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Emscherlandschafts Park
„Arbeiten im Park“: Der Erin-Park in Castrop-Rauxel

„Arbeiten im Park“: Der Erin-Park in Castrop-Rauxel

Dass Gewerbe und Naherholung im Emscher Landschaftspark Hand in Hand gehen können, zeigt der Erin-Park in Castrop-Rauxel. Auf dem Gebiet der ehemaligen Zeche Erin findet ihr heute sowohl eine mit Bachläufen und Hügeln durchzogene Grünfläche, die zum Entspannen einlädt, als auch eine attraktive Gewerbefläche für Unternehmen.

Erin-Park, Castrop-Rauxel

Erin-Park
Castrop-Rauxel

Das kommt daher, dass der Erin-Park in Castrop-Rauxel Teil des Leitthemas „Arbeiten im Park“ der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park war. Die Idee entstand in den 1990er Jahren aufgrund des Wegfalls der Steinkohleindustrie und den damit einhergehenden Arbeitsplatzverlusten mit dem Entstehen verschiedenster Brachflächen. Im Rahmen von „Arbeiten im Park“ wurden an 22 Standorten in der Metropole Ruhr neue Gründer- und  Technologiezentren, Dienstleistungsparks und Gewerbegebiete entwickelt, die dem Arbeitsplatzverlust und der Brachlegung ehemaliger Industrieflächen entgegenwirken sollten. Voraussetzung für die Neunutzung waren eine hohe architektonische Qualität der Gebäude im Dienstleistungsviertel, ein etwa 50 prozentiger Grünflächenanteil, sowie freier Zutritt zum Park für alle Menschen. Der Erin-Park in Castrop-Rauxel ist eines der Paradebeispiele für die Umsetzung des Leitthemas. Damals verloren 3.800 Menschen durch die Schließung der Zeche Erin ihre Arbeit, doch nun ist hier mit 20 ha die größte Gewerbeparkanlage im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park entstanden. Jedoch gibt es noch viele weitere kombiniert genutzte Parks innerhalb des Emscher Landschaftsparks, die einerseits attraktive Freizeitmöglichkeiten bieten und andererseits ein hohes Standortpotenzial für Unternehmen besitzen. Fallen euch spontan noch andere solcher Orte ein? Uns schon! Wir haben bereits spannende Ausflüge zum Gründer-/ Technologiezentrum in Bottrop mit dem Landschaftspark rund um das Tetraeder auf der Halde Beckstraße und zum Gewerbepark Zeche Waltrop mit der Halde Brockenscheidt und dem Spurwerkturm in Waltrop unternommen.

Zeche Erin, Erin-Park, Castrop-Rauxel

Zeche Erin
Erin-Park
Castrop-Rauxel

Aber heute ist unser Ziel der Erin-Park in Castrop-Rauxel. Die Zeche Erin wurde im Jahr 1983 nach 116 Jahren der Steinkohleförderung stillgelegt. Heute existiert von ihr noch der 68 Meter hohe Fördertum von Schacht VII. mit dem charakteristischen „ERIN“ Schriftzug. Sobald es dunkel wird, verwandelt sich das Industriedenkmal in eine illuminierte Landmarke im Rahmen des „Nacht-Tag-Panorama“ der Künstler Georg Kiefer und Manfred Walz. Das Besondere an dieser Illumination im Emscher Landschaftspark ist, dass sie naturschonend errichtet wurde und somit die nachtaktiven Tiere nicht stört. Außerdem bildet der markante Förderturm das Eingangstor zum Erin-Park. Wir haben ihn ja schon von weitem gesehen, aber wenn man direkt davorsteht, wirkt der Förderturm noch imposanter. Der Gründer der ehemaligen Zeche Erin, William Thomas Mulvany, auf deren Gelände heute der Erin-Park liegt, kam aus Irland. Der Park sollte daher irische Landschaftskonturen aufgreifen und ist dementsprechend kontrastreich gestaltet worden. Aufgeschüttete, mit Gras überwachsene Deponien imitieren den kargen, hügeligen Norden Irlands und eine Teichlandschaft den mediterranen Süden. Die Idee der Stadt Castrop-Rauxel hinter dem Projekt war, ein komplett neues Konzept eines Parks zu erarbeiten. Dafür wurde im Jahr 1992 sogar ein internationaler Wettbewerb mit Beteiligung irischer Landschaftsarchitekten durchgeführt, um Ideen zu sammeln, wie man den Erin-Park so naturgetreu wie möglich aussehen lassen kann. Und auch der Name des Parks ist ganz bewusst gewählt worden: Erin ist nämlich der keltische Name für die grüne Insel im Norden Europas. Wusstet ihr, dass Mulvany ebenfalls der Initiator der Naturhindernis-Pferderennbahn in Castrop-Rauxel war, auf der bis 1970 regelmäßig das „Castroper Rennen“ stattfand? Mittlerweile wurde das Gelände zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert, jedoch erinnern weiße Poller und der Zielturm an seine Vergangenheit als Pferderennbahn. Im Zielturm findet ihr übrigens auch eine kleine Fotodokumentation und Texte zur Geschichte der Rennbahn. Schaut doch mal dort vorbei. ☺

