Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Ein Tag im MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr

Ein Tag im MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und es ist richtig warm im Emscher Landschaftspark – beste Voraussetzungen also, um einen gemütlichen Tag im Garten zu verbringen. Daher sind wir heute in Richtung Mülheim unterwegs, um uns die MüGa anzuschauen, die Mülheimer Gartenschau, auch Mülheims Garten an der Ruhr genannt. 1992 war sie die dritte Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen, die auf einer Industriebrache, ehemaligen Schrottfläche und Bahnanlage der unteren Ruhrtalbahn entstanden ist. Sie liegt mitten in der Stadt und bietet zahlreiche Möglichkeiten sowohl für Erholung und Entspannung als auch für Spiel und Spaß in der Metropole Ruhr.

Ringlokschuppen MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr Mülheim an der Ruhr

Ringlokschuppen
MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr

Wir betreten die Parkanlage über einen Eingang an der Westseite. Vor uns erstrecken sich großzügige Wiesenflächen, auf denen ein buntes Treiben herrscht: Familien haben ihre Decken für ein Picknick ausgebreitet, während Kinder sich bei Ballspielen vergnügen und Schläfrige ein Sonnenbad genießen. Ein Schild verrät uns, das wir uns hier im Darlington Park befinden, einem Teil des MüGa-Parks, der nach der englischen Partnerstadt Mülheims benannt ist, denn auch die Partnerstädte der Stadt Mülheim an der Ruhr haben einen Beitrag zur Landesgartenschau 1992 beigesteuert. Erste Station auf unserem Spaziergang ist der Ringlokschuppen, früher ein Eisenbahndepot, heute ein Ort für Kulturprojekte der freien künstlerischen Szene in der Metropole Ruhr mit Theater, Musik, Tanz und Performances. Entstanden ist der Ringlokschuppen um 1900 als Platz für die Unterstellung von Loks, die über eine Drehscheibe in ihre Schuppen gefahren werden konnten. Die ehemalige Drehscheibe ist mittlerweile zu einem flachen Amphitheater mit Bühne gestaltet worden, in dem regelmäßig Veranstaltungen im Emscher Landschaftspark stattfinden. Neben dem Amphitheater entdecken wir idyllische Wasserbecken mit dichtem Schilf und blühenden Sumpfpflanzen. Im Wasser schwimmen kleine Fische, prächtige Seerosen bedecken die Oberfläche, über der sich Schmetterlinge und Libellen tummeln. Sprudelnde Wasserläufe fließen in die Becken und lassen ein angenehmes Plätschern erklingen. Wir folgen dem Weg an den Wasserbiotopen entlang und lassen uns in eine wunderschöne Landschaft hineinziehen mit dem Garten von Kfar Saba, benannt nach der israelischen Partnerstadt Mülheims. Über Treppenstufen geht es an weiteren Wasseroasen und üppigen Beeten mit blühenden Pflanzen vorbei, deren Blüten in allen Farben leuchten. Wir spazieren über kleine geschwungene Wege, Stege aus großen Steinblöcken und erblicken ein spannendes rotes Gebäude, das wie ein Turm mit einer Kuppel aussieht. Das wollen wir uns natürlich mal aus der Nähe ansehen! Wir erfahren, dass es sich bei dem 26 Meter hohen denkmalgeschützten Turm um den 1904 erbauten, ehemaligen Broicher Wasserturm handelt, der früher die Versorgung von Dampflokomotiven mit Wasser übernahm. Heute befindet sich an Stelle mehrerer 100 Liter Flüssigkeit eine Camera Obscura in der Turmkuppel, und zwar die größte begehbare der Welt! Dabei handelt es sich um einen dunklen Raum mit einem Loch in der Wand, über das per Lichteinfall Bilder projiziert werden. Ergänzend dazu präsentiert eine Ausstellung aus über 1.100 Exponaten die Vorgeschichte des Films mit Schattenspielen und Kaleidoskopen, inklusive 360-Grad-Panoramarundblick über den MüGa-Park.

Camera Obscura MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr Mülheim an der Ruhr

Camera Obscura
MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr

Darlington Park MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr Mülheim an der Ruhr

