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Emscherlandschafts Park
Herbstspaziergang auf dem Naturpfad Langeloh

Herbstspaziergang auf dem Naturpfad Langeloh

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Naturschutzgebiete sind wertvolle Schätze in der Metropole Ruhr und im Emscher Landschaftspark, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität von Tieren und Pflanzen in diesem urbanen Landschaftsraum und bieten den Menschen Ruhe und Erholung. Zeit für uns also, eines dieser Kleinode einmal ausgiebig unter die Lupe zu nehmen! Daher brechen wir heute zu einem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Langeloh auf, das sich zwischen den Städten Herne und Castrop-Rauxel im Emscher Landschaftspark erstreckt. Hier informiert ein Naturpfad mit 15 Stationen über die faszinierende vielfältige Landschaft mit ihren Tieren und Pflanzen. Der Pfad ist als Rundweg angelegt und beginnt am Wanderparkplatz „Bochumer Straße“ in Castrop-Rauxel, wo wir bequem unser Auto abstellen können. Neugierig werfen wir einen Blick auf die Infotafel, die am Parkplatz aufgestellt ist. 5 Kilometer lang ist der Naturpfad Langeloh, der von der Castroper Hochfläche bis zum Roßbach-Tal führt. Holzpfosten mit gelben Pfeilen weisen den Weg, durchnummerierte Pfosten zeigen die Stationen an, an denen spannende Naturphänomene zu erleben sind.

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Da an den Stationen keine erklärenden Schautafeln aufgestellt sind, haben wir uns im Vorfeld das Begleitheft „Naturpfad Langeloh“ im Internet heruntergeladen, das alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Stationen bereit hält. Übrigens: Wer keine Kraft oder keine Zeit für die große Runde hat, kann für einen Kurzspaziergang eine alternative Rundroute wählen, die über einen Bohlenweg durch das Langeloh-Tal führt. Diese Route ist nur 2 Kilometer lang und mit roten Wegpfeilen markiert. Wir entscheiden uns für den Naturlehrpfad und damit für die große Runde und brechen bei leider etwas trübem Wetter zu unserem Herbstspaziergang durch das Naturschutzgebiet Langeloh auf. Warm eingepackt mit Kapuzenjacken, Schal und festen Schuhen erreichen wir schon nach wenigen Metern die erste Station, an der wir durch das Begleitheft allgemeine Informationen über das Naturschutzgebiet erfahren. So wurde der Langeloh mit seinen zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen in den 1990er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt, das die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet und die Biologische Station Kreis Recklinghausen nach einem speziell erstellten Pflege- und Entwicklungsplan regelmäßig untersuchen. Außerdem im Langeloh aktiv sind die Landschaftsbehörden, die u.a. für die Wege sorgen, die Förster von RVR Ruhr Grün, die sich um den Wald kümmern sowie ehrenamtliche Naturschutzverbände, die Führungen anbieten und die Nistkästen und Amphibientümpel betreuen. Viele Hände und großes Engagement sorgen also hier für einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und ein einmaliges Naturerleben in der Metropole Ruhr.

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Wir laufen weiter und zwar zunächst erst einmal bergab. Der Weg ist zu Beginn noch schmal und vom Regen aufgeweicht, so dass wir froh über unser festes Schuhwerk sind, während wir kleine Bögen um die morastigen Stellen laufen. Wir gelangen zur ersten Kreuzung und schauen uns nach dem Pfosten mit dem gelben Pfeil um. Er zeigt nach rechts und wir folgen dem Weg weiter in die angezeigte Richtung. Es geht weiter bergab, dichter Wald umgibt uns. Am linken Wegrand weist uns schließlich ein Pfosten auf die 3. Station hin, den Seggensumpf. Wir lernen: Der Langeloh ist hier von dauernassem Boden geprägt, dem sogenannten Gley-Boden. Würde man den Sumpf betreten, würde man es kaum mit trockenen Socken wieder heraus schaffen. Die Seggen, die sich auf diesem Boden angesiedelt haben, werden auch als Sauergräser bezeichnet. Sie sind sehr dominant und lassen anderen Pflanzen nur wenig Platz zum Wachsen. Ein gelegentlicher Schnitt der Landschaft verhindert eine Waldentwicklung und erhält so diesen seltenen Lebensraum. Wir sind gespannt, was uns an der nächsten Station erwartet und setzen unseren Weg fort. Mittlerweile geht es ein Stück bergauf und uns wird ganz schön warm. Ein leichter Wind kommt auf und erfrischt uns angenehm. Der Wald wird dichter und etwas dunkler, neben uns erhebt sich die bewachsene Anhöhe. Dann wird der Weg breiter und bequemer. Wir atmen die frische Luft tief ein und aus und genießen die Stille. Außer ein paar munteren Vögeln ist kaum ein Geräusch zu hören. Wir sind so entspannt, dass wir beinahe an Station 4 vorbei gelaufen wären und den Riesenschachtelhalm übersehen hätten. Der ist noch ein Relikt aus der Urzeit, seine frühen Verwandten prägten im Karbon-Zeitalter, also vor über 300 Millionen Jahren, ganze Sumpfwälder. In dichtem Grün erspähen wir inmitten der anderen Pflanzen den Riesenschachtelhalm, der quasi mit den Grundstein für den Bergbau im Ruhrgebiet gelegt hat: Die Steinkohle, die hier in der Region über 150 Jahre lang abgebaut worden ist, ist nämlich zum Teil auch aus Schachtelhalm-Arten entstanden. Es ist angenehm, über den Naturpfad zu laufen. Der Weg verläuft beinahe ohne Kreuzungen und Abzweigungen durch das Naturschutzgebiet Langeloh. An Station 6 befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen weiten Blick über das dichte Grün mit Sauergräser und Sumpfdotterblumen bietet. Früher war diese Stelle ein Privatgrundstück, auf dem ein Teil der Talaue mit Bauschutt aufgefüllt wurde. Ein Quellbach verschwand damit in einem Rohr unter der Erde. 2008 erwarb der Kreis Recklinghausen das Grundstück, baute das Gelände um und gab der Natur damit ein kleines Stück wieder zurück. Heute bietet der Quellbach, wieder an der Oberfläche, Lebensraum für typische Tier- und Pflanzenarten wie den Feuersalamander.

