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Emscherlandschafts Park
“Arbeiten im Park”: Gewerbepark “Am Kaisergarten”  das TZU in Oberhausen

“Arbeiten im Park”: Gewerbepark “Am Kaisergarten” das TZU in Oberhausen

Als innovative Stadt im Emscher Landschaftspark greift Oberhausen mit dem Technologiezentrum die industrielle Vergangenheit der Region auf und schafft hier vielfältige Arbeitsplätze. Oberhausen ist eine Stadt mit Zukunftsperspektiven, denn durch den Strukturwandel hat sie sich entwickelt. Im Emscher Landschaftspark verknüpfen sich unterschiedliche Freiräume, die somit ein zusammenhängendes Park-System schaffen.

Dieser Park bereitet nicht nur Platz für Spiel, Freizeit und Kultur, sondern auch neue Lebens- und Wohnqualität im mittleren Ruhrgebiet. Der ehemalige Stahlstandort Oberhausen im Ruhrgebiet steckte Ende der 1980er Jahre in den Startlöchern für einen Struktur- und Branchenwandel. Durch die Schließung des Stahlwerks standen der Stadt zu diesem Zeitpunkt 1,3 Mio. qm Gewerbefläche im Bereich der A42/A3 und A2, sowie an der Trasse des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher zur Verfügung. Somit begann die Vision des Projekts für „Neue Mitte“ Oberhausen als Zentrum des Strukturwandels.

Oberhausen bot sich die Chance, die verlorengegangenen Arbeitsplätze durch das Stahlwerk wieder zu erlangen. Die Erbauung des Technologiezentrums beruht auf der Grundidee, dass das neue Gebäude (TZU II) um das ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Werkgasthaus an der Essener Straße stehen soll. Das Werksgasthaus von 1913 ist das Spätwerk des Architekten Carl Weigle. Damals war es als Gegenstück zum Schloss Oberhausen gedacht. Architektonisch ist es mit Barocker Stilelementen gestaltet, die die Macht und das Selbstbewusstsein des Großkonzerns GHH  (Gutehoffnungshütte, welches ein bedeutendes Montan- und Maschinenbauunternehmen war)  symbolisieren sollten. Nach dem Krieg wurden die Schäden ausgebessert, jedoch wurde der geplante Park von Weigle nur zum Teil erhalten. Zu dem Zweck des Um- und Neubaus standen der damaligen Wirtschaftsförderung EGO, heute „Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH“,  ca. 50.000 qm Grundstücksfläche zur Verfügung. Somit startete im Jahr 1991 die Realisierung des Technologiezentrums.

Das Projekt begann im November 1991 und zu Beginn des Jahres 1993 konnte man im Emscher Landschaftspark eine neue Errungenschaft betrachten.  Das TZU hatte nach seiner Fertigstellung ca. 2.800 qm vermietbare Büroflächen geschaffen. Das TZU I (Werksgasthaus) ist im Rahmen des Denkmalschutzes auch für öffentliche Veranstaltungen geeignet und beinhaltet 1.200 qm Nutzfläche. Zudem ist es im Rahmen der IBA Emscher Park der neue Sitz des Technologiezentrums für Umweltschutz (TZU). Die Gestaltung des TZU II (Neubau) hebt sich optisch hervor, denn es ist bogenförmig um das TZU I herum erbaut und hat eine eigenwillige architektonische Bauweise. Jedoch sind bei beiden Gebäuden die Baumaterialien und die architektonischen Details gleich.  Das TZU II hat eine modulare 2-geschossige Bauweise und umfasst eine Nutzfläche von 3.800 qm Bürofläche sowie eine Tiefgarage. Zum Abschluss begann 1994 die Planung der 4. Baustufe. Während dieser wurden ca. 7.500 qm Büro- und Technikflächen für die Vermietung  hinzugewonnen.

Betrachten wir Oberhausen und das alte Industriegebiet heute, stellt man beeindruckender Weise fest, dass die neuen Errungenschaften aus heutiger Sicht unentbehrlich wären. Direkt in unserem Emscher Landschaftspark können wir uns diese Errungenschaften der Neuzeit anschauen. Der Kaisergarten Oberhausen ist eine davon. Auch die „grüne Seite des Ruhrgebiets“ genannt, ist dieser ein 38 Hektar großer Park in der Nähe des Einkaufszentrums Centro und dem Gasometer. Der Park bietet große Wald- und Wiesenflächen und man kann täglich die ruhige Natur entlang des Rhein-Herne-Kanals genießen. Außerdem steht die eindrucksvolle, begehbare Brückenskulptur

Die begehbare Brückenskulptur "Slinky Springs to Fame"

Die begehbare Brückenskulptur “Slinky Springs to Fame”

„Slinky Springs To Fame“ direkt im Park. Die Fußgänger- und Radwegbrücke über dem Rhein-Herne-Kanal verbindet den benachbarten Sportpark an der Lindenerstraße mit dem sich anschließenden Landschaftsraum der  Emscher.  Auf einem schönen Spaziergang kann man so vom Kaisergarten bis ins neue Emschertal gehen.

Ebenso schön ist das neue Tiergehege in der alten Emscheraue. Es befindet sich am Schloss Oberhausen im Kaisergarten.

Das Schloss Oberhausen

Das Schloss Oberhausen

Hier können sich alle Besucher*innen den Spaß mit den Tieren leisten, denn er ist kostenlos! Auf 5,5 Hektar leben rund  500 einheimische Tiere, bestehend aus 25 Säugetieren sowie 45 verschiedenen Vogelarten. Da ist für jeden etwas dabei, ob Schwein, Pferd oder eine große Meerschweinchen-Kolonie. Die Tiere dürfen sowohl gefüttert, als auch gestreichelt werden. Zudem bietet das Tiergehege einen Platz zum Lernen. Wissenswertes findet Ihr in der Naturerlebnisschule für groß und klein, mit einer direkten Begegnung mit einheimischen Tieren und Haustieren.

