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Emscherlandschafts Park
Arbeiten im Emscher Landschaftspark: Technologiepark Kamen

Arbeiten im Emscher Landschaftspark: Technologiepark Kamen

Mit dem Projekt „Freizeit-, Wohn- und Technologiepark Kamen“ der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park entwickelte sich auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Monopol in Kamen ein großzügiges Grün- und Freiflächenangebot für technologieorientierte Unternehmen, neue Existenzgründungen und Naherholung. Durch gezielte Wirtschaftsförderung des Regionalverbands Ruhr wird hier im Emscher Landschaftspark nach Rückzug des Bergbaus auf Innovation und Branchenvielfalt gesetzt. Neben den hochwertigen Gewerbeflächen bietet der Technologiepark Kamen einen naturnahen Wohnort mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Bei sonnigem Herbstwetter erkunden wir heute das industriell geprägte Parkareal, um herauszufinden was den Technologiepark Kamen zu einem attraktiven Ort für Unternehmen und Freizeitgestaltung macht.

Gründerzentrum im Technologiepark Kamen

Gründerzentrum im Technologiepark Kamen

Den Eingang zum Technologiepark Kamen markiert für uns das Gründer- und Technologiezentrum auf der Lünener Straße, das den Ausgangspunkt für Industriewachstum und die Entstehung innovativer Wirtschaftszweige im Park darstellt. Zur Realisierung und Organisation des neuartigen Gewerbestandortes in der Ruhrmetropole wurde am 4. März 1994 das Gründer- und Technologiezentrum gebaut. Mit der Gründung der Technopark Kamen GmbH als Betreibergesellschaft wurde der entscheidende unternehmerische Rahmen für das Technologiepark Kamen Projekt geschaffen. Interessierte Unternehmer*innen können sich im Gründerzentrum professionell beraten lassen und die Seminar- und Veranstaltungsräume für Workshops rund um das Thema Wirtschaft und Technik nutzen.

Fördergerüst Schacht Grillo 1 im Technologiepark Kamen

Fördergerüst Schacht Grillo 1 im Technologiepark Kamen

Hinter dem Gründer- und Technologiezentrum ragt das hohe, rote Fördergerüst Monopol Schacht Grillo 1 hervor. Das wollen wir uns doch mal näher anschauen und laufen über die akkuraten Pflastersteinwege und eine weitläufige, grüne Wiese auf das Industriedenkmal zu. Die 1871 gegründete Gewerkschaft Friedrich Grillo, benannt nach dem gleichnamigen Essener Industriellen, begann 1873 mit den Arbeiten für die Schachtanlage Grillo 1/2.  Diese war bis zur Stilllegung im Jahre 1981 Kohleförderstandort des Bergwerks Monopol in Kamen. Ab 1981 wurde dann die Kohle auf der Anlage Grimberg 1/2 in Bergkamen zu Tage gefördert. Das heute noch erhaltene Fördergerüst Schacht Grillo 1 wurde als Dreibock mit angehängtem Führungsgerüst gebaut. Es ist eines der wenigen noch erhaltenen Fördergerüste in Stahlkastenbauweise. Wir bestaunen das denkmalgeschützte, 46 Meter hohe Stahlgerüst, dessen unterer Teil von grünen Baumkronen verdeckt wird. Am Fuße des Gerüsts entdecken wir das dazugehörige Fördermaschinenhaus, welches eine Elektrofördermaschine beherbergt. Das im Eigentum der Industriedenkmalstiftung stehende Ensemble mit Fördergerüst und Maschinenhaus wird seit dem letzten Jahr vom Verein Monopol 2000 für Veranstaltungen, wie beispielsweise den „Tag des offenen Denkmals“ geöffnet. Auf dem ehemaligen Zechengelände trägt der über 100 Mitglieder starke Verein Monopol 2000 durch sein vielseitiges Angebot an Kulturveranstaltungen fortlaufend zur Förderung der Bergbau- und Industriekultur in Kamen bei. Wir treten etwas zurück auf eine Holzbrücke mit Metallgeländer, die über das schmale, trockene Seseke Flussbett führt. Von hier aus können wir das idyllische Parkpanorama genießen. Im Mittelpunkt steht das Fördergerüst des Schachtes Grillo 1 zwischen den Türmen der beiden Stadtkirchen als Zeichen für den Strukturwandel im Energiesektor des Ruhrgebiets.

Technologiepark Kamen

Technologiepark Kamen

Auf der anderen Seite der Brücke betreten wir eine asphaltierte Straße. Rechts und links parken ein paar Lastwagen und größere Transporter, die zu den hier ansässigen Unternehmen gehören. Auf den hohen Verlust an Arbeitsplätzen nach Schließung der Zeche Monopol reagierte die Stadt Kamen mit der Entwicklung des Gewerbegebiets im Technologiepark, das hier über die letzten Jahre genug Platz für Neugründungen, Erweiterungen, Neuansiedlungen, Verlegung und Umstrukturierung von regionalen und auswärtigen Betrieben geschaffen hat. Zurzeit befinden sich auf dem 34 Hektar großen Technologieparkgelände über 70 verschiedene Gewerbe mit den Schwerpunkten Technologie, Wissenschaft und Forschung. Wir spazieren die Straße entlang zurück zum Gründerzentrum und entdecken auf der gegenüberliegenden Seite die „Rad & Tat Fahrradhandel GmbH“ und das dazugehörige E-Bike Center. Hier treffen wir den Auszubildenden Noah Hübner, dessen Vater Chef des Fahrradgeschäfts ist, und befragen ihn zum Unternehmensstandort im Technologiepark Kamen.

