Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Kurzurlaub im Emscher Landschaftspark: Der Seepark Lünen

Kurzurlaub im Emscher Landschaftspark: Der Seepark Lünen

Wenn es euch in diesen warmen Apriltagen in die Sonne und ans Wasser zieht, müsst ihr nicht weit fahren. Denn im östlichen Emscher Landschaftspark könnt ihr den wunderschönen Seepark Lünen entdecken, der sich für einen entspannten Kurzurlaub in der Metropole Ruhr anbietet. Mit seinen großen Liegewiesen, dem Badestrand und dem 9 Hektar großen Horstmarer See bringt er euch garantiert in beste Urlaubsstimmung.

Preußenhafen Lünen

Preußenhafen
Seepark Lünen
Lünen

Wir erreichen Lünen über den Dortmunder Hauptbahnhof, von dem aus wir in zehn Minuten zur Haltestelle „Preußen“ in Lünen fahren.  Wir verlassen den Bahnhof und laufen in Richtung Ortsausgang. Der Seepark Lünen ist bereits nach wenigen Metern ausgeschildert und wir folgen einem gepflasterten Rad- und Fußweg, bis wir schließlich direkt am sogenannten Preußenhafen mit seinem dreieckigen Wasserbecken stehen. Hier ist bereits am Morgen richtig viel los, denn das Thermometer zeigt jetzt schon 20 Grad an und mehrere Grüppchen haben es sich auf der Terrasse des Cafés am Preußenhafen gemütlich gemacht, um die Sonne zu genießen.

Eine Infotafel erklärt uns, dass der Preußenhafen lange Zeit als Industriehafen für die Lüner Schachtanlagen diente. Ein riesiger rostroter Drehkran am Ufer des Beckens erinnert uns an vergangene Zeiten. Denn früher wurden mithilfe des Krahns Güter der Schwerindustrie verladen. Dass hier einst hart gearbeitet wurde, können wir uns nur noch schwer vorstellen, denn seit seiner Stilllegung nach dem Niedergang des Bergbaus ist hier ein Naherholungsort entstanden, der Entspannung und Freizeitspaß garantiert.

Zwei Sportboote dümpeln in der warmen Frühlingsluft am Anleger vor sich hin und wir erfahren, dass der Preußenhafen ein beliebter Wasserwanderrastplatz ist. Im Rahmen des Projekts „SportbootRevierRuhr“ des Landes NRW entstand hier eine Erlebniswelt, in der man auf den über 250 Kilometer langen schiffbaren Kanälen und Flüssen der Metropole Ruhr die verschiedenen Standorte der Industrienatur und Industriekultur vom Wasser aus erkunden kann. Skipper können bis zu 72 Stunden im Preußenhafen anlegen und werden mit frischem Wasser, Strom und allem, was man sonst noch braucht versorgt.

Datteln-Hamm-Kanal Lünen

Datteln-Hamm-Kanal
Seepark Lünen
Lünen

Der Preußenhafen liegt direkt am Datteln-Hamm-Kanal. Vom Hafen aus führt der Kanalweg durch eine Allee mit hohen Baumkronen hindurch geradewegs zum Horstmarer See. Wir genießen die Abkühlung, denn die Allee spendet viel Schatten. Unser Blick wandert nach rechts auf ein Meer aus hellbraunem Schilf, hinter dem nach einigen Metern das erste Mal das Blau des 9 Hektar großen Horstmarer Sees aufblitzt.

Früher befand sich an dieser Stelle die Zeche Preußen. Als Folge des Untertage-Bergbaus entstand ein Bergsenkungsgebiet und damit schließlich der Horstmarer See. 1996 wurde er renaturiert, denn im gleichen Jahr fand auf dem Gelände des Seeparks die Landesgartenschau Lünen statt. Der See ist unterteilt in eine Naturschutzzone im Westen und Süden und in einen wunderschönen weitläufigen Badestrand im Norden und Osten, der an heißen Sommertagen Besucher und Besucherinnen aus der gesamten Metropole Ruhr anzieht.

Horstmarer Loch Lünen

Horstmarer Loch
Seepark Lünen
Lünen

Am Nordufer des Sees haben es sich zwei Angler gemütlich gemacht und links von uns fahren viele Radler und Radlerinnen auf dem Kanalweg an uns vorbei. Wir laufen am Apothekengarten mit seinen vielen verschiedenen Pflanzen und Kräutern entlang, den viele fleißige Gärtner und Gärtnerinnen in Schuss halten, und landen vor der Wegbiegung an einer weiteren Bergsenkung, dem Horstmarer Loch. Hier entstand durch das Absinken von Erdschichten eine Art natürliches Amphitheater, in dem regelmäßig Theater- oder Musikevents stattfinden. An diesen außergewöhnlichen Veranstaltungsort schließen sich große freie Wiesenflächen an, die von Wegen durchkreuzt sind und zum Spaziergang einladen. Wir gehen zurück zum See und machen es uns am Sandstrand gemütlich. Das Wasser ist klar und sauber. Auf der Wiese spielt eine Gruppe Kinder ausgelassen Fangen und reißt uns aus unserer verträumten Stimmung.

Siedlung Ziethenstraße Lünen

Siedlung Ziethenstraße
Seepark Lünen
Lünen

Wir machen uns auf den Rückweg zum Preußenhafen, denn unser kleiner Ausflug geht von hier aus noch weiter. Beim Hafenbecken angekommen folgen wir dem ausgeschilderten Weg der Route der Industriekultur, der uns bis zur Bergarbeitersiedlung Ziethenstraße führt. Hier reihen sich 52 rötliche Ziegelbauten aneinander, die in 3 Querstraßen angeordnet sind. Damals haben sie rund 1.000 Bergleuten der nahegelegenen Zeche Preußen und ihren Familien ein Zuhause geboten. Uns gefällt die kleine Siedlung mit den vielen grünen Platanenreihen und niedlichen Vorgärten. Was wir jedoch heute als modernisierte gemütliche Häuser wahrnehmen, war um 1898 noch in einem ganz anderen Zustand. Wusstet ihr, dass in einem Haus bis zu vier Familien untergebracht wurden? Auf der Rückseite der Häuser befanden sich damals noch Stallgebäude und bis in die 1950er Jahre Toilettenhäuschen, die sich jeweils zwei Familien teilen mussten. 1989 kam es dann endlich zu einer umfassenden Sanierung der gesamten Siedlung durch die Landesentwicklungsgesellschaft NRW. So konnte die schöne Siedlung mit historischem Erbe erhalten bleiben, um uns heute noch einen ganz besonderen Einblick  in das „Leben in der Kolonie“ zu geben.
Übrigens: Wenn ihr gerne auf eurer nächsten Fahrradtour dem Seepark Lünen einen Besuch abstatten wollt, habt ihr mehrere Möglichkeiten, einfach und bequem dort hin zu gelangen. Der Seepark ist direkt an den Radfernweg Römer-Lippe Route sowie an den Emscher Park Radweg und den Seseke–Weg angebunden, über die ihr den Emscher Landschaftspark wunderbar erkunden könnt. Außerdem führt euch die 4,9 Kilometer lange Gneisenau-Trasse von Dortmund-Derne durch Lünen-Süd bis zum Preußenhafen.