Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Schöner kann der Oktober nicht anfangen: Es ist ein herrlicher Sonntagnachmittag und wie in den letzten Jahren lädt der Regionalverband Ruhr (RVR) zum Abschluss der „Unter freiem Himmel“-Saison wieder zum Genießermarkt Emscher Landschaftspark rund um das Haus Ripshorst in Oberhausen ein, in dem sich das RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark befindet. Verschiedene Erzeuger aus der Region präsentieren hier heute ihre frischen Waren und verwöhnen die Marktgäste kulinarisch. Wer mag, kann außerdem in der Schnibbeldisko eine leckere Suppe aus regionalen Produkten zubereiten.

Kürbisortiment Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Kürbissortiment Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Der Genießermarkt Emscher Landschaftspark ist traditionell eine der letzten Veranstaltungen des Erlebnisprogramms „Unter freiem Himmel“ und lockt immer wieder zahlreiche Besucher und Besucherinnen zum RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark Haus Ripshorst. Dieses ist ganzjährig von Dienstag bis Sonntag für Interessierte geöffnet und bietet eine multimediale Ausstellung zum Emscher Landschaftspark sowie wertvolle Hintergrundinformationen zu Industrienatur und Industriekultur im regionalen Park der Metropole Ruhr. Das Holzhaus auf dem Gelände einer ehemaligen Gräftenburg, bzw. dessen Stallungen, ist zu diesem Zweck umfangreich ausgebaut und modernisiert worden und für Besucher und Besucherinnen heute DIE Adresse, wenn es um den Emscher Landschaftspark geht. Durch die große Glasfront können wir schon von außen einen Blick in das helle Foyer erhaschen und treten neugierig ein. Hinter dem Foyer erstreckt sich der Emscher Landschaftspark im offenen Ausstellungsraum zu unseren Füßen oder besser gesagt: eine Karte des regionalen Parks der Metropole Ruhr. Eingezeichnet sind die gesamte Fläche des größten Regionalparks Europas, seine wichtigsten Standorte und die bedeutenden Wasserwege der Metropole Ruhr. So schnell sind wir noch nie von der Emscherquelle bis zum Rhein gewandert! Wir stellen uns in die aufgezeichneten Fußabdrücke am Westpark Bochum, woraufhin über unseren Köpfen auf einem der Bildschirme ein kleiner Film über die Geschichte des Parks und dessen Industriekultur gezeigt wird. Das müssen wir noch einmal ausprobieren und springen daher zur Kokerei Hansa in Dortmund und von dort aus zum Landschaftspark Hoheward in Herten/Recklinghausen. Die Filme geben einen wunderschönen Einblick in den Emscher Landschaftspark und wir bekommen sofort Lust, all diese Orte einmal wieder zu besuchen. Die Galerie des RVR-Besucherzentrums ist vor allem der Industrienatur gewidmet. Ihr findet hier heraus, was die Südliche Binsenjungfer so besonders macht oder woher die Kreuzkröte ihren Namen hat. Ein Besuch im RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark lohnt sich also auf jeden Fall!

Wir verlassen die Ausstellung und mischen uns wieder unter die Gäste des Genießermarkts Emscher Landschaftspark, der sich rund um das Haus Ripshorst erstreckt. Unsere erste Station auf dem Markt ist die Holzhütte des Bienenzuchtvereins Oberhausen, in der nicht nur über die Imkerei und die Bienenzucht in der Metropole Ruhr informiert wird, sondern auch Bienenhonig aus eigener Produktion erstanden werden kann. Nach einem Rundgang durch die Hütte tauchen wir dann richtig in den Genießermarkt Emscher Landschaftspark ein. Lockere Lounge-Musik untermalt das geschäftige Treiben um die orangenen, grünen, großen und kleinen Kürbisse der Landwirte, die bunten Gewürze von „Beckers Beste“ und den saftigen Kuchen des „Ziegenmichelhofes“. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und noch viel mehr.