Bei unserem Spaziergang im Erin-Park kommen uns viele verschiedene Menschen entgegen, die den Park an diesem Nachmittag nutzen, um ihren Hobbies nachzugehen. Die Spanne reicht von Joggerinnen und Joggern über Radfahrerinnen und Radfahrern, bis hin zu einer Gruppe von Kindern, die auf einer der Grünflächen fangen spielen. Wir steigen auf eine der langgezogenen Deponien des Erin-Parks. Oben angekommen haben wir eine grandiose Aussicht auf den Förderturm, den Park und die Stadt Castrop-Rauxel. Sogar die Halde Schwerin mit der von Jan Bormann errichteten Landmarke „Sonnenuhr“ können wir heute erblicken. Sie liegt etwa 3,5 Kilometer vom Erin-Park entfernt. Ihr könnt auch die Siedlung Schwerin besuchen, die zur Zeche Graf-Schwerin gehörte. Dort könnt ihr euch noch heute ein Bild davon machen, wie die Bergarbeiter und ihre Familien früher gelebt haben.

Erin-Park, Castrop-Rauxel

Erin-Park
Castrop-Rauxel

Da wir großes Interesse an der Geschichte des Erin-Parks und an dem Konzept “Arbeiten im Park” haben, haben wir Maresa Hilleringmann, der Pressesprecherin der Stadt Castrop-Rauxel ein paar Fragen rund um den Park gestellt, und dabei spannende Antworten erhalten.

3 Fragen an Maresa Hilleringmann, Pressesprecherin der Stadt Castrop-Rauxel

1) Der Gründe der Zeche Erin, William Thomas Mulvany, war ein Ire. Wie spiegelt sich die irische Herkunft des Zechengründers in der Gestaltung des Erin-Parks wider?

Es wurden Landschaftsbilder aus Irland als Gestaltungsvorbild genutzt. Es wurden beispielsweise irische Hügel nachempfunden. Das reicht bis zur Auswahl der Pflanzen, die versucht, irische Vorbilder aufzunehmen.

2) Welche Art von Unternehmen siedeln sich primär im Erin-Park an? Was sind die Voraussetzungen für ein Unternehmen, um sich im Erin-Park anzusiedeln?

Es sind hauptsächlich mittelständische Unternehmen im Erin-Park zuhause. Die Aufbereitung der Fläche wurde damals mit Bundes-, Landes- und EU-Mitteln, insbesondere aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes NRW gefördert. Zugelassen werden können nur Ansiedlungen, die den Förderrichtlinien entsprechen. Zulässig sind Gewerbebetriebe aller Art (mit Ausnahme von Einzelhandel), sowie jede Art von Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäuden. Unternehmen, die sich für den Standort interessieren, können sich sowohl an die städtische Wirtschaftsförderung, als auch an die Flächeneigentümerin, die NRW.URBAN GmbH, wenden.

3) Was macht den Park als gewerblich genutzte Fläche für Unternehmen attraktiv? Was macht den Park als Naherholungsgebiet für Bewohner-/innen und Gäste der Stadt Castrop-Rauxel attraktiv?

Es ist die Kombination aus Gewerbe und Naherholung, die den Erin-Park ausmacht. Der Wasserlauf in der Mitte und die quer verlaufenden Wegeachsen sind wunderschöne Spazier-, Rad- und Joggingwege und der Blick vom Hügel neben dem Förderturm über die Altstadt und die Umgebung ist großartig. Für Unternehmen sind insbesondere die sehr gute Verkehrsanbindung und das Arbeiten im grünen Umfeld mit unmittelbarer Innenstadt-Anbindung attraktiv.