Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Der Consol Park – Kultur, Spiel und Spaß für Kinder und Jugendliche

Der Consol Park – Kultur, Spiel und Spaß für Kinder und Jugendliche

Mehrere Jahrzehnte wurde in der ehemaligen Zeche Consolidation Kohle gefördert. Harte Arbeit im Bergwerk prägte lange Zeit das Leben vieler Menschen der Stadt Gelsenkirchen. Seit der Gründung im Jahr 1865 expandierte die Zeche so stark, dass sie bis 1922 mit neun Schächten zu einem der größten Bergwerke des Ruhrgebiets wurde. Den Hauptförderschacht bildete das Gelände der Schachtanlagen 3/4/9  in Gelsenkirchen-Bismarck. Auf Grund der Kohlekrise wurden in den 1960er Jahren zunächst einige Zechen zusammengelegt. Am 1. Oktober 1993 musste die Förderung letztendlich eingestellt werden.

Doch die ehemalige Zeche samt Gelände sollte weder nutzlos bleiben, noch abgerissen werden. Mittlerweile steht die Schachtanlage unter Denkmalschutz. Der Initiativkreis Bergwerk Consolidation e. V. sorgt dafür, dass die montanindustrielle Vergangenheit der Stadt nicht in Vergessenheit gerät. Die historische Prägung macht den ehemaligen Förderturm der Zeche zu einem eindrucksvollen Industriedenkmal im Emscher Landschaftspark. Wenn ihr abends dort vorbeischaut, seht ihr das Gerüst mit bunten Farben beleuchtet. Auch die beiden Maschinenhäuser, die 1922 und 1937 erbaut wurden, sind erhalten und dienen heute als Industriemuseum. Im jüngeren Gebäude nördlich des Turms könnt ihr eine Ausstellung zu Objekten aus Bergbau- und Industriearbeit von Werner Thiel besuchen. Im südlichen Maschinenhaus könnt ihr die 1963 erbaute Zwillings-Dampfmaschine mit einem Gesamtgewicht von 285 Tonnen bestaunen.

Seit 2008 stehen Industriekultur und Industrienatur im insgesamt 17 Hektar großen Consol Park auch in Verbindung mit sportlicher Betätigung. Zum einen hat sich der Boule Club Buer auf dem Gelände im Emscher Landschaftspark niedergelassen. Zum anderen hat sich das ehemalige Zechengelände in eine Trendsportanlage umgewandelt. Mit  Sportflächen wie dem Beachvolleyballfeld, der Skateranlage und dem Inline-Hockeyfeld, sowie ausreichend Platz zum Toben, Fußball und Basketball spielen bietet euch der Consol Park ein breites Spektrum für Spiel und Sport in der Metropole Ruhr. Neben der freien Nutzung der Anlagen könnt ihr dort auch Sportkurse, Vereinsangebote und Veranstaltungen besuchen.

Im Consol Park befindet sich außerdem das Consol Theater, das sich zwischen 1999 und 2001 in der ehemaligen Lüftermaschinenhalle eingerichtet hat. Das Kinder- und Jugendtheater hat sich mittlerweile in der Metropole Ruhr erfolgreich etabliert. Verschiedene Kurse, Workshops und theaterpädagogische Angebote  bieten euch Einblicke in die Schauspielerei und einen Ausflug hinter die Kulissen.

In der alten Förderanlage Schacht 4 im Emscher Landschaftspark findet ihr das Musikprobenzentrum C4, in dem viele Bands ihr künstlerisches Zuhause gefunden haben. Die IkM-GE e.V. – Interessengemeinschaft kultuschaffender MusikerInnen in Gelsenkirchen e. V. ist für die Verteilung der Proberäume zuständig. Daneben bietet die IkM-GE ein musikpädagogisches Angebot an. Eine Konzertbühne steht ebenfalls bereit: Hier präsentieren die Musiker und Musikerinnen regelmäßig ihre Songs. Und wenn es mal ein größeres Konzert wird, präsentieren sich die Künstler auf der Außenbühne im Consol Park.

 

Wir haben mit Kery Felske von der IkM-GE e.V. – Interessengemeinschaft kultuschaffender MusikerInnen in Gelsenkirchen gesprochen und ihr ein paar Fragen zu dem Musikprobenzentrum C4 gestellt.

Drei Fragen an Kery Felske von der IkM-GE e.V. – Interessengemeinschaft kultuschaffender MusikerInnen in Gelsenkirchen

  1. Was macht den Consol Park als Standort für das Musikprobezentrum aus?

Zunächst ist es für uns als Verein natürlich super, überhaupt Räumlichkeiten zu bekommen. Aus Denkmalschutzgründen musste die alte Förderanlage von außen erhalten bleiben. Um den neuen Anforderungen zu entsprechen, wurde also ein Haus im Haus gebaut. Das ist auch architektonisch hoch interessant. Das Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen war dabei die treibende Kraft und Initiator des Baus des Proberaumzentrums. Wir haben auch die Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen, die uns eine große Hilfe ist. Dennoch arbeiten weitgehend autonom. C4 lebt von ehrenamtlichem Engagement. Wir sind fast alle selbst Musiker und betreiben das Musikzentrum non-kommerziell.  Das ermöglicht es, die „echte“ Musikszene noch zu leben. Und die Refinanzierung funktioniert tatsächlich, eben auf Grund der Ehrenämterbasis. Durch die Auflösung ökonomisch orientierter Strukturen wird Kreativität erst möglich. Und daneben erhalten wir die Industriekultur.

Außerdem hängt unser Herz an dem Ort. Wir haben eine starke Heimatverbundenheit.  Dadurch entsteht auch im Miteinander eine sehr kumpelhafte Basis. Menschlichkeit und Solidarität sind wahrscheinlich die größten Aspekte für den Standortfaktor.

 

  1. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um einen Proberaum zu bekommen?

Es besteht ein großer, auch überregionaler Andrang. Daher muss man sich grundsätzlich in eine Warteliste eintragen. Es gibt einen Beirat aus neutralen Instanzen, die Entscheidungshilfe bieten. Bei der Auswahl verfolgen wir natürlich auch gewisse Förderideen. Zum Bespiel ist der Anteil an Frauen bei uns sehr gering. Deshalb haben Bewerber, die eine oder mehrere Mädchen oder Frauen in ihrer Band haben, besonders gute Chancen, einen Raum zu erhalten. Genauso steht auch die Jugendförderung im Vordergrund. Wichtig ist auf jeden Fall, dass es eine stabile Band ist und nicht nur eine fixe Idee. Das prüfen wir dann auch. Außerdem muss natürlich geschaut werden, wer sich ggf. einen Raum teilen kann. Teilweise entstehen dadurch dann auch neue gemeinsame Projekte.

 

  1. Steht eine bestimmte Musikrichtung im Vordergrund oder ist das Angebot gemischt?

Bei uns gibt es alles! Von Jazz über Rock, MetalKlassik, Hip Hop und Elektro bis zu Ethno. Wir haben auch beispielsweise eine senegalesische Trommelgruppe. Da gibt es wirklich keine Begrenzung. Wir haben auch eine große Internationalität: 10 verschiedene Nationen und fünf Weltanschauungen sind vertreten. Und das Tolle ist, dass dadurch eine große integrative Wirkung entsteht – ohne das als Konzept in den Vordergrund zu stellen. Es werden Projekte für Flüchtlinge angeboten und Workshops, die verschiedenste Menschen zusammenbringen. Man kann wirklich sagen: Wir bauen Brücken über Musik!