Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Foto-Caching+ am KulturKanal im Emscher Landschaftspark

Foto-Caching+ am KulturKanal im Emscher Landschaftspark

„Wie, eine Schatzsuche?“, fragt uns eine Freundin, als wir ihr erzählen, dass wir uns heute in den Emscher Landschaftspark begeben, um kleine versteckte Dosen mit hinterlegten Figuren aufzuspüren. Foto-Caching+ heißt die Freizeitaktion, die der Regionalverband Ruhr am Rande des Rhein-Herne-Kanals ins Leben gerufen hat. Die Sonne scheint; wir möchten an die frische Luft und an fließendes Wasser – warum das nicht gleich mit Spiel und Spaß verbinden?

Bevor wir losziehen, erkundigen wir uns auf der Webseite des KulturKanals, wo genau die insgesamt 17 Foto-Caches zwischen Duisburg und Datteln zu finden sind. Wir sind Abenteurer, aber so ganz unvorbereitet möchten wir nicht auf die Suche gehen. Starten möchten wir mit unseren Fahrrädern am Herner Meer, um unserer auserwählten Figur anschließend die Schleuse Herne-Ost zu zeigen. Denn genau dort soll ein Schatz versteckt sein – genau wie am Stadthafen Recklinghausen und im Nordsternpark Gelsenkirchen. Wir schnappen uns unser Smartphone und zur Sicherheiteinen Kartenausdruck und auf geht’s!

reemrenreh am Herner Meer

reemrenreh am Herner Meer

Als wir in das Naherholungsgebiet am Herner Meer abbiegen, sehen wir schon eine Gruppe von Mädchen am Ufer des Rhein-Herne-Kanals liegen. Einige Meter weiter sitzt ein Mann auf einem Stuhl in der Sonne und Musik schallt durch die offenen Fenster seines Autos. Auch wenn wir erst einen Kilometer hinter uns gebracht haben, stellen wir unsere Räder ab. Mit der Skulptur reemrenreh (kaum Gesang) von Bogomir Ecker vor den Augen genießen wir für einen kurzen Moment die Umgebung, bevor wir zur Schleuse Herne-Ost radeln. Keine Zeit zu verlieren! Es gilt Schätze zu suchen! Wir fahren auf die Östlichste von sieben Schleusenstufen zu, die den Schiffen auf ihrer Fahrt über den 45 Kilometer langen Kanal dabei helfen, den Höhenunterschied von insgesamt 36 Metern zu überwinden. „An der Biegung des Weges leitet die Planke, / kein Baum, kein Strauch, nicht mal `ne Ranke. / Und fall nicht ins Wasser, du Tor, / der Rasen gibt die Höhe vor“, steht auf dem Ausdruck des Foto-Caches geschrieben. Natürlich möchten wir an dieser Stelle nichts verraten, nur so viel: Wir müssen wirklich kräftig suchen, aber wir werden fündig! Als wir die kleine Dose mit dem KulturKanal Logoentdecken, freuen wir uns wie kleine Kinder und sind schon ganz gespannt, gegen welche Figur wir unser mitgebrachtes Püppchen austauschen dürfen. Et voilà: Es ist eine Krake! Diese schielt uns so süß an – wir müssen sofort ein Foto von ihr schießen. Dazu dichten wir einen Vierzeiler, damit wir unseren Erfolg auch im Blog des KulturKanal veröffentlichen und andere Cacherinnen und Cacher daran teilhaben lassen können: „Hier am Kanal im Emscher Landschaftspark / wartet ein rotes Wasserwesen, oh so stark. / Die Krake hat nicht nur einen Arm, sondern acht, / die nun festen Boden berühren, wie die Krake tanzt und lacht!“

