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Emscherlandschafts Park
Besuch im Informationszentrum Emscher Landschaftspark im Haus Ripshorst

Besuch im Informationszentrum Emscher Landschaftspark im Haus Ripshorst

Unser heutiger Ausflug führt uns zum Haus Ripshorst in Oberhausen, welches westlich im Emscher Landschaftspark gelegen ist. Dort befindet sich das Informationszentrum Emscher Landschaftspark, wo wir alles über die Entstehung und die Entwicklung des Regionalparks erfahren können. Draußen um das Informationszentrum Emscher Landschaftspark herum gibt es zudem außergewöhnliche und fremdländlische Gehölze zu entdecken. In dem einzigartigen Gehölzgarten steht uns, unter dem Motto „Vom Urwald zum Kulturwald“, eine grüne Exkursion bevor. Begleitet uns auf eine Zeitreise und entdeckt diverse Gehölzarten, die uns durch die Epochen der Erdgeschichte führen. Nach der Erkundungstour freuen wir uns schon riesig auf den Genussmarkt, der neben seiner kulinarischen Vielfalt noch viele interessante Aktivitäten zu bieten hat.

Wie einige von euch bereits wissen ist das Haus Ripshorst in Oberhausen ein ehemaliger Bauernhof, welcher zur einer Erlebniswelt umstrukturiert wurde. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der geschichtsträchtige Gutshof Haus Ripshorst errichtet und diente viele Jahre als Rittersitz. In der Scheune des ehemaligen Bauernhofs befindet sich heute das Informationszentrum für den Emscher Landschaftsparks, in der man die Dauerausstellung über die Entstehung und die Entwicklung des Regionalsparks besichtigen kann.

Auf dem Gutsgelände angekommen, treffen wir schon auf zahlreiche gut gelaunte Besucher des Genussmarktes. Wir laufen zuerst über

Haus Ripshorst Informationszentrum Emscher Landschaftspark Oberhausen

Haus Ripshorst Informationszentrum Emscher Landschaftspark Oberhausen

dem Markt um zum Informationszentrum Emscher Landschaftspark zu gelangen. In der ehemaligen Scheune angekommen, stehen wir in einem großen, hohen und oval förmigen Raum. An den gläsernen Wänden sind Bilder und Informationstafeln über den Emscher Landschaftspark angebracht. Zusätzlich zu den vielen Bildschirmen, die an der Decke rundherum montiert sind, gibt es noch einzelne Informationsstände mit kleineren Bildschirmen. Links von uns an der Wand, eine Luftbildkarte des Emscher Landschaftsparks. Auf dem Boden, in der Mitte des Raumes befindet sich jedoch das Highlight der Ausstellung, und zwar die aus glasplattenbestehende, begehbare Karte des Emscher Landschaftsparks. Begeistert laufen wir auf der Karte entlang und beim betreten der auf dem Glasboden markierten stellen, beginnen ein paar Kurzfilme über den Emscher Landschaftspark. Weiterführend gibt es rundherum vier Treppenwege, die uns nach oben, zum restlichen Teil der Ausstellung führen. Weitere Informationstafeln und Modelle befinden sich in der oberen Etage. Von hier oben aus. hat man einen guten Blick auf die ovale Ausstellungshalle. Nach der interessanten Ausstellung laufen wir nun zum Service Schalter hinunter. Dort liegen zahlreiche informative Broschüren aus, man kann sich in der Caféecke mit Getränke erfrischen, Radwanderkarten und delikaten Akazien Honig erwerben.

Wir wollen uns so langsam auf den Weg zu dem Gehölzgarten machen, allerdings haben wir noch ein paar unbeantwortete Fragen. Um unsere Wissensbegierde zu stillen wenden wir uns natürlich an einen Experten. Wir freuen uns sehr darüber die Bekanntschaft mit Herrn Wolfgang Gaida vom RVR Informationszentrum Emscher Landschaftspark machen zu dürfen. Gerne nimmt Herr Gaida sich die Zeit um unsere Fragen zu beantworten.

