Metropoleruhr
Emscherlandschafts Park
2. Nacht der Lichtkunst: HELLWEG – ein LICHTWEG im Emscher Landschaftspark

2. Nacht der Lichtkunst: HELLWEG – ein LICHTWEG im Emscher Landschaftspark

In der dunklen Jahreszeit werden die Tage kürzer und die Nächte länger – Zeit also die Metropole Ruhr in ganz neuen Lichtern zu entdecken! Denn viele Städte setzen Licht-Akzente und lassen das Ruhrgebiet künstlerisch vollkommen neu erstrahlen. Und auch die Lichtlandmarken sind einen Besuch wert und setzen die beliebten Orten im Emscher Landschaftspark ganz besonders strahlend in Szene.

Karte zur 2. Nacht der Lichtkunst HELLWEG - ein LICHTWEG

Karte zur 2. Nacht der Lichtkunst
HELLWEG – ein LICHTWEG

Wir haben uns in die Hellweg-Region aufgemacht, um die 2. Nacht der Lichtkunst zu besuchen. Denn am 25. November wird im östlichen Ruhrgebiet die Lichtkunst gefeiert und in Ahlen, Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lippstadt, Lünen, Schwerte, Soest und Unna stehen zahlreiche Aktionen auf dem Programm, die das Licht in Szene setzen. In dieser Nacht stehen die Lichtlandmarken, illuminierte Industriedenkmäler und Werke der Lichtkunst des östlichen Ruhrgebiets im Fokus. Neben den thematischen, geführten Lichtreisen kann man auch im Alleingang mehrere Kunstwerke in unterschiedlichen Städten entdecken. Und es gibt wahrlich viel zu entdecken: die 43 Lichtkunstwerke des Städte-Netzwerkes HELLWEG – ein LICHTWEG sind schon alleine beeindruckend, doch in dieser Nacht kommen zusätzlich noch zahlreiche Aktionen hinzu. Die Angebote der zweiten Nacht der Lichtkunst sind hierbei vielfältig.

Bevor wir uns auf den Weg machen, haben wir erstmal überlegt, welche Orte wir an diesem besonderen Abend besuchen wollen. Und die Wahl fiel wirklich nicht leicht! Denn das Kulturprojekt “Hellweg – ein Lichtweg” ist ein modulares, sich ständig erweiterndes Kunstprojekt in der gesamten Hellweg-Region – und da kommen schon einige Städte, Gemeinden und Einrichtungen zusammen. Und überall gibt es wunderbare Lichtkunstwerke, welche Industriedenkmäler, Landmarken, die Industriekultur sowie besondere Orte und Plätze in der östlichen Metropole Ruhr illuminiert in Szene setzen.

Sobald die Dämmerung beginnt, machen wir uns in Bergkamen zu den von uns auserkorenen Lichtkunstwerken im Emscher Landschaftspark auf. Dank der App und der Homepage hatten wir nützliche Wegweiser, welche uns tolle Informationen zu Orten und Kunstwerken mitgegeben haben. Unter anderem gibt es Lichtzeichnungen, Bootstouren und Konzerte zum Thema Wasser an der Marina Rünthe.

Lichtkunst an der Marina Rünthe 2. Nacht der Lichtkunst Hellweg - ein Lichtweg Bergkamen

Lichtkunst an der Marina Rünthe
2. Nacht der Lichtkunst
Hellweg – ein Lichtweg
Bergkamen

Die Marina Rünthe liegt direkt am Datteln-Hamm-Kanal, an der Lippe und Seseke im Emscher Landschaftspark und ist der größte Freizeithafen von NRW. Das westfälische Sportbootzentrum Marina Rünthe ist somit ein wahres Highlight im Wassertourismus und zeigt den Besuchern hautnah den Strukturwandel im Ruhrgebiet! Was heute eines der Highlights für Wassersportler und Bootsfans in der Metropole Ruhr ist, war früher ein alter Industriehafen. Inzwischen hat der hervorragend ausgestattete Yachthafen 310 Liegeplätzen und eine wunderbare Promenade mit Cafés und Restaurants, Wassersporteinrichtungen sowie Hotels. Direkt angrenzend an den Yachthafen bietet das Naturschutzgebiet “Beversee” herrliche Rundwanderwege mit naturbelassenen Wäldern und einem See in der Mitte.

