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Das Projekt „Ruhrbania – Stadt ans Wasser“ ließ eine neue Ruhrpromenade entstehen

Das Projekt „Ruhrbania – Stadt ans Wasser“ ließ eine neue Ruhrpromenade entstehen

Unter dem Motto „Ruhrpromenade – Stadt ans Wasser“ begann das Projekt Ruhrbania in Mülheim an der Ruhr im Jahr 2003. Als die Stadtmarketinggesellschaft, Wirtschaftförderung und Stadtverwaltung im Februar zusammen kamen, diskutiert sie über die drängendsten Probleme und die Maßnahmen, die erforderlich seien, um dies zu ändern. Dies führte zu dem strategischen Stadtentwicklungsprojekt das folgende Ziele anstrebte: Es sollte neuer Wohnraum und eine bessere Verkehrslage entstehen, neue Arbeitsplätze geschaffen werden, aber diese auch gleichzeitig erhalten. Auch die Ergänzung von Kultur-, Freizeit- und Touristikangeboten wurde unter dem Projekt realisiert. Das Kernprojekt dabei war die neue Ruhrpromenade, wo Restaurants und Cafés mit Blick aufs Wasser entstanden sind. Diese etwa 30 Meter lange Promenade lädt zum Flanieren am Wasser ein. Bei schönen sonnigen Tagen können die Menschen draußen bei den Cafés sitzen oder auf der Treppe nah am Wasser.

Die Ruhrpromenade in Mülheim an der Ruhr

Die Ruhrpromenade in Mülheim an der Ruhr

Wir haben mit einem Experten zu diesem Thema gesprochen: Klaus Beisiegel ist der Büroleiter und Referent des Umweltplanungs- und Baudezernenten. Er betreut das Projekt Ruhrbania seit 2003 in der Kommunikation und berichtet uns einige spannende Dinge über dieses.

Was war der ausschlaggebende Punkt, dass dieses Projekt in Gang gesetzt hat?

Der ausschlaggebende Punkt war zunächst eine Analyse der Innenstadtsituation, die einen Rückgang beziehungsweise die Problematik des Einzelhandels diagnostiziert hat. Der andere Punkt, warum Ruhrbania realisiert wurde, war, dass die Stadt touristisch besser vermarktet sowie neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollten. Mülheim an der Ruhr gilt als einzige Stadt im Ruhrgebiet, bei der die Ruhr direkt durch die Innenstadt fließt, deshalb ist die Ruhr auch in dem Namen der Stadt mitgeführt. Weiterhin sollte mit der Realisierung von Ruhrbania nicht noch mehr Einzelhandel entstehen, sondern das zentrale Ziel war Wohnraum zu schaffen. Demnach sind die Gebäude, die an der Ruhr entstanden sind, überwiegend Wohnungen. Damit wollten wir Frequenz schaffen, um den vorhandenen Einzelhandel zu stärken.

Die Ruhrpromenade galt als Kernprojekt. Warum war dies so?

Wir wollten eine attraktive Ruhrpromenade schaffen, um das Flanieren an dem Ufer zu ermöglichen. Somit wurde die Innenstadt mit der Ruhr verbunden und eine Sichtbeziehung beziehungsweise eine offenere Wegbeziehung zum Wasser herzustellen. An dem Fluss muss es eine Promenade geben, um sich dort aufzuhalten. Dort gibt es auch einen kleinen Hafen und einige Gastronomien.

Die Ruhrpromenade in Mülheim an der Ruhr

Die Ruhrpromenade in Mülheim an der Ruhr

Was ist unter dem Projekt momentan noch in Arbeit?

Ruhrbania beinhaltet nicht nur die Realisierung der Ruhrpromenade, sondern ein großes Bündel an Projekten, wie zum Beispiel die Museumsmeile oder eine neue Verkehrssituation, um es den Menschen zu erleichtern in die Innenstadt zu kommen. Ruhrbania als Gesamtprojekt wurde jedoch abgeschlossen, somit werden keine neuen Projekte unter diesem Label geplant oder angefangen. Vom Teil- oder Kernprojekt Ruhrpromenade ist jedoch zurzeit erst der südliche Teil zwischen der Schloßbrücke und der ehemaligen Eisenbahnbrücke fertiggestellt. Der Abschnitt der ehemaligen Eisenbahnbrücke bis zur Konrad-Adenauer-Brücke wird noch überplant und gebaut, dies wird dann in den nächsten Jahren realisiert. Da werden auch wieder Wohngebäude entstehen, aber Richtung Straße und Industriegebiet sollen auch Büros und Gewerbeflächen erbaut werden.

Was macht es so attraktiv direkt an der Ruhr zu wohnen?

In den letzten 20 Jahren ziehen immer mehr Menschen ans Wasser, egal ob ans Meer, Fluss oder See oder sogar an den Kanal. Es wird immer attraktiver eine Wohnung oder Haus mit Blick auf das Wasser zu haben. Andere Aspekte wie ein unverbaubarer Blick spielen ebenfalls dort mit rein. Weiterhin haben die Gebäude an der Ruhrpromenade den Vorteil, dass sie nach Südwesten ausgerichtet sind und die Menschen dadurch einen Blick auf die Abendsonne haben. Zusätzlich haben die Bewohner noch die Sicht auf die MüGa. Somit schauen sie über den Fluss direkt ins Grüne. Außerdem haben sie keine laute Straße vor der Haustüre, da die Promenade ausschließlich Fußgängerzone ist und dennoch ist die Innenstadt direkt um die Ecke.

Welche Zielgruppe sprechen sie mit den Wohnungen an?

Wir haben den Bauträgern überlassen, wie sie die Wohnung schneiden, demnach haben wir auch keine direkte Zielgruppe angesprochen. Uns war aber klar, dass eher ältere Menschen aus der Peripherie in die Städte ziehen, aber es sollte auch das Angebot für jüngere und Singlewohnungen bestehen.

Wie hoch sind denn dort die Mieten und könnten sich auch Studierende diese Wohnung leisten?

Kommt drauf an wie viel Geld sie haben. Fakt ist, je attraktiver die Wohnlage, desto teurer sind natürlich auch die Wohnungen. Deshalb werden auch die Leute, die in den bevorzugten Wohngebieten wohnen auch mehr Geld haben. Aus diesem Grund sind die Wohnungen am Fluss etwas teurer, was aber nicht heißt, dass es High End Preise sind.

Wir bedanken uns bei Klaus Beisiegel für seine informativen und ausführlichen Antworten rund um das Thema „Ruhrbania – Stadt ans Wasser“. Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, dann schaut doch mal beim BUND-Naturerlebnisgarten in Herten vorbei. Der BUND ist eine der größten Umweltverbände in Deutschland und setzt sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz und regenerative Energien ein. Ein weiteres besonderes Ausflugsziel, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet, ist die Landmarke Tiger & Turtle – Magic Mountain in Duisburg. Die ungewöhnliche Treppenkonstruktion sieht von weitem aus wie eine Achterbahn, doch bei näherer Betrachtung sieht man, dass man dieses zu Fuß begehen kann.