Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Zum dritten Mal haben wir uns zu Landmarken im Emscher Landschaftspark begeben, um euch von diesen Kunstwerken im regionalen Park der Metropole Ruhr zu berichten und euch zu zeigen, wie cool Kunst auf den höchsten Gipfeln des Ruhrgebiets sein kann – den Halden.

Unser erstes Ziel ist die Halde Haniel in Bottrop, die mit ihren 185 Metern über dem Meeresspiegel am Rande des Köllnischen Waldes gigantisch wirkt: Sie ist die zweithöchste Bergehalde des Ruhrgebiets. Ihren Namen bekam die Halde von der Zeche Prosper Haniel, von der auch das Bergematerial der Halde stammt. Um hinauf auf den Gipfel zu kommen, nehmen wir den Kreuzweg, dessen 15 Stationen den Aufstieg spannender machen und zwischendurch zu einer gemütlichen Verschnaufpause einladen. Bei 156 Metern Höhe angekommen, erblicken wir ein großes Holzkreuz. Es wurde für den Besuch von Papst Johannes Paul ll. aus Grubenholz gefertigt und bei seinem Auftritt am 2. Mai 1987 in Gelsenkirchen präsentiert, zusammen mit dem Altar, der statt mit Kerzen mit Grubenlichtern beleuchtet wurde. Doch das ist noch nicht das Ende unserer Wanderung nach oben. Noch ca. 20 Meter liegen vor uns, bis wir auf dem höchsten Punkt Bottrops stehen. Die nächste Sehenswürdigkeit lässt nicht lange auf sich warten: Auf der Spitze der Halde Haniel stehen in einem Halbkreis angeordnet 105 farbig gestaltete Bahnschwellen, die der baskische Bildhauer Agustín Ibarrola entworfen hat. Diese sogenannten Totems lassen den Kontrast zwischen Industrienatur und Industriekultur im Emscher Landschaftspark neu aufleben. Direkt hinter diesem Kunstobjekt liegt in einem tiefen Kessel die BergArena, ein offenes Amphitheater aus acht Betonringen, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Unsere nächste Station ist Essen. Im Norden der Stadt liegt die Schurenbachhalde, die mit ihrer mondähnlichen Landschaft und der unmittelbaren Nähe zum Rhein-Herne-Kanal mit vielen angrenzenden Themenradwegen eine der beliebtesten Halden der Metropole Ruhr ist. Sie ist 86,4 Meter hoch und seit den 1990er Jahren frei zugänglich. So können wir über eine Treppe an der Ostseite vom Parkplatz zum Haldenplateau gelangen. Oben angekommen werden wir an eine Mondlandschaft erinnert, hervorgerufen durch die etwa 10 ha große gewölbte Oberfläche, auf der keine einzige Pflanze zu entdecken ist. Dafür fällt unser Blick auf ein weiteres Kunstwerk: Die Bramme für das Ruhrgebiet.  Das 15 Meter hohe und 67 Kilogramm schwere Stück Stahl ist vom US-Amerikaner Richard Serra genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Auf den Himmel selbst haben wir einen guten Blick: Viele bedeutende Sehenswürdigkeiten der angrenzenden Städte sind zu erkennen und die gesamte Skyline von Essen. Ein traumhafter Anblick!

Unsere letzte Station auf unserer Tour ist die Halde Beckstraße, ebenfalls in Bottrop. Dort besuchen wir eine der beliebtesten Landmarken im Ruhrgebiet: das Tetraeder. Die Halde Beckstraße selbst ist 120 Meter hoch und wurde von der Zeche Prosper aufgeschüttet. Wir haben die Wahl: Das Haldenplateau ist über einen Serpentinenweg oder über die 387-stufige Treppe „Diretissima“ auf der Südseite zu erreichen. Wir entscheiden uns für die Treppe und kommen ein wenig ins Schwitzen. Oben angekommen sind wir allerdings überwältigt von der schönen Aussicht und dem Panoramablick über die Metropole Ruhr. Und natürlich von dem von Wolfgang Christ entworfenen Stahlgerüst Tetraeder, das die Form einer dreiseitigen Pyramide hat. Der insgesamt 50 Meter hohe Stahlriese kann über Treppen bestiegen werden und bietet drei Aussichtsplattformen – für einen weiten Blick auf das Ruhrgebiet lohnt sich das allemal. Also wagen wir den Aufstieg. Dafür sollte man allerdings unbedingt  schwindelfrei sein. Treppen und Plattformen aus Lochgittern bieten einen freien Blick nach unten, und bei unserem Aufstieg schwanken die an Stahlseilen befestigten Treppen und Plattformen leicht – da kribbelt es durchaus ein wenig im Magen. Von den Aussichtsplattformen bietet sich uns dann der Blick auf weitere Highlights im Emscher Landschaftspark wie dem Gasometer in Oberhausen  und der Halde Hoheward in Herten/Recklinghausen. Wir freuen uns, den Aufstieg gewagt zu haben – für diesen Ausblick hat es sich auf jeden Fall gelohnt! Aber überzeugt euch doch einfach selbst davon bei eurem nächsten Besuch im regionalen Park der Metropole Ruhr. :-)