Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Landmarkenkunst im Emscher Landschaftspark

Der Emscher Landschaftspark lädt uns ein, zahlreiche beeindruckende Kunstwerke auf den Halden in der Region zu erkunden. Wir waren für euch wieder im Emscher Landschaftspark unterwegs, um euch weitere spannende Landmarkenkunst auf den Halden im Park der Metropole Ruhr vorzustellen.

Wir starten unsere Landmarkenkunst-Tour auf der Halde Schwerin in Castrop-Rauxel. Die 24 Meter hohe Halde hat künstlerisch einiges zu bieten: Wir erkunden den beeindruckenden Landschaftsbalkon, das Holzkunstwerk „Sinus Pergola“ und den am Rande der Halde gelegenen Wassertempel, der komplett aus Bergbaumaterialien errichtet wurde. Den Gipfel der Halde Schwerin erreichen wir über eine der vier unterschiedlichen Treppen. Diese vier Treppen bilden das bekannte „Geokreuz“. Die Treppenstufen sind in die verschiedenen Himmelsrichtungen ausgerichtet und zeichnen so die unterschiedliche Beschaffenheit des Ruhrgebiets nach. Das Material der einzelnen Stufen besteht im Norden aus Eisenbahnschwellen und im Süden aus Grubenholz. Diese beiden Treppen symbolisieren die Naturachse. Aus Stahlbrammen besteht die Treppe im Osten. Im Westen setzen sich die Stufen aus Eisenbahnschienen zusammen. Aus diesen beiden Treppen bildet sich die Industrieachse. Durch die Verwendung der verschiedenen Materialien für die Treppen, wird die spannende Geschichte des Ruhrgebiets, die Veränderung der Natur und auch die Erlebnisse der Menschen damals im Bergbau verdeutlicht und widergespiegelt. Sofort musste ich wieder an die Geschichten von meinen Großeltern denken, wie Opa vom Bergbau erzählte und mir alte Bilder zeigte.

Doch der eigentliche Höhepunkt der Halde Schwerin wartet noch auf uns. Während des Aufstiegs über die südliche Treppe aus Grubenholz erkennen wir langsam auftauchende Stahlsäulen auf dem Gipfel. Die 24 Edelstahlsäulen gehören zur „Sonnenuhr“ des Künstlers Jan Bormann. Die Stahlsäulen sind kreisförmig auf dem Plateau angeordnet und haben einen Durchmesser von 16,5 Metern. Ein zur Erdachse verlaufener Stab bildet zusammen mit der 12 Uhr-Stele ein Dreieck und zeigt durch seinen Schattenwurf immer die aktuelle Sonnenzeit an, die wir auch direkt abgelesen haben. Von dem Gipfel der Halde Schwerin haben wir einen wunderbaren Ausblick über die Industrienatur und Industriekultur im Emscher Landschaftspark. Auf dem Plateau sind kleine Tafeln angebracht zur Orientierung. Wir haben uns einfach mal selber getestet, wie gut wir denn unsere Region kennen und haben erstaunlicher Weise die meisten Städte und Landmarken richtig zu geordnet. Wir konnten sogar die Halde Hoheward mit ihren bekannten Horizontobservatorium im Westen erkennen.

Halde Brockenscheidt, Waltrop

Halde Brockenscheidt, Waltrop

Die zweite Station unserer Kunsttour führt uns zur Halde Brockenscheidt in Waltrop, eine der kleineren Halden im Emscher Landschaftspark. Sie überragt ihre Umgebung um 14 Meter und ist umgeben von Wäldern, Wiesen und Feldern. Nach einem kurzen Aufstieg zum Plateau der Halde erkennen wir direkt die Landmarke: den „Spurwerkturm“ des Künstlers Jan Bormann. Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Tetraeder in Bottrop, besteht aber nicht aus Eisen und Stahl, sondern aus Holz. Das Kunstwerk setzt sich aus 1.000 Spurlatten zusammen, die früher dazu dienten, die Fahrkörbe in Bergbauschächten in der Spur zu halten. Von der Aussichtsplattform in neun Metern Höhe haben wir einen fantastischen Blick über die Stadt Waltrop und das Gelände der ehemaligen Zeche Waltrop.