3 Fragen an Noah Hübner von der „Rad & Tat Fahrradhandel GmbH“ im Technologiepark Kamen:

1) Hier im Technologiepark Kamen, wo sich genügend Raum für Unternehmensgründung bietet, hat sich über die Jahre bestimmt einiges verändert seit das Projekt „Freizeit-, Wohn- und Technologiepark Kamen“  ins Leben gerufen wurde. Wie hast Du bis jetzt die Entwicklung im Gewerbegebiet um Euch herum wahrgenommen?

Seit ich meine Ausbildung im letzten Jahr hier begonnen habe, habe ich das Gefühl, dass sich der Technologiepark im stetigen Wandel befindet. Ich entdecke immer wieder neue Unternehmen, die ihren Service in den Bereichen der Stahlindustrie oder Gebäudetechnik anbieten und mittlerweile sogar gesundheits- und medienorientierte Einrichtungen. Unser Unternehmen gibt es ja schon seit einigen Jahren, da war hier wohl noch so einiges an ungenutzter Gewerbefläche vorhanden und man konnte ins Grüne gucken, wo heute neue Häuser gebaut werden.

 2) Was denkst Du macht Euren Unternehmensstandort auf dem Technologieparkgelände so attraktiv für potentielle Neugründer und Eure Kundschaft?

Bei uns ist eigentlich immer viel los. Neben den Stammkunden haben wir besonders bei schönem Wetter viel Laufkundschaft. Der Park ist insgesamt sehr beliebt bei Fahrradfahrern wegen der gut befahrbaren Pflastersteinwege und asphaltierten Straßen. Wenn die Leute ihre Fahrräder bei uns reparieren lassen oder ein Neues kaufen, werden diese meist direkt im Park getestet. Außerdem sind die Gebäude alle noch jung und wirken sehr hochwertig und modern, das kommt bestimmt gut an.

3) Fahrradfahren ist also schon mal eine beliebte Freizeitgestaltung im Technologiepark Kamen, was passiert hier denn sonst noch so?

Auch bei den Jugendlichen aus Kamen ist der Park beliebt, die sitzen hier oft in Kleingruppen zusammen. Man sieht auch viele Hundebesitzer*innen oder Familien mit Kleinkindern. Ab und zu finden auch musikalische Veranstaltungen im Park statt. Ich wohne zwar ganz in der Nähe, kann mir aber gut vorstellen, dass auch die gute Bahnanbindung und zentrale Lage mit ausreichenden Parkmöglichkeiten viele Besucher*innen in den Park lockt.

Wir bedanken uns herzlich bei Noah Hübner und dem Team der „Rad &Tat Fahrradhandel GmbH“ und laufen noch eine letzte Runde durch den Technologiepark Kamen. Hier und dort bedecken goldbraune Blätter den Boden und wir genießen die Herbstsonne während wir langsam die Grünanlage umrunden. Links von uns befinden sich moderne Bürogebäude und Einfamilienhäuser. Parallel zum Bau des Gründer- und Technologiezentrums erfolgte in den Jahren 1992/93 die Errichtung des Wohnparks Gartenstadt Seseke-Aue.  Die Siedlung ist Teil des integrierten Entwicklungskonzeptes für das Gelände des ehemaligen Bergwerks und der Wiederherstellung der Seseke. Alle Grundstücke erwecken einen gepflegten und familienfreundlichen Anschein. Kein Wunder, denn im nächsten Vorgarten begegnen wir Sabine P., die eifrig Laub hakt und damit eine Schubkarre füllt. Sabine P. ist Gartenpflegerin hier im Technologiepark Kamen und auch für sie haben wir direkt zwei Fragen parat.

2 Fragen an Sabine P., Gartenpflegerin im Technologiepark Kamen:

1) Sie sorgen also dafür, dass sich hier im Technologiepark Kamen Privatgrundstücke und Gewerbeflächen dem naturverbundenen Konzept der Parkanlage anpassen. Wie gefällt Ihnen Ihr Arbeitsumfeld im Freien?

Ich arbeite sehr gerne hier im Technologiepark Kamen. Hier ist es schön ruhig und man ist ungestört. Der Blick ins Grüne ist auch für mich Entspannung, ich wollte schon immer draußen in der Natur arbeiten. Bekannte von mir wohnen in der Gartensiedlung und sind auch sehr zufrieden.

2) Wenn Sie sagen, dass Sie sich gerne in der Natur aufhalten, dann haben Sie doch bestimmt auch noch andere Lieblingsorte im Emscher Landschaftspark?

Ja das stimmt! Erst vor Kurzem war ich wieder spazieren im Landschaftspark Duisburg-Nord und habe mir die Gartenkunst angeschaut. Im Sommer gibt es da auch das Freiluftkino, da gehe ich ganz gerne hin. Die Mischung aus Natur- und Kulturlandschaft gefällt mir immer wieder gut.

Wir bedanken und verabschieden uns von Sabine P. und auch vom Technologiepark Kamen für heute. Als interessanter Wirtschaftsstandort mit industrieller Vergangenheit bietet der Technologiepark Kamen optimale Ansiedlungsvorteile für angehende oder bereits bestehende Unternehmen, sowie für Privatpersonen. Die attraktive Infrastruktur und vielseitigen Freizeitbeschäftigungen haben uns überzeugt und machen das ehemalige Monopol Zechengelände zu einem sehenswerten Ausflugsziel bei uns im Emscher Landschaftspark. Ein Wiedersehen ist auf jeden Fall geplant, spätestens bei der nächsten Fahrradtour.