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Emscherlandschafts Park
Menschen im Emscher Landschaftspark 2017: Auf der Grenze zwischen Oberhausen und Bottrop – Der Golfclub Oberhausen

Menschen im Emscher Landschaftspark 2017: Auf der Grenze zwischen Oberhausen und Bottrop – Der Golfclub Oberhausen

Der Emscher Landschaftspark bietet mit seinen zahlreichen Grünflächen, vielfältigen Landmarken und abwechslungsreichen Angeboten der Industriekultur eine Vielzahl an Möglichkeiten seine Freizeit attraktiv und erlebnisreich zu gestalten. Doch wie sehen die Menschen in der Metropole Ruhr diese Möglichkeiten? Wie nutzen sie die urbane Kulturlandschaft? Um das genauer zu erfahren,  führen wir regelmäßig Interviews mit Menschen des Ruhrgebiets, die sich besonders für den Emscher Landschaftspark einsetzen, in ihm arbeiten oder ihre Freizeit darin verbringen.

Heute: Golfclubmanager Till Both

Mitten in Oberhausen, unweit der Bottroper Grenze und der Oberhausener Innenstadt, liegt im Stadtteil Osterfeld der Golfclub Oberhausen. Hier überblickt man ganze 40 ha Grünfläche – für alle die sich diese unglaublich große Fläche nur schlecht vorstellen können, hier ein beliebter Vergleich: Ein Fußballfeld ist gerade mal 0,714 ha groß. Für die ansässigen Alt-Osterfelder ist das stets ein willkommener Wandel der Industrienatur: Bis 1974 war hier die Steinkohlezeche Jacobi in Betrieb, erst 1980 folgte der Abriss der übertägigen Zechenanlage. Ende der 90er Jahre entstand schließlich der Volksgolfplatz Jacobi auf dem alten Zechengelände, sowie eine Bezirkssportanlage auf dem angrenzenden Bottroper Gebiet. Heute wird die insgesamt 40 ha große Grünfläche von unzähligen Rad-und Wanderwegen des Emscher Landschaftsparks durchquert. Besonders erwähnenswert sind hier die Grüne Trasse OLGA-Haniel und die zweithöchste Bergehalde Halde Haniel. Ein Paradebeispiel der Industrienatur also, wo nicht nur Golfliebhaber, sondern auch alle anderen Freunde des Emscher Landschaftsparks etwas zu sehen bekommen. Till Both, Clubmanager des Golfclubs Oberhausen, arbeitet hier schon seit 2008 und hat 2014 die Rolle des Clubmanagers übernommen. Mit uns teilt er seine Erlebnisse auf und um den Golfclub Oberhausen und berichtet aus seinem Arbeitsleben im Golfclub im Emscher Landschaftspark.

1) Der Golfclub Oberhausen, ehemals Volksgolfplatz Jacobi, ist nun seit 2000 ein besonderer Erlebnisort im Emscher Landschaftspark. Die Vision Golf zu einem, für jedermann erschwinglichen und attraktiven, Volkssport zu machen, war hier ein ausschlaggebender Motivator. Euer breitgefächertes Angebot für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren ist dabei ein besonderes Merkmal. Wie siehst du die derzeitige Situation der Etablierung des Sports hier in der Metropole Ruhr?

Es ist schon zu erkennen, dass die Zahl der interessierten Kinder und Jugendlichen stetig steigt, auch aufgrund unseres vielfältigen Angebots. Zudem bietet der Golfsport eine gute Abwechslung zum hier im Ruhrgebiet so beliebten Fußball. Golfen ist ein sozialer Sport, man kann sich in der Zeit auf dem Platz miteinander austauschen. Beim Fußball mit dem Torhüter zu sprechen, ist da eher nicht so günstig. Hier im Golfclub ist man immer unter Freunden und gerade unser junges Team sorgt dafür, dass sich auch Kinder und Jugendliche bei uns gut aufgehoben fühlen.

2) Wie passen Golf und Volkssport zusammen? Wie ist euch hier die Vereinbarung gelungen?

