Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Auf dem Weg zur blauen Emscher – Halden-Hügel-Hopping im Emscher Landschaftspark

Auf dem Weg zur blauen Emscher – Halden-Hügel-Hopping im Emscher Landschaftspark

Tetraeder im Emscher Landschaftspark

Tetraeder im Emscher Landschaftspark

Bei blauem Himmel und herbstlichen Temperaturen machen wir uns bereit für eine Halden-Hügel-Hopping-Tour. Wir schnüren unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg in den Emscher Landschaftspark. Das Halden-Hügel-Hopping steht für verschiedene Themen- und Bergwandertouren in der Metropole Ruhr. Bei den zwölf unterschiedlichen Thementouren kann man nicht nur wunderschöne Industrienatur erleben, sondern auch viel über die Geschichte und Industriekultur der Metropole Ruhr erfahren. Das Halden-Hügel-Hopping ist digital als App über das Smartphone und als Offline-Karte zum Ausdrucken verfügbar. Falls man kein Smartphone hat und mit der Handkarte wandern gehen möchte, ist es empfehlenswert ein GPS-Gerät mitzunehmen, da der Weg nicht vor Ort ausgeschildert ist. Wir entscheiden uns für unser Smartphone. Das Herunterladen der App ist für ein iPhone über den Apple Store und für ein Android-Gerät über den Google-Playstore möglich. Schnell und unkompliziert laden wir die App herunter und schon kann es losgehen.

Panorama von der Halde Beckstraße

Panorama von der Halde Beckstraße

Wir haben uns heute die Tour „Auf dem Weg zur blauen Emscher“ in Bottrop ausgesucht. Die Rundroute ist ca. 14 km lang. Schon von weitem entdecken wir die Landmarke Tetraeder auf der Halde Beckstraße, wo unsere Wanderung beginnen soll. An der Halde angekommen stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz ab und starten das Halden-Hügel-Navi auf unserem Smartphone. Die Navigation leitet uns direkt auf den Wanderweg.  Wir folgen den Serpentinen die Halde Beckstraße hinauf und werden von der tollen Aussicht belohnt. Nun erblicken wir das Tetraeder in der vollen Pracht. Den starken Wind und die Höhe scheuen wir nicht und erklimmen die Aussichtsplattform. Das ist wirklich eine besondere Erfahrung! Auf den verschiedenen Ebenen halten wir kurz inne und genießen die wunderbare Aussicht über weite Teile des Emscher Landschaftsparks. Wir entdecken die Innenstadt von Bottrop, sowie die Halde Haniel und den Förderturm der Zeche Prosper. Auch den Gasometer in Oberhausen können wir in weiter Ferne bewundern. Das Landschaftsbild setzt sich hier aus Industriegebäuden, begrünten Halden und leuchtender Industrienatur zusammen. Mit guter Laune begeben uns wieder auf den Weg nach unten. Hier treffen wir Sandra mit ihrem Hund. Sie geht oft auf der Halde Beckstraße spazieren und erzählt uns, dass sie jedes Mal aufs Neue begeistert über den Panoramaausblick auf den Emscher Landschaftspark vom Haldentop ist. Unten angekommen folgen wir dem Halden-Hügel-Navi auf unserem Smartphone. Sobald wir uns von der Route wegbewegen, weist die App uns darauf hin und zeigt uns den richtigen Weg an.

Malakoffturm Prosper-Haniel

Malakoffturm Prosper-Haniel

Die Rundroute führt uns weiter zum Malakoffturm des Verbundbergwerks Prosper-Haniel. Dies ist ein weiterer Stopp der Tour rund um die Emscher. Der Turm ist Teil der bedeutenden Industriearchitektur der Metropole Ruhr und wir finden ihn sehr imposant. Heutzutage kann man hier seine Freizeit verbringen, denn der Turm wird unter anderem als kultureller Veranstaltungsort und Kletterhalle benutzt. Weiter geht es an ehemaligen Steigerhäusern vorbei, die zwischen 1890 und 1920 errichtet wurden. Der starke Zustrom von Bergbauarbeitern veranlasste den Bau der Arbeitersiedlung, die zunächst nur von Bergleuten bewohnt werden durfte. Weiter geht es auf unserer Route durch die Bergbausiedlung an den Wohnhäusern vorbei. Jedes Mal, bevor wir eine neue Station erreichen, steigt bei uns die Spannung auf die Informationen, die uns dort über die App freigeschalten werden. Auf unserem Bildschirm wird ein Fenster angezeigt zu der nächsten Station. Wir haben es geschafft! Hier geht es nun um die alte Knippenburg. Dieses ehemalige Adelshaus ist eins von zahlreichen Häusern, die unter den Folgen des Bergbaus gelitten haben und später abgerissen werden mussten. Solche Informationen machen für uns das Wandern noch attraktiver und bereiten uns viel Spaß.