Chicken Crime Department Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Chicken Crime Department Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Viele Stände kennen wir schon aus dem letzten Jahr, neu dabei ist Olaf Feldhoff mit seinem „Chicken Crime Department“. „Viele denken bei diesem Namen zuerst, wir würden Burger verkaufen“ erzählt er, dabei ist er ein echter Feinschmecker und verwöhnt den Gaumen mit Fruchtaufstrichen, Likören und verschiedenen Sorten von Pesto aus eigener Herstellung. Der Name entstammt seinem Hühnerstall, den er vor ein paar Jahren errichtet hat. Seine ersten Hühner benannte er nach berühmten Detektiven oder Kriminalfiguren, wie zum Beispiel seine Henne Miss Marple. Noch heute sind 60 Hühner täglich dem leckersten Korn auf der Spur. Das Schild „Chicken Crime Department“ hing am Stall und wurde schnell nicht nur sein Markenzeichen im Freundeskreis, sondern schließlich auch der Firmenname, als er vor zwei Jahren seine „Genussmanufaktur“ gegründet hat. Den „Deputies“ und „Police Officers“, wie Olaf seine Hühner liebevoll nennt, geht es auf dem rund 500 m² großen Gelände prächtig, und wenn sie fleißig Eier legen, kann Olaf mit seinen Kollegen flaschenweise „Hildchen Eierlikör“ produzieren: „Die Eier für den Likör kommen nur von unseren eigenen Hühnern. Wenn einmal nicht so viele Eier gelegt werden, dann gibt es eben auch nicht so viel Eierlikör. Das gilt auch für alle anderen Produkte, die wir aus dem fertigen, was in unserem Garten wächst.“ Außerdem wird nur das verkauft, was Olaf schmeckt, sein feiner Geschmackssinn ist das Maß der Dinge in der Firma. Er ist auch für die kreativen Produktnamen in der Palette verantwortlich: „Heißes Teil“, „Poppy Peach“ und „Frankophiler Pfirsich“ sind Fruchtaufstriche, die sich perfekt zum Kochen, zum Backen oder fürs Frühstücksbrot eignen. Den Fruchtaufstrich „Wilde Ekstase“ aus Pfirsich, Paprika und Chili empfiehlt er uns zum Beispiel zu Fleisch oder zu Pommes Frites. Wir probieren die eine oder andere Sorte Pesto, die nicht nur für Pasta geeignet sind, wie wir lernen, sondern zum Beispiel auch ganz besondere Salatsaucen ergeben. All die Rezepte, die Olaf selber ausprobiert oder von seiner Oma übernommen hat, werden bald in einem Rezeptbuch niedergeschrieben und veröffentlicht. Vielleicht sehen wir ihn ja beim nächsten Genießermarkt Emscher Landschaftspark mit ganz neuen Mischungen und Rezepten wieder.

Schnibbeldisko Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Schnibbeldisko Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

So bunt wie Olafs Pestos sind auch die Kürbisse auf dem Markt. Am Stand des Hofes Engelkamp erfahren wir, was aus den verschiedenen Kürbissorten gemacht und gekocht werden kann. Wir lernen, dass sich der orangene Hokkaido-Kürbis besonders gut für eine deftige Suppe eignet und  erfahren, wie der Spaghettikürbis zu seinem Namen kommt: Schneidet man ihn nämlich auf und backt die Kürbishälften etwa eine halbe Stunde im Ofen, so wird das Fruchtfleisch faserig und zerfällt wie Spaghetti. Mit geriebenem Käse kann man die „Spaghetti“ dann direkt aus dem Kürbis löffeln und hat so eine schnelle, leckere Mahlzeit, die garantiert satt macht. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen und da wir tatsächlich auch ein bisschen Hunger verspüren, statten wir der Schnibbeldisko einen Besuch ab. Unter der professionellen Anleitung von Köchin Barbara Stuzmann werden Mais, Kartoffeln, Kürbisse und buntes Gemüse von großen und kleinen Hobbyköchen und Hobbyköchinnen geschält und geschnitten, bis alles im großen Topf etwa eine halbe Stunde unter den wachsamen Augen von Barbara vor sich hin gart. In der Zwischenzeit genehmigen wir uns eine fruchtige Erfrischung beim „Frucht Flitzer“ und tanken mit einem frisch gepressten Orangensaft wertvolle Vitamine. Es dauert nicht lange, bis der Genießermarkt Emscher Landschaftspark von dem Duft der Suppe erfüllt ist und uns zurück zum Kochtopf zieht. Hier verteilt Barbara gerade die heiße Suppe an die fleißigen Köchinnen und Köche und die anderen Marktbesucherinnen und -besucher.

Heiße Suppe Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Heiße Suppe Genießermarkt Emscher Landschaftspark 2017

Mit der leckeren Suppe in der Hand setzen wir uns mit den anderen Genießerinnen und Genießern an einen Tisch zu einem leckeren gemeinsamen Mahl. Schließlich wollen wir die Sonne noch bei einem kleinen Spaziergang genießen. Wir statten dem Gehölzgarten Ripshorst einen Besuch ab, der das Haus Ripshorst wie ein grünes Band umgibt. Ein großer Teil der etwa 6.000 Gehölze dieses Parks erstrahlen in herbstlichen Farben und der Wanderweg ist von buntem Laub bedeckt. Auf einer Wiese am Rhein-Herne-Kanal erhebt sich nebenan der Zauberlehrling, eine 35 Meter hohe Stahlskulptur, die im Rahmen der Emscherkunst 2013 hier am Kanal errichtet worden ist. Auf dem Rückweg zum Hof biegen wir noch einmal links ab und machen einen kleinen Abstecher zur Brache Vondern. Dazu überqueren wir die elegant geschwungene Rad- und Fußgängerbrücke und lassen uns vom blauen Pflaster den Weg zu den verschiedenen Kunstwerken in der Industrienatur im Neuen Emschertal zeigen. Wir genießen die Aussicht vom steinernen „Brachenthron“, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Genießermarkt Emscher Landschaftspark machen. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Eis. Am Eiswagen von „I am love“ gibt es sowohl die Klassiker wie Vanille und Schokolade, als auch eigene Erfindungen wie „Heidirette“, eine Mischung aus Heidelbeereis und Yoghurtschokolade. Wir entscheiden uns für Vanille und „Schmand Mandarine“ und lassen uns das Eis  in den gemütlichen Liegestühlen auf der Picknickwiese schmecken, begleitet von der entspannten Lounge-Musik der beiden DJ’s. So lassen wir den heutigen Tag im Emscher Landschaftspark noch einmal genussvoll ausklingen.