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Emscherlandschafts Park
Kunst und Kultur im Emscher Landschaftspark: Museum Strom und Leben im Umspannwerk und Stadthafen Recklinghausen

Kunst und Kultur im Emscher Landschaftspark: Museum Strom und Leben im Umspannwerk und Stadthafen Recklinghausen

Umspannwerk Recklinghausen

Umspannwerk
Recklinghausen

Heute geht es für uns in den mittleren Teil der Metropole Ruhr, und zwar nach Recklinghausen. Genauer gesagt nach Recklinghausen-Süd. Wir besuchen nämlich das Museum Strom und Leben im Umspannwerk Recklinghausen, das zu den Ankerpunkten der Route der Industriekultur gehört. Das Museum liegt direkt an der Emscher, nebenan befindet sich der Stadthafen Recklinghausen am Rhein-Herne-Kanal.

Das Umspannwerk Recklinghausen-Süd wurde von den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalens (VEW) errichtet und im Jahr 1928 eröffnet. Aufgrund seiner Lage wurde es übrigens aus Backstein gebaut, da sich durch die Einflüsse von Emscher und Kanal erschwerte Umweltbedingungen ergaben, die ein robustes Gebäude bedurften, um Kurzschlüsse aufgrund von Luftverschmutzung und Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Ende der 1980er Jahre stand das Umspannwerk kurz vor dem Abriss, da es nicht mehr den technischen Anforderungen entsprach. Trotzdem entschieden sich die VEW gegen den Abriss und für eine Restauration des Gebäudes. Im Rahmen der Umbauarbeiten zwischen 1991 und 1994 wurde das Werk aufgerüstet und ist heute nicht nur eine moderne Umspannanlage, sondern auch Baudenkmal und technisches Denkmal. Zum Glück, sonst könnten wir diesen wichtigen Ankerpunkt der Route der Industriekultur heute gar nicht mehr besichtigen.

Aber das ist auch noch nicht alles: Seit 2000 beherbergt das Umspannwerk das RWE-Museum „Strom und Leben“, in dem auf 2.500 qm Ausstellungsfläche die Geschichte der Elektrifizierung dargestellt wird. Ihr könntet euch ein Leben ohne Strom gar nicht vorstellen, oder? Dabei war dies ganz alltäglich für die Menschen vor 150 Jahren. Erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts begann der elektrische Strom immer mehr in alle Lebensbereiche vorzudringen und für uns unersetzbar zu werden. Und genau da setzt das Museum „Strom und Leben an. Es stellt die Entwicklung der letzten 150 Jahre exemplarisch und anschaulich dar. Die Zeitreise durch die Kultur-, Sozial- und Technikgeschichte ist eine spannende Unternehmung für alle Altersgruppen. Besonders gut gefällt uns der Reutlinger Triebwagen, eine über 100 Jahre alte Straßenbahn. Wie spannend, ein historisches Fahrzeug so ganz nah vor sich zu sehen.

Stadthafen, Rhein-Herne-Kanal, Recklinghausen

Stadthafen
Rhein-Herne-Kanal
Recklinghausen

Nachdem wir uns die Dauerausstellung im Museum Strom und Leben ausgiebig angeschaut haben, machen wir uns auf den Weg zum Stadthafen Recklinghausen. Vom Museum führt eine kleine Brücke über die Emscher direkt zum Hafen, ein kurzer Spaziergang von wenigen Minuten. Wir betreten die Brücke, bleiben kurz oben stehen, machen ein paar Fotos und genießen die Atmosphäre in diesem Teil des Emscher Landschaftsparks. Hinter der Brücke können wir schon den Stadthafen erblicken. Hier findet ihr eine richtig coole Beachbar mit Liegestühlen und dem historischen Hafenkran, in der ihr euch im Frühjahr und im Sommer am Sandstrand wunderbar entspannen könnt. Also direkt schon mal vormerken für die ersten schönen Frühlingstage! Falls ihr euch übrigens fragt, wie ihr zum Umspannwerk und zum Stadthafen Recklinghausen kommt: Das Areal ist direkt an Emscher Park Radweg und Emscher Weg angeschlossen und somit ganz einfach und bequem mit dem Fahrrad zu erreichen.

Die nächste Station auf unserem kleinen Spaziergang ist das Kunstwerk „Glück auf! Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“, ein Wandmosaik auf einem Faulturm, das sich ganz in der Nähe des Stadthafens auf der ehemaligen Kläranlage Herne befindet und im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010 entstanden ist. Gestaltet von der Künstlerin Silke Wagner zeigt das Mosaik, wie der Name schon sagt, die Bergarbeiterstreiks der letzten 120 Jahre im Ruhrgebiet. Aber macht euch doch selbst ein Bild davon und besucht dieses eindrucksvolle Kunstwerk im Emscher Landschaftspark.

Bilder am Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Recklinghausen

Bilder am Kanal
Rhein-Herne-Kanal
Recklinghausen

Der künstlerisch gestaltete Faulturm ist natürlich nicht das einzige Kunstwerk an Emscher und Kanal. Am Stadthafen haben wir bereits ein Tableau von Bernd Zamel entdeckt, das zur Freiluftausstellung „Bilder am Kanal – Ein künstlerisches Leitsystem entlang des Rhein-Herne-Kanals“ gehört, die im Rahmen des Projekts KulturKanal entstanden ist. Die Ausstellung umfasst 15 dieser großen Tafeln entlang des Kanals von Duisburg bis Waltrop.

Fazit des Tages: Wir fanden es hier in Recklinghausen und Herne super interessant und lehrreich und freuen uns schon auf unseren nächsten Ausflug im Emscher Landschaftspark! :-)