Fünf Fragen an Herrn Wolfgang Gaida vom RVR Informationszentrum Emscher Landschaftspark:

1. Anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahres 2010 wurde das Informationszentrum Emscher Landschaftspark vom RVR von Grund auf erneuert. Inwiefern fand eine Modernisierung statt und inwiefern differenziert sich die neue Konzeption von der alten?

1999 wurde in der eigens dafür umgebauten Gebäudesubstanz der ehemaligen Hofanlage Haus Ripshorst das Informationszentrum für den gesamten Emscher Landschaftspark mit einer Dauerausstellung eingerichtet. Die Ausstellung war zunächst auf das Endpräsentationsjahr der IBA 1999 ausgerichtet. Im Hinblick auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen für den Weiterbau des Emscher Landschaftsparks wurde im Zeitraum 2002/Anfang 2003 eine inhaltliche Aktualisierung mit entsprechenden technischen Konsequenzen durchgeführt. Der Emscher Landschaftspark sollte lokal, regional und überregional bekannt gemacht werden. Informationen über Standorte und Angebote des Emscher Landschaftsparks sollten den Ansprechpartnern vor Ort (Bürger, bürgerschaftliche Initiativen, öffentliche Partner) vorgehalten werden. Der RVR hat sich außerdem verpflichtet, den Emscher Landschaftspark weiterhin in der nationalen und internationalen Fachwelt – auch im Rahmen der Darstellung des Ruhrgebietes als Europäische Kulturhauptstadt 2010 – zu präsentieren. Um diesen Verpflichtungen gegenüber dem Land NRW und den anderen genannten Partnern eingehen zu können, wurde beim RVR ein Kommunikationskonzept zum ELP entwickelt. Ein wesentlicher Baustein des Kommunikationskonzeptes ist das im Jahre 2010 neu konzipierte RVR-Besucherzentrum zum Emscher Landschaftspark im Haus Ripshorst.

Der Infopunkt und das begehbare Ruhrgebiet sind einige der vielen Elemente, welche  das RVR-Besucherzentrums Emscher Landschaftspark zu bieten hat. Im Eingang wird der Besucher von dem Infopoint empfangen. Er weckt Lust auf einen erlebnisreichen Kommunikationsraum und informiert audiovisuell per Touch-Screen-Rechner und anhand gedruckter Informationen über das Thema. Vermittelt werden Botschaft und Wesen des Besucherzentrums sowie seine Struktur und seine Bereiche. Das begehbare Ruhrgebiet lädt den Besucher ein, den Emscher Landschaftspark zu „durchwandern“. Indem er sich auf eine der 12 Projektverortungen stellt, entsteht eine Bild-/Textinformation auf einem dem Projekt zugeordneten Flachbildschirm.

2. Wie kam es dazu, dass der ehemalige Gutshof Ripshorst, welcher auf dem Grund und Boden einer alten Wasserburg steht, zu dem RVR-Informationszentrum mit dem Gehölzgarten umgestaltet wurde? Was waren die zentralen Gründe hierfür und was ist das Besondere an diesem Standort?

Zwischen Zechen, Hochöfen, Walzstraßen und den Verkehrsadern der Schwerindustrie (Eisenbahn und Kanal) hat sich über ein Jahrhundert ein kleines Idyll, ein Relikt der vorindustriellen Kulturlandschaft erhalten. Rund um das Haus Ripshorst liegt eine ca. 40 Hektar große Fläche, die bis zuletzt inmitten der hochindustriellen Kernzone des Ruhrgebietes landwirtschaftlich genutzt wurde. Dies ist weniger ein Ergebnis der planenden Umweltvorsorge, sondern mehr das einer handfesten Flächenvorhaltepolitik der Großkonzerne GHH, HOAG und Thyssen-Krupp. Anfang der 1990er Jahre konnte der damalige Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) die Flächen erwerben und in den Emscher Landschaftspark integrieren. Die ehemalige Hofanlage Haus Ripshorst ist im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark zum Besucherzentrum Emscher Landschaftspark und zum Gehölzgarten Ripshorst um- und ausgebaut worden.

3. Was genau erwartet die Besucher, wenn sie den Gehölzgarten Ripshorst besichtigen und den Weg entlang des Rhein-Herne Kanals spazieren gehen?