Heute erleben wir die Marina Rünthe besonders atmosphärisch und in ein vollkommen neues Licht getaucht. Bereits von weitem erahnen wir, wie bunt und vielfältig der Abend wird – denn einzelne Boote sind mit wunderbaren bunten Lichtern geschmückt und an den Fassaden tauchen und schnorcheln Taucher durch Fluten. Auf unserem Weg entdecken wir Grubenlampen, welche uns Licht spenden und den Weg weisen. Die Boote sind vielfach schon winterfest verpackt und werden heute dank den vielfältigen Lichtprojektionen von Nikola Dicke zu Leinwänden für die Lichtkunst.

Lichtkunst an der Marina Rünthe Projektionen von Nikola Dicke sind in der Nacht der Lichtkunst im Rünther Hafen zu sehen.

Projektionen von Nikola Dicke sind in der Nacht der Lichtkunst im Rünther Hafen zu sehen.

Die 2. Nacht der Lichtkunst spielt an der Marina Rünthe mit Licht, Wasser und Worten und schafft so einmalige Momente des Staunens. Auf dem Sicherheitstor am Kraftwerk leuchten die Worte Goethes auf: „Der Menschen Seele gleicht dem Wasser“ und dies sind nicht die einzigen bedeutungsvollen Sätze und Worte, die an diesem Abend an die Brücke projiziert werden. Auf dem Kai im illuminierten Hafen sendet das „PulsLicht“ von Mischa Kuball, welches seit 2007 den Hafen erhellt, Signale. Die acht Meter hohen Leuchten bilden die Grundelemente dieser künstlerischen Intervention im Hafen Marina Rünthe. Das „PulsLicht“ ist wahrlich einmalig und besteht aus speziell für diese Arbeit entwickelten Leuchten, welche mit zwei Leuchtmittelcharakteristika ausgestattet sind: zum Boden hin ausgerichtete Strahler, welche die Wegebeleuchtung übernehmen – und je ein horizontal und nach oben abstrahlendes, gepulstes Licht, das über eine Steuerungsanlage unterschiedliche Licht-Muster entstehen lässt.

An der Marina Rünthe treffen wir auch Josef. Josef ist ein Guide und weiß viel über die Herkunft des „Hellwegs“ und dessen Bedeutung im Ruhrgebiet zu berichten. Josef berichtet uns, dass der Hellweg im Mittelalter eine große Königs- oder Heerstraße und eine wichtige Durchgangsstraße für den Fernhandel war. So bezeichnet der Westfälische Hellweg beispielsweise den westlichen Teil der mittelalterlichen Wegverbindung zwischen Rhein und Elbe und im Speziellen den Abschnitt zwischen Duisburg und Padern bis zum Weserübergang bei Corvey. Der Schwerpunkt der Bevölkerungsdichte des Ruhrgebiets hat sich mit der Einführung der Schachtzechen und der Eisenbahn – also der Industrialisierung und des Bergbaus im 19. und 20. Jahrhundert – entlang des Hellwegs von Duisburg bis Unna gebildet. So entstanden die Oberzentren und Kernstädte der Metropole Ruhr - wie beispielsweise Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg – bereits im Mittelalter entlang des westfälischen Hellwegs. Nachdem wir so viel Interessantes über die Herkunft und Bedeutung des Hellwegs für das Ruhrgebiet gelernt haben, verabschieden wir uns von Josef und machen uns auf den Weg zu einem weiteren wunderbaren Ort im Emscher Landschaftspark.

Denn zum Abschluss unseres Besuchs der 2. Nacht der Lichtkunst in Bergkamen machen wir uns auf den Weg zur Halde Großes Holz, welche als Panorama der Route der Industriekultur dient. Die „blauen Leuchttürme“ machen den Aufstieg direkt leichter und farbenfroh – denn sie weisen den kürzesten Weg über die Halde und das in einem wunderbaren blauen Licht.

