Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Halden-Hügel-Hopping im Emscher Landschaftspark

Halden-Hügel-Hopping im Emscher Landschaftspark

Ihr habt noch nie etwas vom Halden-Hügel-Hopping im Emscher Landschaftspark gehört? Dann solltet ihr jetzt auf jeden Fall weiterlesen. Das Halden-Hügel-Hopping steht für Themen- und Bergwandern im Vest Recklinghausen. Die nördliche Metropole Ruhr ist nämlich geprägt von rund 20 Bergehalden aus Zeiten des Bergbaus, die für uns überwiegend begehbar sind und zu herrlichen Ausflügen einladen. 17 dieser Halden im Emscher Landschaftspark sind im Halden-Hügel-Hopping eingebunden. Auf 12 spannenden und völlig verschiedenen Thementouren erfährt man an etwa 150 virtuellen Erzählstationen auf mehr als 185 km Gesamtstrecke und mit rund 2.500 Höhenmetern viele interessante Details zu unserer Region. Ob Strukturwandel, Industriekultur oder Industrienatur: Auf diesen Touren kommt kein Thema zu kurz!

Alle Thementouren des Halden-Hügel-Hoppings werden als geführte Touren mit einem persönlichen Wanderführer angeboten, der sich bestens auskennt und alle Fragen zu den Inhalten der Thementour beantwortet. Falls ihr lieber selbstständig mit einem digitalen Wanderführer auf dem Smartphone unterwegs seid, gibt es die kostenlose App „Halden-Hügel-Navi“ für Android und iOS. Neben aktuellen Informationen und weiteren sehenswerten Orten in der Umgebung navigiert euch die App zum Startpunkt der jeweiligen Thementour und dient unterwegs als Wegweiser. Die Thementouren sind nicht räumlich vor Ort gekennzeichnet. Daher können die wichtigsten Informationen nur per App an digital gekennzeichneten Erzählstationen in der Online-Karte abgerufen werden. Natürlich können die Touren auch per Handkarte, Routenplaner oder mit dem eigenen GPS-Gerät erkundet werden.

Seilscheibe Haldenlandschaft Brauck, Gladbeck

Seilscheibe Haldenlandschaft Brauck, Gladbeck

Wir haben uns die Thementour „BN – Vom Blauem Kanal und Nordstern“ für unsere Wanderung im Emscher Landschaftspark ausgesucht. Diese Tour gehört mit 10,3 km Länge und einer Wanderzeit von rund 4,5 Stunden zu den kleineren Touren des Halden-Hügel-Hoppings und ist insbesondere für Einsteiger gut geeignet. Mit bequemen Schuhen, ein bisschen Proviant und mit der App für unser Smartphone ausgestattet beginnen wir unsere Wanderung am vorgegebenen Startort, dem Wanderparkplatz an der Heringstraße in Gladbeck. Nach wenigen Metern und vorbei an der ersten Station, dem Berglehrlingsheim Mathias Stinnes, erklimmen wir die erste Halde unserer Tour. Halde 19, auch gerne Kippe 19 genannt, gehört zu den höchsten besuchbaren Halden der Haldenlandschaft Brauck in Gladbeck. Oben angekommen sehen wir die alte Seilscheibe vom Förderschacht IV der Zeche Mathias Stinnes, einem ehemaligen Steinkohlenbergwerk. Auf den umliegenden Bänken machen wir kurz Rast und lesen gespannt die Hinweise der App: Die Seilscheibe steht mit einem Gewicht von 6,5 Tonnen seit nun mehr als 30 Jahren auf dem Gipfel der Halde. Weiter geht es auf unserer Tour durch die erste bzw. älteste Braucker Zechensiedlung, die Alte Kolonie Emscherstraße.

