Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Arbeiten im Emscher Landschaftspark: Das Innovationszentrum Herne-Baukau

Arbeiten im Emscher Landschaftspark: Das Innovationszentrum Herne-Baukau

Wenn man Emscher Landschaftspark hört, dann denkt man wohl vor allem an Parks, Halden oder Radwege. Doch was die Metropole Ruhr auch auszeichnet, ist dessen wirtschaftliche Stärke. Bedingt durch den Strukturwandel verlor die Montanindustrie im Ruhrgebiet zunehmend an Bedeutung. Der Bergbau war Geschichte. Hier setzte Ende der 80er Jahre bis Ende der 90er Jahre die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park an, um alte Industriebrachen umzugestalten und wieder nutzbar zu machen. In Folge des Strukturwandels entwickelten sich somit neue Zweige, welche die Metropole Ruhr wirtschaftlich stärken. Zum Wachstum der neuen Wirtschaftszweige tragen auch die Innovations-und Gründerzentren Herne (IGZ) mit großem Erfolg bei. Eines der beiden Zentren ist das Innovationszentrum in Herne Baukau, welches wir besuchen und euch heute vorstellen.

Fassade Innovationszentrum Herne-Baukau

Fassade
Innovationszentrum
Herne-Baukau

Als zentraler Standort in Herne Baukau liegt das Innovationszentrum an der Grenze zu Recklinghausen-Süd und befindet sich direkt am Rhein-Herne-Kanal, wo auch der Stadthafen Recklinghausen lokalisiert ist. Gleich dahinter verläuft die Emscher, an welcher das Umspannwerk Recklinghausen liegt, welches eine Station der Route der Industriekultur ist. Die umliegenden Städte Bochum, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Essen und Dortmund sind über die nahegelegenen Autobahnen ebenso wie über den ÖPNV schnell zu erreichen. Somit befindet sich das Innovationszentrum, im Herzen des Ruhrgebiets. Ein idealer Standort in der Metropole Ruhr.

Das Innovationszentrum existiert, als Teil des Technologie- und Gewerbeparks Herne-Baukau, bereits seit 1996 auf dem ehemaligen Blaupunkt-Werksgelände und verfolgt eine klare Ausrichtung: Unter dem Dach der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne (WFG) sollen Innovationen und Gründerpotentiale in Herne gefördert und entwickelt werden. So befinden sich auf dem 6000 m² großen Areal zahlreiche Büro- und Werksflächen, die von mehr als 40 Technologieunternehmen gemietet werden.

Angrenzender Gebäudetrakt Innovationszentrum Herne-Baukau

Angrenzender Gebäudetrakt
Innovationszentrum
Herne-Baukau

Um mehr über das Innovationszentrum zu erfahren und ein genaueres Bild von der Arbeit im Innovationszentrum zu erhalten haben wir uns mit Dr. Evelyn Stober, von der WFG Herne, getroffen. Sie ist zuständig für den Bereich Kommunikation & Kommunikationsprojekte und konnte uns interessante Einblicke in das Innovationszentrum Herne-Baukau heute und die geschichtliche Aufbereitung im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park geben.

Sechs Fragen an Dr. Evelyn Stober, Kommunikation & Kommunikationsprojekte, WFG Herne:

1) Das Innovationszentrum existiert nun bereits seit 1996. Wie kam es damals zur Gründung des Innovationszentrums?

Die Grundidee, die zum Aufbau eines ganzen Netzes von Technologiezentren in NRW geführt hat, bestand darin, innovative Aktivitäten zu bündeln und technologisch–fortschrittliche Unternehmen an einem Standort zu konzentrieren. Begünstigt werden sollten Synergieeffekte, die dann in die Region ausstrahlen. In den 90ern versuchte die WFG mit der Einrichtung eigener Zentren ein Instrument zu schaffen, um auch in Herne Gründern sowie kleineren und technologieorientierten Unternehmen Platz und Service zu bieten. Der Bedarf nach günstigen, über mehrere Jahre fest kalkulierbaren Mietkonditionen war groß; es sicherte jungen Betrieben Vorwärtskommen und Durchsetzungsfähigkeit am Markt. An verschiedenen Standorten in der Stadt entstanden unter dem Dach „IGZ“ (Innovations- und Gründerzentren) ein Gründerzentrum, ein Gewerbehof, das MediaTec und als Neubau das Innovationszentrum.

2) Was will das Innovationszentrum erreichen? / Was ist das Ziel des Innovationszentrums?

