Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Ein Spaziergang im Dezember über die Halde Rheinelbe und den anliegenden Skulpturenwald in Gelsenkirchen

Ein Spaziergang im Dezember über die Halde Rheinelbe und den anliegenden Skulpturenwald in Gelsenkirchen

Warm eingepackt in Mütze, Schal und Handschuhe und ausgerüstet mit festem Schuhwerk, beginnen wir den Spaziergang am Fuße der Halde Rheinelbe im Ruhrgebiet. Nach den ersten Metern begegnet uns bereits die Skulptur „Windwaage“, eine von zahlreichen Installationen des Landart Künstlers Hermann Prigann. Wir gehen weiter auf einem der drei spiralförmig angelegten Wege zur Spitze der Halde. Hier lichtet sich der Wald, eröffnet vor uns die karge Landschaft und gibt den Blick auf die 10 Meter hohe, aus massiven Betonklötzen erbaute Skulptur „Himmelstreppe“ frei. Dort oben weht heute ein frischer Wind, doch wir werden mit einer einzigartigen Aussicht über Gelsenkirchen und Bochum belohnt. Auf dem Weg haldenabwärts in den „Skulpturenwald“ kommen uns andere Spaziergänger mit Hund, ein Jogger, Radfahrer sowie eine Gruppe Vorschulkinder und ihre Betreuer entgegen.

Das besondere Waldgebiet entstand Anfang der 1990er Jahre auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe in der Metropole Ruhr und ist Teil des IBA Emscher Park-Projektes „Restflächen in der Industrielandschaft”. Die Planung des Raumes basierte auf der Idee des Künstlers mit den Großskulpturen, bestehend aus industriell hergestellten und natürlichen Materialien, eine Verbindung zwischen der Geschichte und der Natur der Region zu schaffen. Der ehemalige Sprengstoffbunker der Zeche wird bei Nacht durch eine Lichtkonzeption in die „blaue Grotte“ verwandelt.

Im Wald gelangen wir über ein Kunstwerk mit dem Namen  „Große Treppe“ auf eine zweite, deutlich kleinere und weniger bekannte Halde im Norden des Areals. Die Installation ist aus verschiedenen schweren Trümmerstücken zusammengesetzt. Vor Ort dienen umgefallenen Reste des ehemaligen Kunstwerks „Mondholz“ heute als Sitzgelegenheiten und bieten eine Möglichkeit zur Pause und Erholung.

Auf unserem Rückweg passieren wir das alte Schalthaus der Zeche und die Forststation Rheinelbe. Zum Abschluss des Spaziergangs verabschieden uns große Portalskulpturen am Wegesrand des Skulpturenwaldes im Emscher Landschaftspark.

Die Windwaage an der Halde Rheinelbe im Emscher Landschaftspark

Die Windwaage an der Halde Rheinelbe im Emscher Landschaftspark

Die Himmelstreppe auf der Halde Rheinelbe im Emscher Landschaftspark

Die Himmelstreppe auf der Halde Rheinelbe im Emscher Landschaftspark