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Der Weg führt schließlich in einer langen Rechtskurve aus dem Naturschutzgebiet und dem Wald heraus und verläuft an weiten Feldern entlang zu einer Wohnsiedlung. Wir spüren befestigte Straße unter unseren Füßen und laufen ein Stück durch das Wohngebiet, bis uns eine Markierung mit gelbem Pfeil auf einen Schotterweg leitet, der uns zurück in die Natur führt. Vor uns hüpft ein neugieriger Rabe auf dem Weg, von rechts kreuzt ein eiliges Eichhörnchen und verschwindet im Dickicht. Wir laufen an Maisfeldern und Weiden entlang. Der Weg ist eben und bequem und wir genießen unseren schönen Herbstspaziergang, auch wenn sich die Sonne immer noch nicht hat blicken lassen. Wir schlendern gemütlich an üppigen Obstwiesen entlang, die die 8. Station auf dem Naturpfad bilden. Leider tragen die Obstbäume bereits nur noch wenige Blätter und keine Früchte mehr, aber durch die spärlich belaubten Äste und Zweige hindurch können wir einen wunderbaren Blick auf das 70 Meter hohe Fördergerüst Schacht 7 werfen, die Landmarke und das Wahrzeichen des Erin Parks in Castrop-Rauxel, der mit seinen irischen Landschaftskonturen und schroffen Gegensätzen ein einmaliger Erlebnisort im Emscher Landschaftspark ist und ein Stück der „grünen Insel“ Irland in die Metropole Ruhr bringt.

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Hinter den Obstwiesen müssen wir links abbiegen. Unser Weg führt weiter zwischen Feldern hindurch und hier ist der Naturpfad sehr beliebt: Walkerinnen betätigen sich sportlich, Hundebesitzer und -besitzerinnen sind mit ihren Lieblingen unterwegs. Ein fleißiger Landwirt sitzt auf seinem Mähdrescher und mäht eine riesige Wiese. Der Duft von frisch geschnittenem Gras liegt in der Luft. Wir erreichen eine Straße, die wir ein Stück entlang laufen, bevor wir hinter einer wunderschönen Hofanlage wieder nach links in das Naturschutzgebiet abbiegen. Über die Hälfte der Strecke haben wir bereits geschafft, weiter geht es an Feldern und Weiden entlang. „Da seid ihr ja auf einer wunderschönen Route unterwegs!“ versichert uns Brigitte, mit der wir auf dem Weg ins Gespräch kommen. Brigitte ist mit ihrer Hündin Leica unterwegs und kennt sich sehr gut im Langeloh aus. „Wenn ihr den Naturpfad weiter geht, kommt ihr noch an ganz tollen Ecken vorbei!“ Und so ist es auch: Sei es der Hemker Bach, der zu einem „Grenzgraben“ begradigt wurde und sich mittlerweile wieder mit neuer Uferbepflanzung durch den Langeloh schlängelt, sei es das Siepental, das als schluchtartiges Kerbtal mit steilen Seitenhängen im Naturschutzgebiet ein artenreiches Biotop bildet oder sei es der Roßbach, der in den 1980er Jahren aus seinem Betonbett befreit wurde und mittlerweile u.a. als Kinderstube für den Nachwuchs des Feuersalamanders dient.

Naturpfad Langeloh Naturschutzgebiet Langeloh Castrop-Rauxel/Herne

Naturpfad Langeloh
Naturschutzgebiet Langeloh
Castrop-Rauxel/Herne

Der letzte Wegabschnitt führt uns wieder durch dichten Wald. Nachdem wir eine Holzschranke durchquert haben, weist uns der gelbe Pfeil zum letzten Mal nach links auf einen schmalen, verwunschenen Pfad, der uns schließlich zurück zum Wanderparkplatz „Bochumer Straße“ führt, an dem wir unseren Herbstspaziergang gestartet haben. Falls ihr jetzt ebenfalls Lust bekommen habt, einen Spaziergang über den Naturpfad Langeloh zu machen, findet ihr hier die Karte und das Begleitheft zum Naturpfad Langeloh zum Download. Wir wünschen euch viel Spaß auf eurer Entdeckungsreise und einen wunderschönen Tag im Emscher Landschaftspark! :-)