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Emscherlandschafts Park
Ein Spaziergang durch das NSG Voßnacken Naturschutzgebiet

Ein Spaziergang durch das NSG Voßnacken Naturschutzgebiet

Der Emscher Landschaftspark bietet uns zahlreiche Möglichkeiten mal die eigenen vier Wände zu verlassen, um sich etwas die Beine zu vertreten und die vor einem liegende, wunderschöne Natur der Metropole Ruhr zu genießen. Heute führt uns unser Spaziergang auf eine Erkundungstour durch die pure Natur im Naturschutzgebiet Voßnacken in Herne. Es existiert seit 1989 und ist damit das erste und älteste Naturschutzgebiet der Stadt. Dieses befindet sich mitten im Emscher Landschaftspark auf einer niedrigen Berghalde und umfasst eine fast 20 Hektar große Grünfläche, wo die Natur einfach Natur sein kann. Das Gebiet hat sich den Erhalt zahlreicher seltener Bäume und Pflanzen und teilweise gefährdeter Amphibien-, Insekten- und Vogelarten zum Ziel gemacht. Der Flora und Fauna dieses Areals soll ein artgerechter Lebensraum geschenkt werden, in dem sich die natürliche Entwicklung ohne jegliche Störfaktoren vollziehen kann. Die Pflanzen und Bäume haben die Möglichkeit ungestört zu wachsen und zu gedeihen, die Tiere leben in Sicherheit, neue Lebensgemeinschaften können entstehen und Totholz dient den kleinsten Lebewesen, den Insekten, als neue Behausung und Brutstätte.

An einem schönen Frühlingstag machen wir uns auf zu einem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet. Die Sonne strahlt durch die Bäume und erwärmt die noch vor einigen Tagen kalte Luft. Wir schlendern gemächlich durch das Gebiet und immer wieder fällt uns ein Aushang ins Auge: Ein dreieckiges Schild mit dem Hinweis, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handelt und eine Tafel mit Regeln darunter, die in diesem Areal eingehalten werden müssen, um die darin befindlichen Tiere und Natur zu schützen.

Hinweisschild zum Naturschutzgebiet

Hinweisschild zum Naturschutzgebiet

Erleichtert fällt uns auf, dass es sich dabei um selbstverständliche Sachen handelt, wie zum Beispiel nicht grillen, kein offenes Feuer oder Pflanzen und deren Wurzeln zu entnehmen oder zu beschädigen.

Wir führen unseren Spaziergang fort und erreichen einen großen Teich mit einem kleinen Aussichtssteg, auf dem wir kurz Halt machen und die Ruhe genießen. Die einzigen Geräusche, die wir hören, sind die Vögel, die zum Frühlingsbeginn aufgeregt zwitschern. Die Sonne scheint durch die Bäume hindurch und strahlt in unsere Gesichter. Die Stille wird von ein paar Enten unterbrochen, die plötzlich aus dem Gebüsch kommen und auf dem seichten Wasser des Teiches landen. Fröhlich quaken sie vor sich hin und es scheint als würden sie miteinander spielen. Aufgeregt flattern sie in die Luft und landen dann wieder sanft auf der Oberfläche. Wir erkennen, dass der Teich am Rand kaum einen Meter tief ist.

Der kleine Aussichtssteg am Weiher

Der kleine Aussichtssteg am Weiher

Austrocknung des Weihers                                                                                    

Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Weiher im NSG Voßnacken im Sommer 2018 fast komplett ausgetrocknet war, doch mittlerweile ist der Wasserpegel wieder etwas gestiegen. Diese Trockenheit ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, vielmehr zur Freude, so die Naturschutzbehörde. Aufgrund der Tatsache, dass einige Bürgerinnen und Bürger ihre nicht mehr gewollten Fische oder Schildkröten in diesem Teich ausgesetzt haben, ist das natürliche Gleichgewicht aus den Wogen geraten. Der Amphibienbestand sei drastisch gesunken und durch die Austrocknung ist der natürliche Vorgang wieder hergestellt. Amphibien und Libellen erhalten ihren Lebensraum wieder zurück. Laich und Larven werden nicht mehr von den Fischen aufgefressen und können somit wieder schlüpfen. Doch die Fische sterben nicht in dem seichten Teich, sondern werden aus diesem rausgeholt und in den Rhein-Herne-Kanal ausgesetzt, so die Stadt Herne. Mehr als 100 Karpfen und drei Welse wurden schon aus dem Weiher geholt und umgesiedelt.

Große Artenvielfalt im Naturschutzgebiet Voßnacken

Aufgrund seines reichen Amphibienbestandes wurde der Voßnacken in 1989 Hernes erstes Naturschutzgebiet. Die rund 3000 Erdkröten, Gras- und Wasserfröschen, Teich- und Bergmolche verliehen diesem Areal ein besonderes Flair.

Wir sind bei unserem Spaziergang zwar keinen Fröschen oder Molchen begegnet dafür aber einigen Hundebesitzer, die ebenfalls diesen schönen, sonnigen Tag nutzen, um mit ihren Vierbeinern eine Runde durch das Gebiet zu gehen. Gelegentlich und gleichzeitig rhythmisch hören wir einen Specht gegen das Holz eines Baumes hämmert, der wahrscheinlich nach Futter sucht oder sein Revier mit den Schlägen markieren möchte.

So langsam machen wir uns wieder auf dem Rückweg und kommen erneut an dem seichten Teich vorbei und sehen, dass die Enten immer noch auf dem Wasser umher schwimmen. Wir verlassen wieder das Naturschutzgebiet und somit auch die wunderschöne, unberührte Natur mit ihrer zahlreichen Artenvielfalt. Wem dieser Spaziergang noch nicht ausreicht, kann auch eine Farradtour an der Seseke machen. Der 25 km lange Radweg bietet ebenfalls eine wunderschöne Landschaft, die ihr erkunden könnt. Oder wie wäre es mit einem Spaziergang an der Emscher. Der Emscher Weg ist ein beliebter Rad- und Wanderweg in der Metropole Ruhr. Somit genießt das schöne Frühlingswetter.