Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
GeoPark Wanderrouten: Historischer Bergbauwanderweg Holzwickede

GeoPark Wanderrouten: Historischer Bergbauwanderweg Holzwickede

Unsere Reise geht heute in den Osten der Metropole Ruhr. Wir wollen bei einer Wanderung die Industrienatur und Industriekultur in Holzwickede kennen lernen. Unsere Rucksäcke sind mit Proviant gepackt, unsere Wanderstiefel ganz fest geschnürt und wir sind ganz warm angezogen, denn eine Wanderung bei diesem Wetter ist nichts für schwache Nerven! Im Emscher Landschaftspark befindet sich eine ganz besondere Wanderroute –  die Wanderroute des historischen Bergbauwanderweges in Holzwickede.

Die Vielfalt und die Bedeutung der Bodenschätze spielen im Geopark eine ganz zentrale Rolle. Nicht umsonst repräsentieren Mottos wie „Durch das Tal des schwarzen Goldes“ die Wanderrouten in der Metropole Ruhr. Unter diesem Namen ist die Wanderung der GeoRoute Ruhr, die neben der GeoRoute Lippe zu den beiden großen Routen des GeoParks gehört, bekannt. Die geotouristische Wanderstrecke führt entlang des Ruhrtals und wird verbunden durch mehr als 20 bereits bestehenden Bergbau- und Geologiewanderwegen, sowie weiteren Einzelgeotopen, Industriedenkmälern und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Unterteilt wird diese gigantische Georoute in eine Südroute, welche sich zwischen Hattingen-Isenberg und Wetter-Voßhöfen befindet, in eine Mittelroute die zwischen Bochum-Stiepel und Witten-Bommerholz liegt und eine Hauptroute die von Mülheim bis nach Schwerte führt. Genau auf dieser 130 km langen Hauptroute befindet sich der historische Bergbaurundweg mit einer rund 17 km langen Strecke.

Baudenkmal der Zeche Caroline Informationstafel In Holzwickede

Baudenkmal der Zeche Caroline
Informationstafel In Holzwickede

Wir haben unser Auto auf einem am Emscherpark nahegelegenden Parkplatz geparkt und machen uns mit unserer Stadtkarte in der Hand, direkt zum ersten Punkt des Bergbauwanderweges am Emscherpark. Hier befindet sich auch schon die erste Informationstafel, auf der ein Übersichtsbild des Emscherparks mit der bergbaugeschichtlichen Darstellung des Steinkohlenabbaus in Holzwickede abgebildet ist. Von hier aus machen wir uns auch schon weiter Richtung Norden. Unser Ziel ist das Bergbaudenkmal der alten Zeche Caroline über dem ehemaligen Schacht. Kurz vor unserer Ankunft sehen wir schon aus der Entfernung die Erhöhung auf der sich eine blaue Seilscheibe, ein Förderwagen und ein Lochstein befinden. Neben dem ehemaligen Verwaltungshaus auf der Rausingerstraße 1 sind dies die einzigen

Überbleibsel der Zeche Caroline, die auf diesem Gelände rund 10 Millionen Tonnen bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1951, gefördert hat. Nun laufen wir links der

Baudenkmal der Zeche Caroline Seilscheibe, Förderwagen und Lochstein in Holzwickede

Baudenkmal der Zeche Caroline
Seilscheibe, Förderwagen und Lochstein
in Holzwickede

Rausingerstraße weiter entlang, bis wir zu unserem nächsten Ziel kommen: Die Zeche Freiberg. Dort angekommen entdecken wir auch schon die Informationstafel, die uns viele Informationen über das damalige Steinkohlebergwerk, angrenzend an Sölde, liefert. Heute ist von der Zeche Freiberg, die bis 1894 Freiberg und Augustens Hoffnung hieß, nur das Verwaltungsgebäude erhalten geblieben.