Der Spurwerkturm hat noch ein kleines interessantes Detail: Je nach Standort des Besuchers ändert sich auch das Aussehen des Turms und der Halde, was mit dem einzigartigen und asymmetrischen Aufsatz auf dem Spurwerkturm zusammenhängt. Wir haben das für euch mal getestet: Nach und nach sind wir einmal um den Turm gelaufen, mal ganz nah, mal weiter weg, und haben von jedem Standpunkt ein Foto gemacht. Beeindruckend, wie sehr sich die Ansicht auf die Halde und ihrer Landmarke optisch verändern kann, nur weil wir den Blickwinkel anders gewählt haben. Probiert es auf jeden Fall selbst aus!

Sobald es dunkel wird im Emscher Landschaftspark, erhellen die Strebleuchten am Geländer der Plattform den Spurwerkturm über der Metropole Ruhr. Wir machen eine wohlverdiente Pause in der Sonne und genießen den Ausblick ins Grüne und auf das Kunstwerk.

Halde Großes Holz, Bergkamen

Halde Großes Holz, Bergkamen

Zum Abschluss unserer Kunsttour durch den Emscher Landschaftspark erkunden wir die Halde Großes Holz in Bergkamen, die zweitgrößte Haldenlandschaft in der Metropole Ruhr. Die 92 Meter hohe Halde ist schon aus weiter Ferne zu erkennen und bietet einen Erlebnisraum auf vielen verschiedenen Ebenen und Räumen, der über Jahrzehnte entstanden ist. An der Halde angekommen beginnen wir mit unserem, auf den ersten Blick recht anstrengend wirkenden, Aufstieg. Zum Glück haben wir uns die Sportschuhe angezogen. Sofort fallen uns entlang der Wege die über 8 Meter hohen Leuchttürme auf. Diese symbolisieren den Förderturm der Zeche Monopol und leuchten in der Nacht blau. Sie dienen zur Orientierung und weisen uns den kürzesten Zick-Zack-Weg über die Halde. Die Leuchttürme gehören zum blauen Band des Korridorparks. Dieser Bereich der Halde ist ganz in der Symbolik der Stadt Bergkamen mit der Farbe Blau durchzogen: die blau leuchtenden Türme, die blauen Wegmarkierungen, das blaue Staudenband und die Aussichtsplattform. Von der Bastion, eine beleuchtete und mit Gabionen (mit Blauglas gefüllte Drahtkörbe) eingefasste Aussichtsplattform, haben wir einen beeindruckenden Blick auf das Staudenband, bestehend aus natürlich blau blühenden Pflanzen wie Lavendel, Sommerflieder oder Wiesensalbei. Im Osten der Halde gelangen wir zum Gräserfeld und im Norden schließt sich das Baumplateau an.

Wir folgen weiter den Leuchttürmen über die Serpentinen zum Gipfel und genießen die unvergleichliche Panoramalandschaft bei einer kurzen Pause. Mit der letzten Kraft sind wir oben auf der Adener Höhe angekommen. Dort entdecken wir die Landmarke „Impuls“ von Dirk und Maik Löbbert. Das Lichtkunstwerk von 2010 ist ein Ehrenmal für die Bergleute Bergkamens. Die 33 Meter hohe Lichtstele wird, sobald es dunkel wird, von 14.000 LED erleuchtet, was sogar aus weiter Ferne zu erkennen ist.

Halde Großes Holz, Bergkamen

Halde Großes Holz, Bergkamen

Von hier oben haben wir einen atemberaubenden Ausblick: im Norden blicken wir bis ins Münsterland, nach Osten erkennen wir die Stadt Hamm und im Westen erkennen wir die Türme des Lippekraftwerks Lünen. Diesen Ausblick haben wir natürlich genutzt, um zahlreiche Fotos und Selfies von uns zu machen, wenn wir den anstrengenden Weg schon mal bewältigt haben. Zum Abschluss der Tour haben wir uns noch den romantischen Sonnenuntergang über dem Emscher Landschaftspark angeschaut und die herrliche Ruhe auf der Halde genossen.

Lasst euch selbst von den einzigartigen Landmarken begeistern und genießt das Wechselspiel von Kunst und Industriekultur!