Halde Großes Holz Bergkamen

Halde Großes Holz
Bergkamen

Hier erkennen wir auch wieder, was Josef uns erzählt hat: für die Stadt Bergkamen hat die Farbe „Blau“ eine ganz besondere Bedeutung und Symbolkraft. In einer der ehemals größten Bergbaustädte Europas entsteht ein Landschaftsraum, der entscheidende Entwicklungsimpulse aus seiner Nähe zum Wasser bezieht. Zudem zieht sich durch Bergkamen ein blaues Band, welches die beiden Stadtzentren durch blaue Mosaiksteifen und einen Bach verbindet. Und dieses blaue Band findet sich hier auf der Halde wieder! Die blauen Leuchttürme erinnern uns bei unserem Weg zur Adener Höhe, dem höchsten Punkt der Halde Großes Holz, an die nahen Fördertürme.

IMPULS Bergkamen Halde Großes Holz

IMPULS Bergkamen
Halde Großes Holz

Hier ist das Lichtkunstwerk „IMPULS-Bergkamen“ von Mail und Dirk Löbbert zu sehen. Die dynamische 33 Meter hohe Lichtskulptur ist mit 14.400 LED-Leuchten und einem pulsierenden Lichteffekt ausgestattet und erstrahlt von Beginn der Dämmerung bis in die Nacht nicht nur in Bergkamen sondern in den ganzen Emscher Landschaftspark hinaus. Diese Landmarke ist ein „Ehrenmal für die Bergleute Bergkamens und ein Denkmal für alle Kumpel weltweit“ und ist ein Symbol für den positiven Geist, neue Möglichkeiten und Formen zu finden, nicht zu stagnieren, sondern sich zuversichtlich weiter zu entwickeln. Wenn man sich so die Metropole Ruhr und ihre Entwicklungen vom Bergbau bis heute mit der vielfältigen Industriekultur anschaut, dann ist diese Lichtskulptur eine außerordentlich passende Landmarke mit enormer Bedeutung. Auf dem Haldengipfel schauen wir in das leuchtende Panorama des östlichen Ruhrgebiets und entdecken die Lichtkunst an der Marina Rünthe, welche wir anfangs besucht haben. Wir ahnen, wie schön es hier auch im Hellen sein muss, wenn man einen tollen Blick auf den Datteln-Hamm-Kanal, den Rünther Westenhellweg und die Lippe im Norden und das Naturschutzgebiet Beversee im Osten hat. Bereits im Dunkeln kann man die Werksanlagen der Bayer Schering Pharma AG leuchten sehen und erahnt das ehemalige Bergwerk Monopol. Und auch der Blick in den Westen zeigt die eindrucksvolle Industriekultur, denn hier vermag man die verbliebenen Industrieanlagen der Zeche Haus Aden zu erkennen.

Wir machen uns wieder auf den Heimweg und wissen ganz genau: in den kommenden Nächten müssen wir unbedingt die weitere Lichtkunst im Emscher Landschaftspark entdecken und besuchen! Denn nicht nur auf der Halde Großes Holz können Lichtkunstwerke und illuminierte Landmarken entdeckt werden – vielmehr ist die Verbindung von Licht und Industriekultur oft ein wichtiges Zusammenspiel im Emscher LandschaftsparkDenn in der ganzen Metropole Ruhr kann man dies erleben – bei Veranstaltungen wie der „ExtraSchicht – Die lange Nacht der Industriekultur“ und auch jeden Tag auf den einzelnen Halden und Flächen der Industriekultur.

Slinky springs to Fame Lichtkunst im Emscher Landschaftspark  Oberhausen

Slinky springs to Fame
Lichtkunst im Emscher Landschaftspark
Oberhausen

Auf unserer Liste für die Lichtkunst sind schon einige Halden vermerkt und so soll es ganz bald nach Bottrop auf die Halde Beckstraße mit dem wunderbar beleuchteten Tetraeder und in den Landschaftspark Duisburg-Nord, wo das Gebäude des ehemaligen Hüttenwerks Meiderich in vielen verschiedenen Farben erstrahlt, gehen. Auch die Lichtinstallation „Nachtzeichen“ auf der Halde Rungenberg in Gelsenkirchen wollen wir unbedingt bald besuchen! Und es gibt noch viel mehr Lichtkunst im Emscher Landschaftspark zu entdecken – zum Beispiel den Förderturm in Bönen, die Brücke „Slinky springs to Fame“ in Oberhausen und und und…