Unsere Wanderroute führt von hier aus weiter auf die Schäferkampstraße. Über eine lange Landstraße, umringend von Feldern, Wiesen und Bäumen führt uns unser Weg, der zweimal abknickt, zum wunderschönen Emscherquellhof, der für uns das Highlight auf unserer Wanderung darstellt. Kurz bevor wir dort aber ankommen, entdecken wir in einer kleinen Seitenbucht, erst durch die Übersichtstafel erkennbar, einen

Wetterschacht Margarethe Dreibaum mit Haspel über dem Luftschaft der Zeche Margarethe in Holzwickede

Wetterschacht Margarethe
Dreibaum mit Haspel über dem Luftschaft der Zeche Margarethe in Holzwickede

Wir begeben uns weiter auf unsere Wanderroute und kommen wenige hundert Meter weiter entlang der Landeskronerstraße am Hixterwald an. Unser nächstes Ziel ist das ursprüngliche und heutige Quellgebiet der Emscher, welches nicht, wie man eigentlich behaupten würde, im Emscherquellhof liegt, sondern im

Emscherquellhof Quellteich und Innenhof des Emscherquellhofs in Holzwickede

Emscherquellhof
Quellteich und Innenhof des Emscherquellhofs in Holzwickede

Hixterwald zwischen den Gemeinden Holzwickede und Sölderholz. Durch einen kleinen Weg gelangen wir ohne Probleme dorthin. Zurück auf der Landeskronerstraße wandern wir den Weg bis zum Haus Opherdicke. Neben der besonderen Aussicht, die wir von hier über Holzwickede haben, zählt dieses Haus zu den herausragendsten Baudenkmälern in dieser Region. Das Wasserschloss wurde im 12. Jahrhundert erbaut und liegt heute unter Denkmalschutz. Heute wird es aber auch aufgrund seiner Schönheit, Nutzungsvielfältigkeit und Originalität für Ausstellungen, Musikveranstaltungen und selbst für Hochzeiten als schönes Ambiente genutzt. Mit dem Stadtteil Opherdicke wird aber nicht nur das Wasserschloss in Verbindung gesetzt, sondern auch der frühe Steinkohlenabbau. Nördlich vom Schloss Opherdicke befindet sich der Steinbruch des Stadtteils, wessen Sandstein zu der damaligen Zeit sehr begehrt war und die Bruchsteine für Haus Opherdicke, die hiesigen Kirchen und viele andere Bauten, wie zum Beispiel auch in Dortmund, lieferte. Auf unserer weiteren Rundreise kommen wir zurück über die A1 an weiteren kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten wie der Kleinzeche Joseph, der Zeche Carlsbank und einem Kunstgraben vorbei, bis wir schließlich am Kunstschacht der Zeche Caroline angelangen, an dem bis zur Stilllegung 1801 Wasser maschinell gefördert wurde.

Unsere Reise neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Bis hier hin durften wir schon einen atemberaubenden Blick in die Geschichte der Industriekultur und Industrienatur werfen. Das soll es aber noch nicht gewesen sein, denn unsere Wanderroute führt uns zu einer alten Gleisverbindung zur Eisenbahnstrecke Holzwickede-Unna. Auf dieser wurden damals die Kohlenwagen von Pferden gezogen, woher auch der Name „Pferdebahn“ kommt. Am Ende der Massenerstraße gelangen wir auf die Opherdickerstraße die uns zu unserem letzten Punkt unserer Wanderung führt: Zum Wetterschacht der Zeche Caroline. Genau wie die Zeche Margarethe verfügte die Zeche Caroline ebenfalls über ihren eigenen Luftschacht, welcher jedoch nach seinem Betriebsende in 1904 verfüllt und eingeebnet wurde.

Von hier aus ist der Weg zu unserem Startpunkt am Emscherpark nicht mehr all zu weit. Der historische Bergbaurundweg im Emscher Landschaftspark war eine sehenswerte Wanderroute, auf der wir viel Neues entdecken konnten. Mitgenommen haben wir sehr viel Wissen über die Hintergründe des schwarzen Goldes und wir konnten sehen wie sich die industriellen Tätigkeiten des 19. Und 20. Jahrhunderts auf die Flächen der kleinen Gemeinde Holzwickede, in der Metropole Ruhr, ausgewirkt haben. An den historischen Bergbaurundweg werden wir uns immer gerne zurück erinnern und wir sind zuversichtlich, dass bis zu unserer nächsten Wandertour nicht viel Zeit vergehen wird!