Angrenzend an den Kaisergarten kann man sich im Schloss Oberhausen weiterbilden und das Ausstellungsprogramm der Ludwiggalerie bewundern. Die Sammlung ist dreiteilig und besteht aus der Sammlung Ludwig, der populären Galerie und der Landmarkengalerie. Jedoch kann man sich nicht nur über die umfassende Kunst im Emscher Landschaftspark informieren, sondern auch über die Kultur, genauer gesagt über das Projekt „Emscher Erlebnis Oberhausen“. Diese Ausstellung im Haus Ripshorst informiert über 20 Jahre Landschaftsumbau im Emscher Landschaftspark. Die Besucher erhalten umfassende Informationen in Form einer multimedialen Präsentationstechnik. Direkt beim Eintreten in die Ausstellung liegt den Besuchern diese wortwörtlich zu Füßen. Denn so werden die Besucher zu den zwölf bedeutsamsten Standorten des Emscher Landschaftsparks in Form von markierten Fußpaaren aus Glas auf dem Boden herangeführt, welche man dann interaktiv mit Bild und Ton erlebt. Die Entwicklung des Emscher Landschaftspark kann man durch die audiovisuellen Terminals verfolgen, sowie durch themenspezifische Plakate, die das Informationsspektrum ergänzen.

Zuletzt beleuchten wir wohl einen der größten industriellen bzw. wirtschaftlichen Faktoren, das Centro,  Deutschlands erstes „Urban Entertainment Center“.  Es verfügt über 220 Einzelhandelsgeschäfte auf 2 Ebenen mit rund 119.000 qm Verkaufsfläche. Zum heutigen Zeitpunkt ist es das größte Einkaufs- und Freizeitzentrum Europas. Noch vor Jahrzehnten war es das ehemalige Stahlwerksgelände. Doch mit seiner Neueröffnung im Jahre 1996 machte das alte Gelände eine 180 Grad Wendung zum modernen Einkaufszentrum.  Im Gebäude selbst sticht besonders die hohe Glaskuppel ins Auge. Neben dem Einkaufszentrum gibt es zahlreiche Attraktionen, die man ganz jährlich besuchen kann. Hierzu zählen der Abenteuer-Park, das Gasometer, das Metronom Theater,  die König-Pilsner Arena, das Erlebnisbad Aquapark und das Sea Life. Das Centro Oberhausen ist zudem leicht zu erreichen und bietet sehr viele Parkmöglichkeiten. Zudem kann man sich nach einem langem Tag, sei es beim Shopping oder im Abenteuer-Park gewesen, das passende Restaurant an der 400 Meter langen Promenade suchen oder, wenn es etwas einfacheres sein soll, im zweitgrößten Food Court Europas, der „Coca-Cola Oase“, Platz nehmen. Zwischen dem Einkaufszentrum und dem Freizeitpark ist ein angelegter Kanal, diesen kann man perfekt dazu nutzen eine kleine Pause einzulegen.

Bei unserem kleinen Rundgang unterbricht Brigitte Pelzers für uns liebenswürdigerweise Ihre Shoppingtour auf dem Weg zum Centro, um uns ein paar Fragen über Ihr empfinden über den Strukturwandel zu teilen.

3 Fragen an die Fußgängerin Frau Pelzers (Seniorin, 70 Jahre) am Centro 

  1. Wie empfinden Sie die Umwandlung des ehemaligen Stahlwerksgeländes und die heutige Umnutzung in das TZU?

Ich lebe schon mein ganzes Leben in Oberhausen und habe den Aufschwung genauso wie das Ende des Stahlwerkes miterlebt.  Mein Mann war früher schon als Jugendlicher hier tätig und das Stahlwerk hat halt irgendwie immer zu unserem Alltag gehört. Aber die Welt verändert sich halt schnell und deshalb empfinde ich die Umwandlung des ehemaligen Stahlwerkes in das TZU, als Bereicherung für Oberhausen. Dadurch wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen und generell hat es den Wandel in Oberhausen angekurbelt.

 

  1. Wie hat sich Oberhausen seit dem Strukturwandel für Sie verändert?

Ich finde, dass Oberhausen seit dem Strukturwandel zu einer richtigen Großstadt geworden ist. Durch das Centro, den Kaisergarten, SeaLife und vieles mehr lockt Oberhausen viele Touristen an. Ich selber finde immer alles was ich brauche und mein Mann und ich müssen die Stadt nicht mehr verlassen um etwas spannendes zu erleben. Denn wir haben viele sehenswerte Dinge direkt vor der Tür.

 

  1. Haben Sie einen Lieblingsort im Emscher Landschaftspark?

Bisher habe ich noch nicht allzu viele Orte besucht, aber das Gasometer und den Stadtwald Osterfeld hier in Oberhausen gefallen mir besonders gut. Und letztes Jahr im Sommer waren mein Mann und ich im Botanischen Garten in Dortmund, die Vielfalt an Blumen war wunderschön.

Die Stadt Oberhausen bietet derweil viele interessante und spannende Dinge. Hier wurden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch neue Freizeit, Kultur und Kunst Aktivitäten. Wer in Oberhausen noch mehr entdecken möchte, kann das Gasometer besuchen, oder wie wäre es mit dem Haus Ripshorst? Und wer einfach nur mal abschalten möchte und einen langen Spaziergang unternehmen will, der sollte sich in den Kaisergarten begeben. Und danach noch eine Runde Tiere streicheln im Tiergehege? Hier gibt es so viel zu erleben, dass sollten Sie nicht verpassen.