Unser Golfclub ist für jeden zugänglich. Bei uns ist es auch möglich ohne den sogenannten Golfführerschein die ersten Schläge zu absolvieren. Außerdem kann man bei uns, im Vergleich zu anderen eher elitären Golfanlagen, das Golf spielen kostengünstig erlernen. Dazu haben wir jeden Sonntag einen Golf Schnuppertag, wo man die ersten Grundlagen erlernen kann. Eine Teilnahme ist sehr zu empfehlen, da dadurch eine gewisse Treffsicherheit und der Spaß am Spiel sichergestellt werden.
Es kommen auch viele Radfahrer und Spaziergänger über die angrenzenden Rad- und Wanderwege zu uns in die kleine Gastronomie, um einen Kaffee zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Im Sommer herrscht hier eine richtige Biergarten-Atmosphäre, was wir sehr schätzen.

3) Ihr richtet auch viele Turniere und Spezialtage z.B. Tiger & Rabbits aus. Wie sieht die Integration der Anlage im nationalen Wettbewerb aus?

Tiger & Rabbits bedeutet, dass Fortgeschrittene mit Anfängern über den Platz gehen und der eine vom anderen lernen kann. So lernt man sich kennen und tauscht sich aus. Wir haben auch verschiedene Teams für verschiedene Altersklassen, allerdings tritt der Wettbewerbsgedanke bei uns eher in den Hintergrund. Bei uns wird Golf als Hobby gesehen und der Spaßfaktor an dem Sport ist uns daher besonders wichtig.

Chipping Green  Golfclub Oberhausen  Oberhausen

Chipping Green
Golfclub Oberhausen
Oberhausen

4) Was macht für dich den Golfclub Oberhausen und seine Anlage so besonders?

Die stadtnahe Lage des Golfclubs Oberhausen ist außergewöhnlich. Viele Menschen kommen noch nach der Arbeit hier vorbei, um eine Runde Golf zu spielen, weil sie keine lange Anfahrt auf sich nehmen müssen. Unsere Anlage ist auch sehr weitläufig, und bietet mit 15 überdachten Übungsstationen bei der Driving Range und zahlreichen weiteren Abschlagplätzen eine Vielzahl an Übungsmöglichkeiten.

5) Gibt es auf dem Gelände des Golfclubs noch besondere Merkmale, welche Vergangenheit der Zeche Jacobi erinnern und die Industriekultur der Region widerspiegeln?

Beim Betreten unserer Anlage können die Besucher auf einer Legendentafel am Eingang die Entstehung des Golfplatzes nachvollziehen. Außerdem kommen die Spieler zu Beginn ihres Spiels auf der 9-Loch Bahn Oberhausen an einer Gichtgasleitung vorbei, die an die Zechenhistorie erinnert. Die Gichtgasleitung diente auf dem Zechengelände früher zum Transport von Gichtgas zum Gasometer. Von dort wurde das Gas mit einer Pufferfunktion zur Beheizung der umliegenden Koksöfen weiter verwendet. Ansonsten ist hier auf Grund des vollständigen Abrisses der Zechenanlage 1980 leider nur wenig erhalten geblieben. Jedoch ist aus meiner Sicht auch die vollständige Neunutzung dieses historischen Zechengeländes ein schönes Merkmal für die Entwicklung der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Wenn auch ihr ins schöne Grün wollt, euch aber noch nicht ganz an den Golfsport herantraut, dann macht doch einen Ausflug in die naheliegende Umgebung des Golfclubs und fahrt zum Beispiel einfach mit dem Rad über die Grüne Trasse OLGA-Haniel. Hier fahrt ihr auf einer fünf Kilometer langen ehemaligen Güterbahntrasse, die einst die Zeche mit der Kokerei Osterfeld und der Halde Haniel verband. Die Halde Haniel bietet euch mit ihrem Amphitheater nach griechischem Vorbild und einer imposanten Kunstinstallation aus über 100 Bahnschienen einen besonderen Anblick. Wenn euch nach einem längeren Fahrradfahrvergnügen ist, dann könnt ihr auch einfach über den Emscher Park Radweg zum Golfclub gelangen. Der Emscher Park Radweg führt über 230 Kilometer von Hamm bis Duisburg quer durch den Emscher Landschaftspark und bietet Ausblick auf die schönsten Highlights der Industriekultur.