Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Ihr seid der Meinung, Kunst lässt sich nur im Museum erleben? Da haben wir einen ganz besonderen Tipp für euch: Zahlreiche imposante Kunstwerke warten im Emscher Landschaftspark auf euch und eure Entdeckungstour. Wir stellen euch hier faszinierende Landmarkenkunst auf den Halden direkt vor eurer Haustür in der Metropole Ruhr vor.

Zu Beginn unserer ersten Kunsttour durch den Emscher Landschaftspark haben wir die Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen besucht. Zwischen heimischem Wald und den Überbleibseln alter Industriebauwerke entsteht am Fuße der Halde eine ganz besondere Atmosphäre entlang der alten Mauerreste. Am Fuße der Halde Rheinelbe entdecken wir die Skulptur „Windwaage“. Die Stahlskulptur gibt bei Wind metallische Geräusche von sich und gehört zu den zahlreichen Installationen des Künstlers Herman Prigann, der auch das Haldenplateau künstlerisch gestaltet hat. Über einen der drei spiralförmigen Wege erreichen wir den Gipfel der Halde Rheinelbe. Dort erwartet uns die Himmelstreppe von Herman Prigann: eine ca. 10 Meter hohe raue Skulptur aus alten Steinblöcken der Kokerei Königsborn. Durch die besondere Stapelung der riesigen Blöcke ist die Form einer Treppe entstanden. Beeindruckend überragt sie ihre Umgebung um knapp 40 Meter und liegt damit 106 Meter über dem Meeresspiegel. Wir machen eine entspannte Pause und genießen an diesem Kunstwerk den fantastischen Ausblick über die Metropole Ruhr.

Unterhalb der Halde Rheinelbe befindet sich der Skulpturenwald. Der Künstler Herman Prigann präsentiert auf diesem ehemaligen Zechengelände verschiedene Skulpturen, die auf den ersten Blick sehr skurril und sonderbar wirken. Er nutzte Holz, Beton und Metall für seine Kunstwerke, die auf diese Weise Kunst, Natur und Industriegeschichte verbinden. Außerdem entdecken wir die „Blaue Grotte“, den ehemaligen Sprengstoffbunker der Zeche Rheinelbe, den Herman Prigann von innen blau ausleuchtete.

Als nächstes führt uns die Kunsttour zur Halde Hoheward in Herten und Recklinghausen, eine der spannendsten Halden im Emscher Landschaftspark am Gelände der ehemaligen Zeche Ewald. Dort erwartet uns eine ganz besondere Erkundungstour. Eine Treppe am Fuße der Halde und der anschließende Haldenbalkon laden uns ein, die Halde Hoheward genauer kennen zu lernen und das Gipfelplateau zu erklimmen. Oben angekommen bietet sich uns ein spektakulärer Blick auf die Metropole Ruhr. Von der 110 Meter hohen und 160 Hektar großen Halde aus können wir den ganzen Horizont beobachten. Das Highlight der Halde Hoheward sind nämlich zwei 45 Meter hohen, sich kreuzende Bögen, die bereits aus weiter Ferne zu sehen sind und das Horizontobservatorium bilden, eine der bekanntesten Landmarken im Emscher Landschaftspark. Eine weitere Landmarke auf der Halde ist die beeindruckende Sonnenuhr. Auf der Sonnenuhr befindet sich ein riesiger Obelisk, der immer den aktuellen Sonnenstand auf dem Boden erkennen lässt. Mit den beiden Beobachtungsstationen ist eine Beobachtung des Sonnenverlaufs möglich. Mit Hilfe dieser imposanten Bauwerke können wir Astronomie selber erleben und verstehen. Hier treffen sich im wahrsten Sinne des Wortes Himmel und Erde!

Die letzte Station unserer Kunsttour führt uns zur Halde Rungenberg in Gelsenkirchen, die durch eine beeindruckende Lichtinstallation den Abendhimmel des Emscher Landschaftsparks erstrahlen lässt. Die 110 Meter hohe Halde ist eine Hinterlassenschaft der Zechen Ewald und Hugo in Gelsenkirchen. Auf dem Haldenplateau erkennen wir zwei pyramidenförmige Spitzen. Auf jedem der beiden Zwillingsgipfel ist ein Scheinwerfer angebracht, dessen Lichtkegel in der Dämmerung und in der Nacht die beiden Gipfel verlängert und zu einer imaginären Haldenspitze verbindet. Diese Installation ist als „Nachtzeichen“ weit bekannt und begeistert nicht nur uns, sondern auch zahlreiche Besucher der Metropole Ruhr. Der Schweizer Architekt Rolf Keller widmete sich der Gestaltung der Halde Rungenberg, während die Künstler Klaus Noculak und Hermann EsRichter die Lichtinstallationen entwarfen. Gemeinsames Ziel war es, mit diesem Kunstwerk die unnatürliche Entstehung der Halde Rungenberg zu unterstreichen. Die Kuppe der Halde ist komplett unbegrünt und betont so ihre künstliche und geometrische Form. Vom Gipfel haben wir einen wundervollen Ausblick über die Stadt Gelsenkirchen, insbesondere auf die Siedlung Schüngelberg, die als eines der Glanzstücke der IBA Emscher Park gilt, das die Sanierung der Altbauten mit einem bemerkenswerten Neubauprojekt verbindet. Ebenfalls auf dem Haldengelände entdecken wir das Kunstwerk „Schienenplateau“. Ein Bodenrelief, das vollständig aus Eisenbahnschienen erbaut worden ist, steht in der Metropole Ruhr als wichtiges Symbol für das wichtigste Transportsystem in der industriellen Entwicklung.

Im Emscher Landschaftspark treffen Kunst und Industrienatur direkt aufeinander!