Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Künstlerische Landmarken im Emscher Landschaftspark

Künstlerische Landmarken im Emscher Landschaftspark

Die Vielseitigkeit der Metropole Ruhr umfasst Menschen, Natur, Industriekultur und Kunst. Ehemalige Industriestätten sind zu attraktiven Ausflugszielen und Freizeiträumen gestaltet geworden. Der Emscher Landschaftspark fasst all diese Angebote zusammen und bietet ein herrliches Erlebnis- und Erholungsgebiet in der Metropole Ruhr. Von faszinierenden Lichtinstallationen bei Nacht bis zu eindrucksvollen Kunstwerken unter freiem Himmel gibt es allerhand zu entdecken.

Auf der Schurenbachhalde in Essen steht beispielsweise die Bramme für das Ruhrgebiet. Diese 14,5 Meter hohe, minimalistische Stahlskulptur des amerikanischen Künstlers Richard Serra wurde im November 1998 aufgestellt. Die 67 Tonnen schwere Landmarke befindet sich von weitem gut sichtbar auf der Haldenkuppe. Die Kuppe wurde mit schwarzem Schotter bedeckt und zu einer konvex gewölbten Fläche ohne Pflanzen geformt. Die Flanken der Halde sind dagegen begrünt und mit Wanderwegen versehen. Die Schurenbachhalde gehört zu den Panoramen der Industrielandschaft der Route Industriekultur.

Ein offenes Amphitheater wurde aus Bergematerial auf der Kuppe der Halde Haniel im  Norden von Bottrop nach griechischem Vorbild angelegt. Es bietet Platz für 800 Besucher und wurde 1999 eröffnet. Eine weitere Attraktion sind die über 100 bearbeiteten Eisenbahnschwellen, aus denen der baskische Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola die archaische Installation “Totems” geschaffen hat. Die Arbeit soll die “scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur” zusammenführen.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel und Landmarke im Emscher Landschaftspark ist der begehbare “Spurwerkturm” des Künstlers Jan Bormann auf dem Plateau der Halde Brockenscheidt  in Waltrop. Seine Aussichtsplattform in 9 Meter Höhe bietet einen grandiosen Ausblick und besteht aus 1.000 Spurlatten, die in Bergbauschächten die Fahrkörbe in der Spur hielten. Durch den besonderen, asymmetrischen Aufsatz der Landmarke verändert sich ihr Aussehen, je nach Standort des Betrachters. Am Südhang der Halde führt eine Treppe aus alten Schienenteilen direkt zum Haldentop. Nach Einbruch der Dunkelheit erhellen Strebleuchten den Turm.

Ehemalige Industrieflächen werden zu Kunstwerken

Erholung findet ihr im Garten der Erinnerungen in der Metropole Ruhr. Dieser ist ein im Jahre 1999, nach Plänen von Dani Karavan, angelegter Stadtpark im Duisburger Innenhafen. Es ist das bis dahin umfangreichste Projekt des Land-Art-Künstlers in Deutschland. Auf dem Gelände wurden Grundrisslinien ehemaliger Gebäude durch die für den Künstler typischen weißen Betonbänder stilisiert dargestellt. Er nutzte Abbruchreste der Gebäude, um den zentralen Weg des Parks, einen dreieckigen Hügel und einen wilden Steingarten zu gestalten. Verschiedene Wasserflächen erweitern die Parkanlage. Auch die Bepflanzung bezieht Gebäudereste mit ein: Bergkiefern auf dem Aussichtsturm und Gleditschien im Ludwigforum lassen einen urbanen Raum entstehen. Durch Korn- und Sonnenblumenfelder sowie einer Waage in der Mitte des Parks wird die ehemalige Funktion des Innenhafens als bedeutender Getreide-Umschlagplatz aufgegriffen. Bei Nacht beleuchtet die Installation der Lichtplaner Uwe Belzner und Stefan Hofmann den Park.

Eine beliebte und unverwechselbare Landmarke haben Bogomir Ecker und Bülent Kullukcu mit der Skulpturengruppe „Reemrenreh (kaum Gesang) und Leben“ im Herner Meer am KulturKanal geschaffen. Sie besteht aus einem mehr als 20 Meter hohen, leuchtend gelben Turm, einer kleineren Skulptur aus Aluminium sowie einer Laterne. Die Skulpturengruppe befindet sich mitten im Wasser am Ende einer Mole, die wie eine Halbinsel zwischen Rhein-Herne-Kanal und Jachthafen liegt. Weht der Wind über den Kanal, entlockt er den mit zahlreichen Öffnungen versehenen Hohlkörpern der Skulptur verschiedene Töne.

Die zahlreichen Grünanlagen und Kunstwerke im Emscher Landschaftspark sind Zeugnisse der industriellen Vergangenheit des Ruhrgebiets und des Strukturwandels zur Metropole Ruhr mit Kultur, Natur- und Freizeitstätten.