Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Industrienatur erleben im Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm

Industrienatur erleben im Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm

Besucht das Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm im Emscher Landschaftspark und begebt euch auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Industrienatur. Hier könnt ihr seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken, die sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Pluto angesiedelt haben.

Das Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm befindet sich in Herne im Herzen der Metropole Ruhr. Seinen Namen hat es von der Zeche Pluto-Wilhelm erhalten, die bis 1976 im Ruhrgebiet in Betrieb war und heute noch für die Wasserhaltung genutzt wird. Der von der Aussichtskanzel der Halde nicht zu übersehende rostrote Förderturm auf Schacht Wilhelm mit der Schachthalle, zwei Maschinenhallen und einer elektrischen Fördermaschine steht seit 1999 unter Denkmalschutz. Das brachliegende Industriegelände rund um Förderturm und Halde sollte eigentlich rekultiviert werden. Da diese Arbeiten nicht fertiggestellt wurden, eroberte sich die Natur das Gebiet selbst zurück: Viele verschiedene Pflanzen und Tiere siedelten sich an, die heute die Schönheit des Naturschutzgebietes Halde Pluto-Wilhelm im Emscher Landschaftspark mit seiner einzigartigen Industrienatur ausmachen. Bei eurer Zeitreise könnt Ihr hier zum Beispiel seltene Pflanzen wie das Tausendgüldenkraut entdecken. Mit seiner ruhigen, weitläufigen Haldenlandschaft und der Aussichtskanzel, von der ihr einen fantastischen Blick auf die Metropole Ruhr werfen könnt, lädt euch das Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm außerdem zum Verweilen und Entspannen fernab der Hektik des Alltags ein.

Um den Schutz und die Erhaltung des Naturschutzgebietes Halde Pluto-Wilhelm kümmert sich die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet. Insgesamt betreut die Biologische Station zehn Naturschutzgebiete in Bochum und Herne, von denen einige auch zum Emscher Landschaftspark gehören. Neben diesen Aufgaben betreibt die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet eine breite und engagierte Öffentlichkeitsarbeit, um Menschen und Natur in der Metropole Ruhr näher zusammenzubringen.

Wir haben Jürgen Heuser, dem Geschäftsführer der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet, einige Fragen zu den Aufgaben der Biologischen Station im Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm gestellt.

 

Drei Fragen an Jürgen Heuser, den Geschäftsführer der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet.

1. Was ist die Aufgabe einer Biologischen Station?

Die Biologischen Stationen werden landesweit vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz gefördert. Unsere Kernaufgabe ist die Betreuung von Naturschutzgebieten. Hier spielen vor allem unsere Biologen und Geographen eine große Rolle, die die Gebiete regelmäßig sichten und den Zustand sowie die Artenvielfalt bewerten. In diesem Zusammenhang schlagen wir auch Maßnahmen zur Erhaltung der Gebiete vor.

 

2. Welche besonderen Aufgaben ergeben sich aus der urbanen Landschaft des Emscher Landschaftsparks in Herne und Bochum?

In Herne und Bochum haben wir insgesamt zehn Naturschutzgebiete, und damit weit weniger als beispielsweise unsere Kollegen im Hochsauerlandkreis. Deshalb kümmern wir uns neben der Betreuung der Naturschutzgebiete ganz besonders um die Öffentlichkeitsarbeit. So gestalten wir zum Beispiel regelmäßig Projekte für Kinder. Durch solche Aktionen werden die vielen hier lebenden Menschen mit der Natur in Kontakt gebracht und entwickeln ein Bewusstsein für ihren Schutz.

 

3. Was macht das Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm im Emscher Landschaftspark so spannend?

Das Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Pluto. Dass ein solcher Industriestandort nun zum Naturschutzgebiet geworden ist, ist etwas ganz besonderes. Außerdem kann man an diesem Ort die Entwicklung der Industrienatur besonders gut nachvollziehen. Auf der Thyssenhalde, die neben dem Naturschutzgebiet Halde Pluto-Wilhelm liegt, können wir eine ähnliche Entwicklung beobachten. Dieses Gelände wurde mittlerweile saniert und verschiedene Amphibienarten haben sich bereits angesiedelt. Die Beispiele der Zeche Pluto und der Thyssenhalde zeigen, dass Industriebrachen einen hohen biologischen Wert erreichen können.