Darlington Park
MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr

Gemütlich schlendern wir in den Garten von Kfar Saba zurück und betreten über ein paar Stufen einen Rundgang mit Laternen, der mit Rankgittern überdacht ist, an denen dichtes Grün empor wächst. Im Gebüsch neben uns raschelt es, eine vorwitzige kleine Maus schaut uns aus großen Knopfaugen an und überquert in Windeseile vor uns den Korridor. Wir laufen den Gang entlang, der wohltuenden Schatten spendet, und sind gespannt, wohin er uns führt. Sitzbänke an der Seite laden zur Pause und zum Innehalten ein. Überhaupt bietet Mülheims Garten an der Ruhr hier im Darlington Park viele verträumte Ecken mit Bänken, in die man sich entspannt zurückziehen und zur Ruhe kommen kann. Vor uns tut sich ein kleiner Platz mit einem Kugelbrunnen auf, der mit griechisch anmutenden Säulen umfasst ist. Dahinter entdecken wir eine Aussichtsplattform, von der wir einen weiten Blick über die Stadt Mülheim werfen können. Kleine Treppen und Wege gehen von dem Platz und dem Korridor ab, die wieder zurück in die idyllische Gartenlandschaft mit den Wasseroasen führen. Wir wissen gar nicht, wohin wir als erstes schauen sollen. Überall gibt es etwas zu entdecken und zu bestaunen – verspielte Wasserläufe, charmante Pavillons, kleine verwunschene Wege, üppige Beeten mit prächtigen Pflanzen. Welchen Weg wir auch wählen, wir bekommen immer wieder neue Einblicke und begegnen wunderschönen Motiven, von denen wir am liebsten sofort Postkarten drucken lassen würden. Vögel zwitschern fröhlich und es duftet herrlich nach Sommer. Neben uns genießen an diesem Sonnentag im Emscher Landschaftspark noch viele andere Menschen den MüGa-Park, jede und jeder ganz nach dem eigenen Geschmack – bei einem Picknick, bei einem Spaziergang, entspannt mit einem Buch, sportlich beim Jogging oder Radfahren. Am Ende des umrankten Korridors befindet sich ein Spielplatz, auf dem sich die jüngeren Parkbesucherinnen und Parkbesucher zahlreich vergnügen. Hinter dem Spielplatz verbreitet das älteste Baudenkmal der Stadt Mülheim mittelalterlichen Charme: Schloss Broich. Die Ursprünge der Anlage, die zum Schutz des Hellwegs als Sperrfort gegen die Normannen diente, gehen auf das 9. Jahrhundert zurück. Sie gilt als besterhaltene spätkarolingische Burganlage im deutschen Sprachraum und beherbergt heute das Historische Museum zur Schloss- und Stadtgeschichte.

Darlington Park/Garten von Kfar Saba MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr Mülheim an der Ruhr

Darlington Park/Garten von Kfar Saba
MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr

Vor dem Schloss führt ein großer befestigter Weg entlang, der uns an einem der vielen Kunstobjekte vorbei führt, die sich ebenfalls im MüGa-Park entdecken lassen. Es handelt sich um die Landschaftsinszenierung „Schrottlaube“, ein grünbewachsener überdachter Picknickplatz, der aus Schrottteilen gefertigt ist und an die Vergangenheit des MüGa-Parks erinnert. Denn dass sich hier vor der Landesgartenschau mal ein Schrottplatz befunden hat, lässt sich heute beim besten Willen nicht mehr erkennen. Der Weg führt uns weiter über die Kfar-Saba-Brücke, über die wir den Darlington-Park verlassen und in den östlichen Teil des MüGa-Parks gelangen. Dort erwarten uns sprudelnde Springbrunnen, Wasserspiele und Fontänen in einer großzügigen Anlage mit dichten Laubbäumen, Teichen, Pavillons und gepflasterten Wegen. Ein großer Platz lädt mit Bänken zur Rast ein, schmiedeeiserne Tore und Zäune umsäumen die Ufer und auf dem Wasser schwimmen Gänse und Enten zwischen blühenden Seerosen umher. Wir folgen einer breiten Allee mit Wasserlauf und Fontänen, die an grünen Wiesen vorbeiführt. Neugierig überqueren wir die Wiese, um uns den Tourainer Heckengarten anzuschauen, benannt nach der Partnerstadt Tours an der Loire. Klare Linien und geometrische Formen mit geschnittenen Hecken und Büschen stehen in diesem Teil des MüGa-Parks im Vordergrund, der im Stil der Tourainer Landschaft angelegt und bepflanzt worden ist. Schmuckstück des Gartens ist ein filigraner, kunstvoll verzierter Glaspavillon in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot.

Rosengarten MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr Mülheim an der Ruhr

Rosengarten
MüGa-Park – Mülheims Garten an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr

Vom Tourainer Heckengarten führt uns ein Weg zur Ruhr, die den östlichen Abschluss des MüGa-Parks bildet. Viele Menschen sind bei dem Wetter heute mit Booten auf dem Fluss unterwegs oder genießen gegenüber in den Cafés auf der Ruhrpromenade das ein oder andere Getränk, und wir betrachten das bunte Treiben am und auf dem Wasser, während wir am Ufer entlang schlendern. Große grün überwachsene Torbögen weisen uns den Eingang zum Rosengarten, der in einem Achteck angelegt ist. Die Allee mit Wasserlauf und Fontänen verläuft als Mittelachse durch den Rosengarten, so dass eines der Wasserspiele dessen Zentrum bildet. Verschiedene Rosenbüsche blühen in unterschiedlichen Farben um die Wette, hohe Hecken grenzen die Beete voneinander ab und schaffen so versteckte charmante Ecken, in die man sich zurück ziehen kann.

Nach einer Weile machen wir uns über die Allee wieder auf den Rückweg und entdecken am anderen Parkende noch einen spannenden Wasserspielplatz mit Wasserläufen, Sprenklern, Pumpen und Fontänen, auf dem sich eine fröhliche Kinderschar planschend im kühlen Nass vergnügt. Ein Wegweiser verrät uns, dass hier am MüGa-Park mit der Route der Industriekultur per Rad und dem RuhrtalRadweg zwei attraktive Radrouten der Metropole Ruhr vorbeiführen, die Mülheims Garten an der Ruhr mit weiteren Erlebnisorten im Emscher Landschaftspark wie dem Aquarius Wassermuseum in Mülheim und dem Innenhafen Duisburg mit dem Garten der Erinnerungen verbinden. Falls ihr also demnächst mal auf einer der beiden Routen im Raum Mülheim unterwegs seid: Einen Zwischenstopp im MüGa-Park solltet ihr auf jeden Fall bei eurer Tour mit einplanen! :-)