Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Ein Stückchen USA in der Metropole Ruhr – die Schurenbachhalde mit der „Bramme“ von Richard Serra

Ein Stückchen USA in der Metropole Ruhr – die Schurenbachhalde mit der „Bramme“ von Richard Serra

Die Schurenbachhalde in Essen zählt neben der Halde Hoheward sicher zu den interessantesten Halden des Emscher Landschaftsparks. Das liegt nicht zuletzt auch an der „Bramme“, einem Kunstwerk von Richard Serra, das die Kuppe der Schurenbachhalde ziert und so Aufmerksamkeit erregt.

Aber langsam. Die Schurenbachhalde ist im Emscher Landschaftspark sehr günstig gelegen und deshalb immer einen kurzen Abstecher wert, auch wenn man eigentlich andere Pläne hat. Auf der kahlen Kuppe der Schurenbachhalde, die mit ihrem dunklen Geröll an eine Mondlandschaft erinnern soll, lässt sich der unverstellte Blick über die gesamte Metropole Ruhr und weitere Teile des Emscher Landschaftsparks genießen. Das Highlight ist allerdings nicht die Halde an sich, sondern die Stahlplastik „Bramme“, die der US-Amerikaner Richard Serra im Jahr 1998 entworfen hat und die seitdem auf der Halde thront. Die „Bramme“ ist zwar gewaltige 15 Meter hoch, aber nur 13 Zentimeter breit. Dabei wiegt sie stolze 67 Tonnen. Sie gilt als eines der Wahrzeichen für das von der Industrie geprägte Ruhrgebiet und ist aus dem Emscher Landschaftspark nicht mehr wegzudenken. Sie ist ebenfalls ein Stück Industriekultur und lässt die gerölllastige Landschaft der Schurenbachhalde so trotzdem imposant wirken.

Doch wer ist eigentlich Richard Serra? Er wurde 1939 in San Francisco geboren und begann im Laufe seiner Bildhauer-Karriere mit schweren, nur schwierig zu formenden Industriestoffen zu arbeiten. Durch diese neu entdeckte Leidenschaft und auch durch seinen Nebenjob in einem Stahlwerk begann Serra sich für die Arbeit mit Stahl zu interessieren. Serras sehr bewegtes Leben führte ihn von den USA bis nach Europa, Nordafrika und sogar bis nach Japan. Bei diesen Reisen und Auslandsaufenthalten traf er viele bekannte Künstler, mit denen er zusammenarbeitete und so seine Kunstform weiter etablierte. Anfang der 1970er Jahre verschlug es Serra auch nach Deutschland, wo seine Installation „Circuit“ auf der documenta 5 zu sehen war.

Weitere Projekte, vor allem auch im Emscher Landschaftspark, sowie ein Film über die Henrichshütte in Hattingen folgten mit der Unterstützung seiner damaligen Partnerin. Die Stahlplastik „Terminal“, die nur unter großen Protesten in Bochum am Hauptbahnhof installiert wurde, zählt zu seinen nächsten großen Projekten. Bis heute kann man diese Stahlinstallation am Bochumer Hauptbahnhof bewundern. Auch in New York kam es zu Protesten bei denen es um eine seiner Stahlskulpturen ging.

1998 entwarf er dann die „Bramme“ für die Schurenbachhalde in der Metropole Ruhr, die vor allem auch der Zwangsarbeiter im Dritten Reich gedenken soll. Im Jahr 2005 konzipierte Serra dann für eines der bekanntesten Museen der Welt, dem Guggenheim Museum Bilbao, eine weitere riesige, begehbare Stahlinstallation. Serra gewann einige Auszeichnungen durch sein Konzept von gleichzeitigem Eröffnen und Verschließen von Blickwinkeln, was er durch seine Stahlinstallationen und -skulpturen gekonnt umsetzt.

Bis heute ist Serra als Künstler aktiv und seine Werke können an unterschiedlichsten Orten auf der ganzen Welt bestaunt werden, sogar hier im Emscher Landschaftspark. Ihr müsst also nicht extra eine weite Reise auf euch nehmen, um seine Kunstwerke betrachten zu können. Schaut euch die „Bramme“ oder den „Terminal“ in Essen oder Bochum an. Denn so wird schnell klar, was für eindrucksvolle Kunstwerke ihr im Landschaftspark  der Metropole Ruhr rund um die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal entdecken könnt.