Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Eine Wanderung auf den sagenhaften Tippelsberg

Eine Wanderung auf den sagenhaften Tippelsberg

Die Industriekultur der Metropole Ruhr  prägt in ihrer Vielfalt bekanntlich das ganze Ruhrgebiet mit ihren Grünflächen, die uns allen voran der Emscher Landschaftspark so zahlreich bietet und die den neuen Erlebnisraum entlang der Emscher ausmachen. Einer jener Erlebnisorte ist der Tippelsberg in Bochum. Um diese natürliche Erhebung am nördlichen Stadtrand ranken sich Mythen und Geschichten und fast so sagenhaft ist seine Entwicklung von einer  Schuttdeponie zum Freizeitort im Emscher Landschaftspark.

Schon 2010 legte der Regionalverband Ruhr fest, dass der Emscher Landschaftspark  um die Landmarke Tippelsberg erweitert werden sollte. Ab 1998 war der Berg für Besucher und Besucherinnen nicht mehr zugänglich und nur industriell genutzt worden. Dies wurde im Rahmen von Renaturierungsarbeiten verändert, sodass er ab 2007 wieder von Groß und Klein als Erlebnisort erkundet  werden konnte. Inzwischen ist die 150m hohe Erhebung vom RVR in die Panoramen der Route der Industriekultur aufgenommen worden. Dieses Freizeitwegenetz verbindet für Radfahrer auf über 700km 25 Ankerpunkte der Route der Industriekulturwie das UNESCO-Welterbe Zollverein oder die Kokerei Hansaatemberaubende Panoramen  vor allem auf den grünen Halden der Metropole Ruhr und historische Siedlungen. Der zugehörige Straßenrundkurs ist etwa 400km lang. 

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel können wir es kaum erwarten, unsere Wanderung auf den sagenumwobenen Tippelsberg im Bochumer Stadtteil Riemke zu beginnen. Die Anfahrt ist leicht, direkt  am Fuße des Berges befindet sich ein Parkplatz und wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann dies zum Beispiel mit der U-Bahn tun, denn von der Station Riemke Markt sind es nur wenige Gehminuten. Diesen Weg haben wir gewählt und laufen ganz entspannt die Tippelsberger Straße entlang. Es gehört fast schon dazu, zum Tippelsberg mit der U-Bahn zu fahren, schließlich diente er unter anderem mit Beginn der Bauarbeiten an der U 35 als Deponie für den Bodenaushub.

Wanderweg Tippelsberg

Wanderweg Tippelsberg Bochum-Riemke

An der leichten Steigung der Straße lässt sich schon erahnen, dass es bis zum Berg nicht weit sein kann, doch durch die Blätterpracht der Bäume, welche die Straßen der Metropole Ruhr begrünen, können wir zunächst nichts vom mystischen Tippelsberg sehen. Nach ein paar Minuten hören die Häuserreihen links und rechts von uns auf. Links befinden sich ein Kleingartenverein und ein Gasthaus, bevor der grüne Hang des Tippelsbergs in unser Sichtfeld rückt. Die Aufstiegsmöglichkeiten sind zahlreich und wir entscheiden uns für einen schmalen Pfad, der ganz im Grün zu verschwinden scheint. Die Beschilderung weist uns darauf hin, dass das Betreten auf eigene Gefahr sei. Ob wir hier wohl vor dem Riesen Tippulus gewarnt werden? Doch der Weg ist weitestgehend gut befestigt, sodass auch eine spontane Wanderung ohne größere Vorbereitung möglich ist. Die Steigung nimmt zu, doch durch das schattenspendende Grün um uns herum ist der Weg sehr angenehm. Durch das dichte Grün am Hang ist der Tippelsberg ein wahres Naherholungsgebiet, und wir können uns gut vorstellen, dass es auch für einen Familienausflug ein spannendes Ziel ist.

Gipfelkreuz

Gipfelkreuz

 

Zuletzt führt uns eine kurze Treppe direkt zum 400km² großen Gipfelplateau. Diese Treppe kann auf vielen anderen Wegen umgangen werden, wodurch der Gipfel auch stufenfrei zugänglich ist. Wir konnten auf dem Weg hierher noch nicht erahnen, wie erstaunlich der Ausblick sein würde. Durch die glasklare Sicht können wir in alle Himmelsrichtungen die Industrienatur der Metropole Ruhr überblicken. Es ist immer wieder eine Überraschung, wie grün das Ruhrgebiet doch ist. Von hier oben können wir auch viele weitere Landmarken des Emscher Landschaftsparks erkennen. So ist  im Nordwesten die Halde Hoheward mit ihrem Horizontobservatorium gut zu erkennen und das Windrad auf der Halde Hoppenbruch. Das Gipfelplateau ist vor allem geprägt von einem liegenden Gipfelkreuz, welches als stilvolle Sitzlandschaft dazu einlädt, die Aussicht eine Weile zu genießen. Um das Kreuz herum befinden sich acht stählerne Stelen, auf denen eine Plakette darauf hinweist, was von diesem Punkt aus in der Ferne zu sehen ist. Es gibt an jeder Stele sowohl ein hohes Gucklock für die größeren Besucher und Besucherinnen, als auch ein tieferes für die kleinen Besucher und Besucherinnen. Durch diese erkennen wir den Westpark, den Bochumer Stadtpark oder auch das Bergbau-Museum.

Fußabdruck

Fußabdruck von Tippulus auf dem Tippelsberg

Schließlich machen wir uns auf einem der anderen Wege an den Abstieg. Fast hätten wir den großen, in Beton gegossenen Fußabdruck im Gras übersehen. Diese findet man bei genauerem Hinsehen häufiger am Wegesrand, wodurch man wortwörtlich in die Fußstapfen des großen Riesen Tippulus treten kann. Um ihn ranken sich einige Geschichten und Mythen, welche die Entstehung des Tippelsbergs sagenhaft erzählen. Es könnte so gewesen sein, dass Tippulus einen heftigen Streit mit dem Riesen aus der Haard hatte. Beide haben sich aus Ärger mit vielen großen Steinen beworfen, die dann die Haardhöhe und den Tippelsberg formten. Einer anderen Sage zu Folge, klopfte sich der Riese Tippulus nach einer langen Wanderung die Schuhe aus, da seine Füße schmerzten. Von der Sohle seiner Schuhe fiel dabei die gewaltige Masse des Tippelsberges. Diese Geschichten lassen wir uns auf unserer eigenen Wanderung bergab durch den Kopf gehen und genießen das Grün und zum Beispiel die Blüte der Stockrose um uns herum.

Der sagenumwobene Tippelsberg ist ein wahrhaft schönes Ausflugsziel und ein Erlebnisort für Groß und Klein im Emscher Landschaftspark und bietet mit seinem Panorama einen unbeschreiblichen Ausblick über unsere  Metropole Ruhr.