Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
Angebote und Umweltpädagogik rund um die Forststation Rheinelbe

Angebote und Umweltpädagogik rund um die Forststation Rheinelbe

Kennt ihr das auch? Heutzutage kennen sich viele Menschen nicht mehr mit den alltäglichen Vorgängen in der Natur aus. Sie entfremden sich durch den Großstadttrubel immer mehr von Wald, Wiesen und Feld. Um das zu ändern, hat es sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW zur Aufgabe gemacht, unterschiedliche Programme rund um die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit anzubieten. Ein Regionalforstamt des Landesbetriebs ist die Forststation Rheinelbe in der Metropole Ruhr, die sich am Fuß der Halde Rheinelbe im Emscher Landschaftspark befindet.

Die Forststation Rheinelbe kümmert sich um einen ganz besonderen Wald, den die Industrienatur hervorgebracht hat: den Industriewald Ruhrgebiet. Das Besondere an diesem Wald im Emscher Landschaftspark ist, dass er auf ehemaligen Industrieflächen wächst. Dazu gehören beispielsweise alte Bergbauflächen und abgerissene Kokereien in der Metropole Ruhr. Der Wald wurde einfach sich selbst überlassen, er hat sich also ungeplant entwickelt und ist frei gewachsen. Mit seinen verwunschenen Wegen und dichten Bäumen erinnert er ein wenig an einen Märchenwald. Seit Anfang der 1990er Jahre befinden sich hier verschiedene Skulpturen, die der Künstler Herman Prigann aus abgerissenen Bruchstücken der Zechen in Gelsenkirchen errichtet hat. Deswegen wird dieser Wald in Gelsenkirchen auch „Skulpturenwald Rheinelbe“ genannt. Eine sehr bekannte Landmarke im Emscher Landschaftspark stammt übrigens auch von Herman Prigann: die Skulptur „Himmelstreppe“ auf der Halde Rheinelbe, die einige von Euch wahrscheinlich kennen.

Die Forststation Rheinelbe pflegt den Skulpturenwald im Emscher Landschaftspark und bietet für Groß oder Klein spannende Programme an. Habt ihr Interesse am Wandern? Dann schaut euch einmal die individuell gestalteten Wandertouren an, die die Forststation zu verschiedenen Themen rund um die Industrienatur in der Metropole Ruhr anbietet. Insbesondere für Kinder sind die Wanderungen erlebnisorientiert aufgebaut und fördern Bewegung und Kreativität. So vermittelt die Forststation Rheinelbe spielerisch Wissen über die Natur und stärkt soziale Kompetenzen.

Wir wollten wissen, wie das genau vor sich geht und haben daher Oliver Balke von Wald und Holz NRW befragt, der die Forstation Rheinelbe in Gelsenkirchen leitet.

 

Drei Fragen an Oliver Balke von Wald und Holz NRW

 

  1. Was macht eine Forststation in der Metropole Ruhr und was sind ihre Aufgaben?

Die Forststation Rheinelbe ist ein ganz besonderer Fall. Man könnte uns mit den Rangern eines National Parks vergleichen. Wir machen nicht die typischen Forstarbeiten, wie Bäume fällen, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Die Natur darf sich bei uns ungestört weiter entwickeln. Wir behüten sie einfach und nehmen so eine Beschützerrolle ein. Wir achten darauf, dass keine Lagerfeuer gemacht werden und der Wald nicht zugemüllt wird.

 

  1. Was ist die Bedeutung der Forststation für den Emscher Landschaftspark?

Wir kooperieren mit dem Regionalverband Ruhr und bekommen von ihm wichtige Flächen im Emscher Landschaftspark zur Nutzung. Die wichtigsten Standorte sind die Zeche Zollverein in Essen, die Kokerei Hansa in Dortmund und das Areal Rheinelbe, das im Dreieck der Städte Bochum, Essen und Gelsenkirchen liegt. Der Skulpturenwald Rheinelbe ist für uns der wichtigste Standort. Hier befindet sich ja auch unsere Station.

 

  1. Die Forstation arbeitet ja auch im Bereich Umweltbildung. Worauf wird im Bereich Umweltpädagogik besonders geachtet?

Uns ist besonders wichtig, dass die Angebote für Kinder besonders erlebnisorientiert gestaltet werden. Vor allem sollen sie im Wald die Zeit und den Raum nutzen. Der Alltag der Kinder ist schon durchgeplant und stressig genug. Meistens stehen sie schon früh unter Leistungsdruck. Hier sollen die Kleinen einfach mal Kind sein und sich richtig einsauen dürfen. Durch den Freiraum, den wir ihnen bieten, arbeiten sie von ganz allein im Team zusammen und finden schnell Lösungen für unterschiedliche Aufgaben. Zusätzlich zu den sozialen Kompetenzen, die sie dadurch erwerben, wird die Sprache gefördert. Wichtig ist für uns auch, dass die Kinder ein Mitentscheidungsrecht haben und beispielsweise mitentscheiden können, wie lange sie welche Aufgaben ausüben.

 

Eine letzte Frage noch: Sie bieten die Räumlichkeiten in der Forststation zur Vermietung an?

Ja, das stimmt. Wir haben unterschiedlich große Räume, die für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt werden. Das geht von einfachen Seminaren bis hin zu Hochzeiten.