann während der Fahrt mit dem gläsernen Aufzug auf das Dach eine neue umwerfende Perspektive des Innenraums gewinnen und danach auf den drei Dachaussichtsplattformen einen unvergleichlichen Ausblick über die Metropole Ruhr genießen.

Damit es den Technikfans und interessierten Kindern unter uns in der Winterzeit warm ums Herz wird und man wortwörtlich Energie tanken kann, sollte man sich im Emscher Landschaftspark auf die Suche machen und wird auf das Museum Strom und Leben im Ruhrgebiet stoßen.

Das Umspannwerk Recklinghausen beherbergt das Museum Strom und Leben und wurde in den Jahren 1927 – 1928 aus mehr als zwei Millionen Ziegeln erbaut. Obwohl die Anlage Ende der 1980er Jahre nicht mehr dem technischen Standard entsprach, entschied sich die VEW (Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen) gegen den geplanten Abriss und für die Restauration der historischen Gebäudesubstanz. Im Zuge dieser Arbeiten von 1991 – 1994 wurde eine moderne und platzsparende Schaltanlage verbaut und im Jahr 2000 durch die Eröffnung des Museum Strom und Leben ergänzt.

Auf den 2.500 qm² Ausstellungsfläche wird die sprunghafte Modernisierung durch die Entwicklung und Etablierung der Elektrifizierung anhand vieler lebensnaher Exponate der Kultur-, Sozial- und Technikgeschichte präsentiert. Neben Exponaten wie einer kompletten historischen Kneipenszenerie, einer Straßenbahn aus dem Jahr 1916 oder einem Wohnzimmer aus den 1980er Jahren mit der dazugehörigen Unterhaltungselektronik werden im historischen Teil des Umspannwerks die Technik der Elektrizitätsverteilung erläutert und in der 2009 eröffneten Fahrzeughalle die historische Dimension der Elektromobiltät aufgearbeitet und gleichzeitig ein Blick in die Zukunft geworfen.

 

Für alle Kulturinteressierten im Emscher Landschaftspark kann man in diesem Zuge die RUHR.TOPCARD empfehlen. Mit dieser Karte erhält man im Umspannwerk Recklinghausen – Museum Strom und Leben und im Gasometer des Ruhrgebiets das gesamte Jahr 2015 einmalig freien Eintritt, wie auch bei weiteren fast 100 Partnern.