Zechensiedlung "Alte Kolonie Emscherstraße", Gladbeck

Zechensiedlung “Alte Kolonie Emscherstraße”, Gladbeck

Station 5 liegt mitten im Grünen an der Alten Emscher. Seit den 1990er-Jahren wird die Alte Emscher, die nur als Abwasserkanal bekannt ist, zu einer naturnahen Flusslandschaft umgebaut. Bis 2020 soll die rund 80 km lange Emscher in einem der größten Renaturierungsprojekte der Welt ökologisch verbessert werden. Die Tour führt uns immer weiter am Fluss entlang bis zur blauen Brücke über die Neue Emscher, die Emscherbrücke am Nordsternpark. Hier haben wir einen tollen Ausblick flussauf- sowie flussabwärts, genießen die Industrienatur im Emscher Landschaftspark und entdecken zahlreiche Brücken. Etwa alle 400 Meter überspannt eine Brücke den Emscher-Lauf und führt auf die Emscherinsel, einer 34 km langen Insel zwischen dem Rhein-Herne-Kanal und der Emscher. Wenige Meter weiter entdecken wir den Kohlebunker Nordstern an Station 9, der schon aus weiter Ferne zu erkennen ist. In der App lesen wir, dass der Kohlebunker zur Kohlemischanlage gehört. Hier wurde früher die hochwertige Kohle der Zeche Nordstern mit weniger hochwertige Importkohle vermischt, um die Kohlequalität konstant zu halten.

Vorbei am Amphitheater laufen wir direkt auf die markante Doppelbogenbrücke an Station 14 zu, die dank ihrer roten Stahlbögen schon von weitem sichtbar ist. Entgegen unserer Tour haben wir die Doppelbogenbrücke aus Neugier überquert, um uns den großen (Wasser-) Spielplatz im Nordsternpark anzuschauen. Gerade an warmen Tagen ist dieser ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Doch unser kleiner Ausflug fernab der Route blieb nicht unbemerkt: Die App auf unserem Smartphone hat sich zu Wort gemeldet und uns direkt darauf hingewiesen, dass wir den Weg verlassen haben. Wir werden gebeten, zurück auf die Route zu gehen, um unsere Wanderung fortzusetzen. Nach einer kurzen Pause am Rhein-Herne-Kanal, in der wir die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet haben, setzten wir die Wanderung auf der offiziellen Route zur Station 15 fort: die Pyramidenhalde im Nordsternpark, die trotz geringer Höhe einen tollen Ausblick auf die Metropole Ruhr gewährt und uns schon die nächste Station erkennen lässt: Den 18 Meter hohen und 23 Tonnen schweren Herkules auf dem Nordsternturm. Die Monumentalplastik von Markus Lüpertz markiert die großen Aufgaben des Ruhrgebiets sowie Mut und Kraft, die es zur Bewältigung dieser Aufgaben benötigt, wie wir in der App nachlesen können. Über einen Aufzug erreichen wir die Besucherterrasse auf dem Nordsternturm. Hier oben genießen wir die Ruhe und den einzigartigen Blick über die Stadt, das Ruhrgebiet und die aus der Tour bekannten Orte im Emscher Landschaftspark, wie die rote Doppelbogenbrücke oder den Kohlebunker.

Kohlebunker Nordsternpark Gelsenkirchen

Kohlebunker Nordsternpark Gelsenkirchen

Auf den letzten Metern unserer Wanderung laufen wir vorbei an der ehemaligen Galopprennbahn Horst, auf der zahlreiche bedeutende Rennen ausgetragen worden sind. Der Galopprennsport ist Ende 2003 eingestellt worden. Unsere Tour endet im Zentrum von Gelsenkirchen-Horst an der Erzählstation 19. Hier machen wir eine kurze Zeitreise in die Vergangenheit: Das Renaissanceschloss Horst ist auf dem Platz einer ehemaligen mittelalterlichen Burg errichtet, die im Jahre 1554 durch einen Brand schwer beschädigt wurde. Heute zählt das Schloss Horst zu den wichtigsten und bedeutendsten Renaissancebauten im Ruhrgebiet.

Bei einem leckeren Eis zum Abschluss haben wir die vielen Eindrücke des Halden-Hügel-Hoppings Revue passieren lassen und schon überlegt, welche Tour durch den Emscher Landschaftspark wir als nächstes entdecken wollen.

Noch ein Tipp: Nicht alle Touren sind Rundrouten und haben denselben Start- und Endpunkt. Daher informiert euch in diesen Fällen am besten vorab, wie ihr ggf. mit öffentlichen Verkehrsmitteln am einfachsten wieder zum Ausgangspunkt zurück gelangt.

Informationen rund um das Halden-Hügel-Hopping findet ihr unter: www.halden-huegel-hopping.de