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Emscherlandschafts Park
Erkundungstour in der Sonderausstellung „U-Boote –Krieg und Forschung in der Tiefe“

Erkundungstour in der Sonderausstellung „U-Boote –Krieg und Forschung in der Tiefe“

Der Emscher Landschaftspark bietet nicht nur atemberaubende Natur und eine große Artenvielfalt, sondern auch Kunst und Kultur so wie die Sonderausstellung des LWL-Industriemuseum in Henrichenburg. Die Ausstellung unter dem Motto „U-BooteKrieg und Forschung in der Tiefe“ bringt uns zurück in die Zeit, als die ersten U-Boote gebaut wurden und im Krieg als Massenvernichtungswaffen eingesetzt wurden. Die Sonderausstellung wurde am 9. Dezember 2018 eingeweiht und geht noch bis zum 15. September 2019, somit habt ihr noch genug Zeit euch diese interessante Ausstellung anzusehen. Auch wir haben uns auf dem Weg nach Henrichenburg gemacht und haben an der Führung teilgenommen.

Um zu der eigentlichen Sonderausstellung zu kommen, müssen wir zunächst über das Gelände. Auf dem Weg sehen wir einige Schiffe und die jeweilige Beschreibung zu diesen. Wir erreichen das damalige Hebewerk, das den Schiffen ermöglicht hat den Höhenunterschied zu überwinden. Über eine enge Wendeltreppe kommen wir auf eine kleine Aussichtsform und können das ganze Gelände überblicken.

Überblick über das ganze Gelände

Überblick über das ganze Gelände

Bei dem warmen Frühlingswetter spielen viele Kinder fröhlich auf dem großen Spielplatz, während ihre Eltern auf der Bank sitzen und die Sonne genießen.

Als wir in das Gebäude der Sonderausstellung hineingehen, fällt uns direkt ein verrostetes Boot ins Auge. Bei der Führung wird uns erklärt, dass dieses die Bug-Sektion eines Zwei-Mann-U-Bootes sei. Das U-Boot des Typus Seehund ist im 2. Weltkrieg im Jahr 1945 in der Ostsee gesunken und erst 2001 wurde es geborgen. Zunächst könnte man denken dass es von einem Feind versenkt wurde, tatsächlich ist es aber bei einer Überführungsfahrt gesunken. Daher ist es nie zu einem richtigen Einsatz gekommen. Es wird vermutet, dass es damals aufgrund eines technischen Fehlers gesunken ist. Das Schicksal der Besatzung ist unbekannt. Das Exemplar sieht rostig und zerbrechlich aus. Eine Frau sitzt direkt am Eingang und passt auf, dass keiner das Ausstellungsstück berührt und falls doch jemand diesem zu nah kommt, ertönt ein lauter Piep-Ton. Den werden wir während unserer Führung noch öfter hören.

Bug-Sektion des Wracks

Bug-Sektion des Wracks

Die Sonderausstellung besteht aus verschiedenen Räumen, die immer ein Unterthema haben und in verschiedene Farben eingeteilt sind. Die graue Abteilung verbindet die Thematik U-Boote und Krieg. Da die Unterwasserboote in dieser Zeit unauffällig sein sollten, wurden sie in einer Tarnfarbe gebaut. Anders ist es bei der gelben Abteilung, die die Forschung versinnbildlicht. Forschungsunterwasserboote sollten sehr auffällig sein, deshalb waren sie meistens gelb. Wir mussten hier direkt an das Lied „Yellow Submarine“ denken. Die blaue Abteilung hebt sich von den anderen beiden ab und erklärt auf technischer Basis wie U-Boote funktionieren.

Doch warum sind U-Boote so interessant für die Menschen? Kaum etwas ist so unerforscht wie die Tiefen der Meere. Obwohl U-Boote einige Ur-Ängste im Menschen auslösen, wie zum Beispiel auf kleinem Raum gefangen oder tief unter der Wasseroberfläche zu sein, nutzt die Menschheit diese um Forschung zu betreiben oder Kriege zu führen. Der hohe Druck und die komplette Dunkelheit in der Tiefsee schaffen Verhältnisse, die ähnlich sind wie im Weltraum und dennoch wissen wir weniger über die Tiefen der Meere, als zum Beispiel über die Rückseite des Mondes. U-Boote ermöglichen es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diese unbekannte Welt zu erforschen. Im letzten Raum treffen wir auf ein Modell, das von GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Originalgröße gebaut wurde. Das 3,98 Meter lange „Autonomous Underwater-Vehicle“ (AUV) wurde unbemannt in die Tiefe gelassen. Mit Hilfe eines Echolots kann später eine detaillierte Karte vom Meeresgrund entstehen.

Doch U-Boote wurden nicht nur zur Forschung genutzt, sondern auch als Massenvernichtungswaffe in den beiden Weltkriegen und im Kalten Krieg. Um 1900 begannen viele Länder mit dem U-Boote-Bau. Im 1. Weltkrieg gab es zunächst nur 351 deutsche U-Boote, die im Dienst waren. Bereits da sind von 17.841 U-Boot-Fahrern 4.749 gefallen, doch im 2. Weltkrieg stiegen diese Zahlen drastisch: von 1.156 U-Booten im Einsatz sind 768 gesunken. Von 40.400 deutschen Fahrern sind 30.000 gestorben. Im Kalten Krieg gab es wieder einen Wandel, denn dort wurden Atom-U-Boote als Waffe benutzt. Zunächst betrieb die USA eine Unterwasserflotte doch gleich danach begann das Wettrüsten darunter die Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und China.

Diese und noch weitere interessante Fakten warten auf euch im Industriemuseum des LWL’s in Henrichenburg. Wenn ihr auf der Suche nach weiteren spannenden Aktivitäten seid, dann schaut doch mal beim Museum Strom und Leben im Umspannwerk in Recklinghausen vorbei, wo die Geschichte der Elektrifizierung dargestellt wird. Wen es doch mehr in die Natur zieht, kann auch im Erin-Park in Castrop-Rauxel vorbeischauen, der nach irischen Gestaltungsvorbildern umgesetzt wurde.