Im Gehölzgarten Ripshorst zeigt ein 2 km  langes Gehölzband, die Verbreitung der Gehölzarten in Mitteleuropa im erdgeschichtlichen Zusammenhang. Auf einem Streifzug, beginnend in den Wäldern der Voreiszeit, geht es über die Pioniergehölze, die unsere Landschaft nach der Eiszeit besiedelten, weiter zur Wiederbewaldung. Dieser Bereich zeigt, die Entwicklung unserer heutigen Laubwälder. Im Anschluss sind Obst- und Kulturgehölze angepflanzt, deren Früchte schon den Römern schmeckten. Dabei lernt der Besucher ausgefallene Raritäten und Schönheiten wie zum Beispiel den Ginkgo als lebendes Fossil, den Taschentuchbaum und den Tulpenbaum mit den auffälligen Blüten, den Amberbaum und den Waldtupelobaum mit den prächtigen Herbstfärbungen, den Roten Schlangenhautahorn mit der interessanten Rinde  oder die Obst- und Zieräpfelsorten mit den unterschiedlichen Früchten kennen.

4. Das Informationszentrum Emscher Landschaftspark und der Gehölzgarten Ripshorst haben viel zu bieten. Was ist Ihrer Meinung nach das Highlight was man hier Erleben und Sehen kann? Was sollten sich die Besucher keinen Falls entgehen lassen?

Der Besucher sollte immer die Einrichtungen RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark und Gehölzgarten Ripshorst in Kombination besuchen, denn das RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark im Haus Ripshorst schafft ein Erlebnis, das phantasievolle Fragen beim Besucher zum Thema „Emscher Landschaftspark“ auslöst. Durch den Wechsel flexibler, Medien fixierter Kommunikationsmittel und traditioneller Bildträger stellt das Besucherzentrum den Emscher Landschaftspark als „spielerisches“ Ereignis, als Raum für Information, Freizeit und Spaß dar und beantwortet die Fragen der Besucher.

Der Gehölzgarten Ripshorst, nach den Entwürfen der Landschaftsarchitekten Lohhaus und Diekmann aus Hannover entstanden zeigt den Besuchern die Verbreitung der Baumarten im erdgeschichtlichen Zusammenhang.

Eine kühne Brückenkonstruktion nach den Entwürfen von Prof. Dr. Schlaich aus Stuttgart überspannt in einem Stahlrohrbogen den Rhein-Herne-Kanal und verbindet den Gehölzgarten mit dem Emscherpark Radweg.

Östlich des Gehölzgartens Ripshorst entstand auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage „Läppkes Mühlenbach“ nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Heimer und Herbstreit aus Bochum der „Klärpark Läppkes Mühlenbach“. Der Emschergenossenschaft als Bauherr ist es mit der Parkgestaltung gelungen, Dokumente der prägenden Industriekultur sinnvoll in eine landschaftsgestaltende Folgenutzung zu überführen.

5. Was ist Ihr Lieblingsort im Emscher Landschaftspark?

Der Gasometer in Oberhausen mit seinen international bemerkenswerten Ausstellungen.

Der "Zauberlehrling" Emscherkunst Oberhausen

Der “Zauberlehrling” Emscherkunst Oberhausen

Wir bedanken uns recht herzlich beim Herrn Gaida und können es nun kaum erwarten den Gehölzgarten endlich zu sehen. Wir laufen einen grünen Pfad entlang und erblicken in der Ferne ein außergewöhnliches Werk der Emscherkunst. Der „Zauberlehrling“ ist einer in der Landschaft stehender und geschwungener Strommast, der im Vergleich zu den benachbarten Strommasten aus der Reihe tanzt. Der von der Berliner Künstler Gruppe Inges erschaffene „Zauberlehrling“, soll mit seiner geschwungenen Form einen Menschen symbolisieren. Dieser soll an den gerufenen Geist aus Goethes „Zauberlehrling“, welcher sich den Befehlen des Lehrlings entzieht, erinnern.

