Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Mit der App durch den Schleusenpark Waltrop

Mit der App durch den Schleusenpark Waltrop

Der Schleusenpark Waltrop ist eines der beliebtesten und beeindrucktesten Ausflugsziele im Emscher Landschaftspark. Zum Schleusenpark gehören das alte Schiffshebewerk Henrichenburg – heute ein Standort des LWL-Industriemuseums –, die alte Schlachtschleuse, das neue Schiffshebewerk, die neue Schleuse sowie zahlreiche Siedlungen und Betriebseinrichtungen. Das 1889 erbaute Schiffshebewerk Henrichenburg liegt am Dortmund-Ems-Kanal und war über 70 Jahre lang in Betrieb, obwohl 1962 bereits das neue Hebewerk in Betrieb genommen wurde, das noch größere Schiffe fassen konnte. Das alte Hebewerk mit seiner einmaligen Stahlkonstruktion und den Gebäuden verfiel nach seiner Stilllegung, bis der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dieses unvergleichliche Kleinod der Industriekultur im Emscher Landschaftspark restaurieren und erhalten konnte. Mittlerweile gehört das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg zu den 25 Ankerpunkten der Route der Industriekultur in der Metropole Ruhr.

Im Kessel- und Maschinenhaus des LWL-Industriemuseums gewinnt ihr in der Dauerausstellung „Wasserstraßen und Schifffahrt heute“ spannende Einblicke in die Bedeutung und die Leistung der Binnenschifffahrt, insbesondere in die enge Wechselbeziehung von Umwelt und Wasserstraßen, sowie in die Mehrfachnutzung der Wasserstraßen. Anschauliche Modelle von den Bauwerken, die ihr auf dem Gelände „in natura“ entdecken könnt, erklären euch den laufenden und den ruhenden Schiffsverkehr sowie das Heben und Absenken in der Schleuse. Funktionsfähig ist das alte Hebewerk heute leider nicht mehr, aber den grundlegenden Hebevorgang könnt ihr am Neuen Hebewerk beobachten.

Altes Schiffshebewerk im Schleusenpark Waltrop

Altes Schiffshebewerk im Schleusenpark Waltrop

Der Schleusenpark Waltrop bietet euch also viele spannende Stationen, die es zu entdecken gilt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und das Wasser- und Schifffahrtamt Duisburg-Meiderich haben daher gemeinsam eine App entwickelt, mit der der Schleusenpark im Emscher Landschaftspark auch digital zu erkunden ist. Schließlich besitzen ganz viele von uns heutzutage ein Smartphone, warum es also nicht auch für eine Entdeckungsreise nutzen? Die App beinhaltet einen Lageplan, einen Audio-Guide, aktuelle News, zahlreiche Quizfragen und ein Spiel für Kinder.

Den Audio-Guide gibt es in der App in dreifacher Ausführung: für Erwachsene auf Deutsch, für Erwachsene auf Englisch und für Kinder. Bei der Kinder-Führung erklärt Museumsmaskottchen Käpt´n Henri seinem Enkel Jan in einem Hörspiel, wie alles in einem Schiffshebewerk funktioniert. Die App gibt es als Android Version, die ihr ganz einfach vor eurem Besuch im Schleusenpark Waltrop auf euer Handy laden könnt. Wer sich die App nicht herunterladen möchte oder kein Android unterstütztes Mobilgerät besitzt, gelangt über einen QR-Code zur interaktiven Führung. Durch Scannen des QR-Codes an den einzelnen Stationen wird der Audio-Guide im Browser des Smartphones oder Tablets geöffnet. Tipp: Nehmt euch Kopfhörer mit, damit könnt ihr die kurzen Erklärungen noch besser verstehen.

Wir waren einen Tag lang im Schleusenpark Waltrop unterwegs und haben die App für euch getestet. Bei der interaktiven Führung durch den Schleusenpark Waltrop mit dem LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg erkundet ihr 35 verschiedene Stationen, 20 davon befinden sich auf dem Gelände des LWL-Industriemuseums. Ein Lageplan hilft euch mittels GPS bei der ersten Orientierung.

Digitale Führung durch den Schleusenpark Waltrop mit der "Schiffshebewerks-App"

Digitale Führung durch den Schleusenpark Waltrop mit der “Schiffshebewerks-App”

An der ersten Station der digitalen Führung erfahren wir, mit tollem Ausblick auf das imposante alte Schiffshebewerk und den Anleger für das Fahrgastschiff „Henrichenburg“, spannende Geschichten aus der Historie des Hebewerks und wieso und weshalb Schiffshebewerke überhaupt gebaut wurden. Anschließend geht es weiter zur MS Franz-Christian, Station Nummer zwei auf unserer Tour. Bei einer Begehung des historischen Schiffs Franz-Christian erfahren wir interessante Details zum Arbeits-und Lebensalltag einer Familie vor rund 50 Jahren auf einem Binnenschiff. Kaum vorstellbar, dass die Menschen auf so engem Raum zusammen leben konnten. Über die Treppentürme des alten Schiffshebewerks an Station Nummer acht gelangen wir auf die Brücke zwischen den Obertürmen. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick auf die Stahlkonstruktionen des Hebewerks und den Dortmund-Ems-Kanal. Entlang des Oberwassers entdecken wir das einzige noch existierende Dampftankschiff „Phenol“ und lernen an den Stationen elf und zwölf die Geschichte des Polizei- und Feuerlöschboot „Cerberus“ kennen. Am neuen Schiffshebewerk erfahren wir, wie der Hebevorgang in einem Schiffshebewerk funktioniert und wie wichtig diese Bauwerke für den Güterverkehr in unserer Region sind.

Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal von der Brücke zwischen den Obertürmen des Alten Schiffshebewerks

Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal von der Brücke zwischen den Obertürmen des Alten Schiffshebewerks

Fazit: Wir sind begeistert von der App und können euch nur empfehlen, bei eurem nächsten Ausflug im Emscher Landschaftspark den Schleusenpark Waltrop zu besuchen. An jeder Station entlang der spannenden Entdeckungsroute erfahrt ihr per Audio-Guide innerhalb weniger Minuten die wichtigsten Informationen: kurz, kompakt und wirklich gut verständlich. Natürlich könnt ihr auch unabhängig vom Lageplan oder der Reihenfolge der Stationen den Schleusenpark Waltrop erkunden. Die Stationen bauen nicht stringent aufeinander auf, daher könnt ihr ganz nach Belieben eure eigene Route kreieren und selbstständig auf Erkundungstour gehen. Entdeckt das Nebeneinander von Gegenwart und Geschichte mitten im Emscher Landschaftspark!

Übrigens: Der Schleusenpark Waltrop ist über die zahlreichen Verbindungswege im Emscher Landschaftspark ideal mit dem Rad zu erreichen und daher als Ausflugsziel für eine Fahrradtour im Park der Metropole Ruhr sehr zu empfehlen.