Als nächste Station auf unserer Foto-Caching+-Tour am KulturKanal haben wir uns den Stadthafen Recklinghausens ausgesucht. Nachdem wir ungefähr 15 Minuten lang dem Uferweg am Rhein-Herne-Kanal gefolgt sind, genehmigen wir uns erst einmal eine Saftschorle im Beach Club. Hier stehen alle Zeichen auf Entspannung: Strandkörbe und Liegen stehen im Sand und laden dazu ein, Urlaubsfeeling mitten in der Metropole Ruhr aufkommen zu lassen. Wir nutzen den Moment, um auf unserem Smartphone unsere, wie auch die Koordinaten unseres zweiten Schatzes zu checken. Ein Blick reicht aus: Die zweite Dose ist nicht fern! Weil wir es kaum abwarten können, auch dieses Geheimnis zu lüften, leeren wir unser Glas ein bisschen schneller als nötig. Wir überqueren die Emscher und passieren das Kunstwerk Analyse von Roman Signer, Teil der Emscherkunst 2016.

Foto-Caching+ am Stadthafen Recklinghausen

Foto-Caching+ am Stadthafen Recklinghausen

Das Umspannwerk Recklinghausen liegt vor uns, Museum, Denkmal und Betriebsstätte zugleich. Es ist einer der 25 Ankerpunkte der Route der Industriekultur, die die Standorte der Industriekultur in der Metropole Ruhr verbindet. Das Museum „Strom und Leben“ zeigt die Geschichte der Elektrizität und lädt mit interaktiven Elementen zum Anfassen ein, man kann aktiv werden. Und das werden wir hier auch: Wir betreten den „Garten, / Holzskulpturen hier ruhen und warten“ und begeben uns umgehend daran, hinter Büschen zu schauen, Holzstücke hochzunehmen, die Wiese abzutasten. Und auch hier müssen wir einen Luftsprung zurückhalten, als wir die kleine, durchsichtige Schatzkiste entdecken. Den Logbüchern können wir entnehmen, dass dieses Cache regelmäßig aufgesucht wird, das letzte Mal vor 3 Tagen. Die „Stadt-Piraten“ waren genauso erfolgreich bei der Schnitzeljagd wie der „Hochleistungschiller“. Wir verabschieden uns schweren Herzens von unserer Krake, die uns ein guter Wegbegleiter auf unserer Fahrt durch den Emscher Landschaftspark war und heißen einen neuen willkommen: Einen schwarzen Rennflitzer. Der wird umgehend mit einem kleinen, der Dose beiliegenden KulturKanal-Sticker beklebt – bereit loszudüsen!

Foto-Caching+ im Nordsternpark Gelsenkirchen

Foto-Caching+ im Nordsternpark Gelsenkirchen

Der Weg zum Nordsternpark in Gelsenkirchen ist etwas länger. Durch Crange hindurch, können wir schon bald die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen von oben bewundern bevor wir den Landschafts- und Gewerbepark erreichen. Das große Areal des Bundesgartenschaugeländes von 1997 schenkt Raum für Kunst, Kultur, Gastronomie, Natur und Freizeit. Kühlturm und Lohnhalle sind hier genauso zu finden wie ein Amphitheater, ein Kinderland oder Gleisharfen. Der perfekte Ort also, um ein weiteres Cache aufzuspüren. Wieder hilft uns ein Gedicht, das uns spielerisch zum Versteck führt. Sieht uns auch keiner? Dann schnell zum „Zaun bei Moos“ zur dritten Box! Als wir diese öffnen, blinzelt uns Scrat, das Eichhörnchen aus dem Film Ice Age, an.Wir sind sehr zufrieden mit unserer Ausbeute, mit uns als Foto-Caching+-Anfängerinnen und mit unserem Tag, den wir draußen im Emscher Landschaftspark erleben konnten. Wieder einmal hat es sich gelohnt, die Erlebniswege in der Metropole Ruhr und die Freizeitmöglichkeiten zu nutzen; wieder einmal sind wir angetan von der schönen, vielfältigen Industrienatur.

Das gilt bestimmt auch für Scrat. „Eichhörnchen Scrat übersteht den Nullpunkt und noch kälter, / drum nimmt er gern in Kauf die Zeit im KulturKanal Behälter, / um dann an die warme Sonne zu gelangen, / wird anschließend an die Nordsternbrücke gehangen, / baumelt umher und genießt die Sicht – / „Welch‘ schöner Rhein-Herne-Kanal!“, denkt der kleine Wicht.“