 

In der Nähe der Ripshorstbrücke, die über den Rhein-Herne-Kanal führt, befindet sich ein Informationspunkt an dem wir uns kurz

Ripshorstbrücke über den Rhein-Herne-Kanal Oberhausen

Ripshorstbrücke über den Rhein-Herne-Kanal Oberhausen

orientieren. Anschließend laufen wir zum Eingang West (Ginkgo-Hain) wo der Rundgang durch den Gehölzgarten beginnen soll. Gemütlich gehen wir den Spazierweg entlang, der uns 2 km in Richtung Osten, durch die 60m breiten Gehölzband Bereiche Tertiärwald, Pionierstadien, Wiederbewaldung und

Gehölzgarten Oberhausen

Gehölzgarten Oberhausen

Kulturgehölze führen soll. Unsere Zeitreise beginnt vor etwa 60 Millionen Jahren mit den Wäldern der Voreiszeit und wir können im ersten Bereich eine Diversität von anmutenden Bäumen, wie zum Beispiel den Mammutbaum und den Blauglockenbaum, begutachten. Einige wissen vielleicht, dass der Mammutbaum zu den ältesten Baumsorten überhaupt gehört. Hier im Tertiärwald Abschnitt sind zudem einige Bäume in einer starken Reihenpflanzung aufzufinden, welche an Baumschulkulturen erinnert. Unsere Erkundungsreise geht nun weiter durch die Pioniergehölze, wo wir Kiefer und Birke erkennen. Diese Gehölzarten gelten als Pioniergehölze bzw. als Erstbesiedler für die Bepflanzung von Extremstandorten wie Berghalden. Von der Steppe geht es nun zum Mischwald aus Buche und Eiche. Wir nehmen uns einen Moment um die herbstliche Farbenpracht der Bäume zu bewundern und genießen die Ruhe in der Natur, bevor unsere spannende Zeitreise bei den Kulturgehölzen endet.

Bei dem schönen herbstlichen Wetter freuen wir uns jetzt den Nachmittag auf dem Genussmarkt, weiter im freiem verbringen zu dürfen.

Haus Ripshorst Genussmarkt Oberhausen

Haus Ripshorst Genussmarkt Oberhausen

Der Genussmarkt wird vom RVR unter dem Erlebnisprogamm „Unter freiem Himmel“ veranstaltet, welcher viele tolle Aktionen in den Emscher Landschaftspark bringt. Zum Erntedankfest gibt es hier rund um das Informationszentrum einen Marktplatz mit einer riesen Auswahl an leckeren regionalen Produkten. Die Besucher werden von der kulinarischen Vielfalt verwöhnt und musikalisch von einem DJ unterhalten. Zudem gibt es eine Schnibbeldisko, in der große und kleine Besucher miteinander leckere Gerichte aus den frischen Produkten zaubern können. Mit Vergnügen betreten wir den viel belebten und kunterbunten Markt und erfreuen uns an dem frischen Obst und Gemüse, Kaffee, Kuchen, Feinkost und vielen weiteren Spezialitäten, welche die zahlreichen Stände zu bieten haben. Nach dem wir uns ein paar Köstlichkeiten genehmigt haben, begeben wir uns weiter auf den Bauerngarten des ehemaligen Hofgeländes. Dort findet nämlich eine aufregende Hofrallye statt, wo wir es kaum

Haus Ripshorst Genussmarkt Oberhausen

Haus Ripshorst Genussmarkt Oberhausen

abwarten können unser Wissen infrage zu stellen. Der glückliche Gewinner bekommt nämlich einen Familien-Reiseführer für die Metropole Ruhr. Unser Ausflug muss aber hier noch nicht enden. Wer mag kann noch an der Schnitzeljagd, die im Rahmen des Erlebnisprogramm ,,Unter freiem Himmel“ stattfindet, teilnehmen. Man hat die Möglichkeit sich ein Fahrrad an der Radstation Revierrad zu besorgen und schon kann es losgehen. Auf der spannenden Entdeckungsreise, durch den Süden Oberhausens, erwarten einen nämlich 16 kniffelige Rätsel zu den insgesamt 16 Stationen, die die Vielfalt des Emscher Landschaftsparks reflektieren sollen. Am Ende der Schnitzeljagd ist man mit Sicherheit ein Experte, was den Emscher Landschaftspark betrifft. Wer jetzt Lust hat mitzumachen kann schon bald an der nächsten Schnitzeljagd in Dortmund teilnehmen.