Emscher-Weg im Emscher Landschaftspark

Emscher-Weg im Emscher Landschaftspark

Unsere nächste Station ist die Emscherbrücke Bahnhofstraße. Die Brücke führt über die Emscher, die bis 2020 im Rahmen des Emscherumbaus vollkommen renaturiert werden soll. Hier fließt die Emscher jedoch noch durch das von Menschenhand angelegte Flussbett, wie in der Hochzeit der Industrie im Ruhrgebiet. Mit dem Beginn des Bergbaus wurde die Emscher in einen oberirdischen Abwasserkanal umfunktioniert und begradigt. Aufgrund des Bergbaus und den damit verbundenen Absenkungen des Bodens war es in dieser Region nicht möglich, ein unterirdisches Abwassersystem zu bauen. Glücklicherweise wird die Emscher nun nach und nach wieder in eine natürliche Form gebracht und in ein attraktives Naherholungsgebiet, das Neue Emschertal, verwandelt.

Unter der Autobahnbrücke der Parkautobahn A42 hindurch kommen wir zum Emscher-Weg. Der Emscher-Weg ist ein Fuß- und Radweg und um die 100 Kilometer lang. Er führt von der Quelle der Emscher bis zur Mündung in den Rhein. Über den Emscher-Weg kann man das Neue Emschertal leicht erkunden und für sich entdecken. Der Weg führt an verschiedenen interessanten Sehenswürdigkeiten der Region vorbei, wie zum Beispiel am Gasometer in Oberhausen.

Unter der Autobahnbrücke entdecken wir eine Schafherde aus Beton, die zur Verschönerung des Bottroper Stadtteils Ebel beiträgt. Schülerinnen und Schüler haben die Schafe in Gips-Modellen entworfen und der Künstler Guido Berndsen hat diese später in Beton gegossen. Früher haben viele Schafherden das Landschaftsbild an der Emscher geprägt, was durch diese künstlerisch gestaltete Schafherde symbolisiert wird. Für uns ist es witzig zu sehen, wie sich die Kinder die Schafe vorstellen und wie einzigartig jedes einzelne von ihnen ist.

Schafherde aus Beton

Schafherde aus Beton

Über den Emscher-Weg gelangen wir zum BernePark in Bottrop-Ebel. Dieser Park befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Klärwerks, das im Zuge der EMSCHERKUNST.2010 in einen öffentlich begehbaren Park umgewandelt wurde. Das Abwasserklärwerk wurde 1997 stillgelegt und 2008 unter Denkmalschutz gestellt. Jetzt befindet sich hier ein Spielplatz, sowie ein begehbares Amphitheater mit einem verträumten Garten und eine Gastronomie im ehemaligen Maschinenhaus. Unser persönliches Highlight ist das ungewöhnliche Parkhotel. Dieses Parkhotel besteht aus mehreren Kanalrohren und ist wirklich ein Hingucker. Auf einem der zahlreichen Sitzmöglichkeiten machen wir eine kleine Pause und genießen die Ruhe. Familien mit ihren Kindern laufen durch den Park und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Herbsttages.

Bernepark Bottrop

Bernepark Bottrop

Weiter geht es auf der Wanderroute an einer Bergbaustraße am Rhein-Herne-Kanal vorbei. Nun kommen wir wieder auf den Emscher-Weg und begeben uns auf den Weg zum Start- und Endpunkt der Route des Halden-Hügel-Hoppings. Begeistert von unserem Besuch im Emscher Landschaftspark machen wir uns auf den Heimweg.