Technologiezentren haben immer auch Experimentalcharakter. So hat sich z.B. das MediaTec, das eine eingeschränkte inhaltliche Ausrichtung hatte, mit einem Angebot speziell für die Kommunikations- und Medienwirtschaft auf Dauer nicht durchgesetzt. Insgesamt jedoch konnte die Stadt durch das Zentrenangebot interessante junge Unternehmen nach Herne holen, die zum Teil in der Zwischenzeit ihre Räume nicht mehr in einem der Zentren, sondern an einem eigenen Standort in der Stadt haben und von dort aus ihre Geschäfte treiben.

3) Wie hat sich das Innovationszentrum in den letzten Jahren entwickelt und welchen Entwicklungstrend erwarten Sie zukünftig?

Innenarchitektur Innovationszentrum Herne-Baukau

Innenarchitektur
Innovationszentrum
Herne-Baukau

Das Innovationszentrum ist auf einem ehemaligen Industriestandort als IBA-Bau errichtet worden. Bei IBA-Projekten waren immer auch städtebauliche und ökologische Aspekte wichtig. Architektur hatte einen sehr hohen Stellenwert. Auch das Innovationszentrum zeigt eine klare Linienführung. Im zweigeschossig, galerieähnlich angelegten Innenbereich findet man Empfang, Konferenzräume, Cafeteria sowie Präsentations- und Ausstellungsfläche. Intensive Bepflanzung der Außenflächen und der Fassaden reflektieren den planerischen Gedanken „Arbeiten im Park“. Es gibt kostenlose Parkplätze, auch wenn diese in der Zwischenzeit oftmals nicht mehr ausreichen. Mit der Wirtschaftsförderung und auch dem STARTERCENTER gibt es direkt vor Ort ein kostenloses Beratungsangebot. Die rund 40 hauptsächlich technologieorientierten Unternehmen, die sich im Innovationszentrum eingemietet haben, haben durch die Nutzung der Konferenz- und Seminarräume nur geringe Zusatzkosten und mit der Cafeteria eine Bewirtungsmöglichkeit für sich und ihre Gäste. Die Auslastung des Innovationszentrums ist sehr hoch. Es gibt seit Jahren so gut wie keinen Leerstand.

Begrünung des Innenhofs Innovationszentrum Herne-Baukau

Begrünung des Innenhofs
Innovationszentrum
Herne-Baukau

4) Aufgrund des Standortes in Herne und damit im Zentrum der Metropole Ruhr ist das Innovationszentrum exzellent vernetzt. Welche Standortvorteile ergeben sich dadurch für die angesiedelten Unternehmen und das Innovationszentrum?

In der Tat profitiert Herne von der zentralen Lage im Ruhrgebiet. Vorteile haben aber nicht nur Logistiker, die ihre Distribution gerne an einen zentralen Punkt legen, sondern auch Dienstleistungsunternehmen wie zum Beispiel Agenturen, die von hier aus schnell das gesamte Ruhrgebiet erreichen können. Die hervorragende Verkehrsinfrastruktur – gleich drei Autobahnen sind in kurzer Zeit erreichbar – ist ebenfalls ein Standortvorteil.

5) Wie sehen die Zukunftspläne des Innovationszentrums aus und was wünschen Sie sich persönlich für die Entwicklung des Innovationszentrums?

Die Tagungsräume wurden kürzlich modernisiert und mit einer Klimaanlage ausgestattet. Leider sind Versuche, das Dach für Photovoltaik zu nutzen, aufgrund der Gebäudestatik fehlgeschlagen. Als IBA-Bau wurden nur einheimische Hölzer verwendet – das bringt einen enormen Wartungsaufwand mit sich. Inzwischen ist rund um das Innovationszentrum der Gewerbepark Herne-Baukau gewachsen, der angrenzende SCHLOSS-CAMPUS wird gerade entwickelt. Hier entsteht die neue Mitte Baukau. Und das Innovationszentrum liegt mittendrin.

6) Was Ist Ihr Lieblingsort im Emscher Landschaftspark?

Gleich hinter dem Innovationszentrum führt der Emscher-Park-Radweg direkt am Rhein-Herne-Kanal entlang – mit Anschluss an das komplette 800 Kilometer umfassende überregionale Radwegenetz der Metropole Ruhr – auch als Joggingstrecke gut nutzbar. Direkt gegenüber geht es in den Schlosspark, in wenigen Minuten ist man auf der Autobahn. Wenn man hier 18 Jahre lang arbeitet, sucht man täglich gerne einen Arbeitsplatz auf, der so schön mitten im Emscher Landschaftspark gelegen ist!